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Materia medica · Nr. 3615

Zingiber officinale

Zing.

In 911 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Zingiber officinale, der Ingwer, ist in der Materia medica ein Mittel des Verdauungstrakts. Kennzeichnend und in den Repertorien besonders hervorgehoben ist die Verschlechterung durch Melonen: krampfartige Bauchschmerzen und Durchfall nach dem Genuss wasserreicher Früchte. Beschrieben werden ferner saures Aufstoßen mit Wasserzusammenlaufen im Mund, Trockenheit der Nase und nächtliche Beschwerden.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird in der Literatur nicht hervorgehoben; das Mittel wird über seine Beziehung zu Magen, Darm und Harnwegen bestimmt.
Thermalitätfrostig
TemperamentZum Gemüt liegen in den vorliegenden Rubriken keine Einträge vor. Die klassische Literatur beschreibt eine unruhige, durch nächtliche Beschwerden gestörte Verfassung; ein eigenständiges Gemütsbild ist nicht ausgearbeitet.

Gemütsbild

In den vorliegenden Rubriken keine Gemütssymptome ausgewiesenUnruhe durch nächtliche Bauch- und HustenbeschwerdenAbgeschlagenheit im Gefolge der Verdauungsbeschwerden

Die vorliegenden Rubriken enthalten keine Einträge im Gemütsbereich; das Bild von Zingiber wird von Magen, Darm und Harnwegen getragen. Die klassische Materia medica beschreibt eine Erschlaffung der Verdauung mit dem Gefühl, der Magen komme nicht zur Ruhe, und eine daraus folgende nächtliche Unruhe. Verzeichnet ist ferner eine Verschlechterung im Liegen, die die Betroffenen zum Aufsetzen zwingt. Weitergehende seelische Zuschreibungen lassen sich aus der Datenlage nicht belegen; wer mit diesem Mittel arbeitet, wird sich an den deutlichen Nahrungsmodalitäten orientieren.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Krampfartige, kneifende Bauchschmerzen und Durchfall nach dem Genuss von Melonen und wasserreichen Früchten; das kennzeichnendste Zeichen des Mittels
Saures Aufstoßen mit Wasserzusammenlaufen im Mund; saurer Geschmack
Trockenheit der Nase, besonders der Nasenmuscheln; das Gefühl, die Nase sei innen wie ausgetrocknet
Nächtlicher trockener Husten; Atmung wie vom Magen her behindert
Beschwerden am After: Rötung, Hämorrhoiden, Ruhr; sauer riechender Urin
Brennende Hitze und Schmerz in der Nierengegend; Schwächegefühl der Gelenke
Verschlechterung
  • Melonen und wasserreiche Früchte
  • Verdorbenes Wasser und kalte Getränke
  • Liegen
  • Nachts
  • Lachen, hinsichtlich der Kopfbeschwerden
Verbesserung
  • Aufsitzen
  • Wärme
  • Ruhe

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Wein
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Bauchschmerzen und Durchfall nach dem Genuss von Melonen aufgeführtKlassisch zugeordnet zu saurem Aufstoßen mit Wasserzusammenlaufen im MundBei Trockenheit der Nase verzeichnetBei nächtlichem trockenem Husten mit Besserung im Sitzen genanntBei Reizzuständen der Harnwege in der Literatur beschriebenBei Hämorrhoiden und Rötung des Afters aufgeführt

Abgrenzung

Arsenicum album steht ebenfalls bei Durchfall nach verdorbenen Speisen und Früchten, ist aber durch brennende Schmerzen, große Unruhe, Angst und die Besserung durch warme Getränke gekennzeichnet. China officinalis teilt die Blähungen und die Schwäche nach Säfteverlusten, mit Verschlechterung durch Obst und leichte Berührung. Colocynthis zeigt heftige, kneifende Koliken mit Besserung durch Zusammenkrümmen und harten Druck. Für Zingiber spricht die auffallend enge Bindung der Beschwerden an Melonen und wasserreiche Früchte.

Verwandte Mittel

Arsenicum albumChina officinalisColocynthisNux vomicaPodophyllum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.