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Materia medica · Nr. 317

Zincum muriaticum

Zinc-m.

In 71 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Zincum muriaticum, das Chlorid des Zinks, teilt mit dem metallischen Zink die Beziehung zu einem überforderten, erschöpften Nervensystem. Die Rubriken zeichnen das Bild schwerer, hinfälliger Zustände: nervöse Schwäche mit Ohnmachtsneigung, Kraftlosigkeit, die sich im Liegen verschlimmert, Stimmverlust bis zum Flüstern, Zupfen an der Bettdecke bei fieberhaften Erkrankungen und Abmagerung. Alle Einträge tragen den niedrigsten Grad; das Mittel wird selten gebraucht.

Konstitution

KörperbauDie Rubriken nennen Abmagerung. Ein weitergehendes Konstitutionsbild ist für dieses Zinksalz nicht überliefert; das metallische Zink wird mageren, nervös erschöpften Menschen zugeordnet.
Thermalitätfrostig
TemperamentErschöpft und hinfällig. Die einzige Gemütsrubrik nennt das Zupfen an der Bettdecke — ein Zeichen tiefer Benommenheit bei schweren fieberhaften Erkrankungen, nicht ein Wesenszug im engeren Sinn.

Gemütsbild

Zupfen und Nesteln an der Bettdecke bei schweren FieberzuständenNervöse Erschöpfung mit OhnmachtsneigungBenommenheit und nachlassende WahrnehmungKein weitergehendes Gemütsbild überliefert

Das Gemütskapitel enthält für Zincum muriaticum einen einzigen Eintrag: das Zupfen an der Bettdecke. Dieses Zeichen wird in der klassischen Literatur bei tiefen, benommenen Zuständen im Verlauf schwerer Fiebererkrankungen beschrieben, wie sie auch die Fieberrubrik dieses Mittels nennt. Es ist damit kein Ausdruck der Persönlichkeit, sondern ein Zeichen erschöpfter Nerventätigkeit. Die Allgemeinrubriken ergänzen dieses Bild um nervöse Schwäche, Ohnmachtsneigung und eine Kraftlosigkeit, die sich bezeichnenderweise im Liegen verschlimmert. Ein ausgearbeitetes seelisches Bild ist für dieses Salz nicht überliefert; wer es erwägt, sollte sich auf die körperlichen Zeichen stützen.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken keine Ängste verzeichnet, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Nervöse Schwäche mit Ohnmachtsneigung; die Schwäche verschlimmert sich eigens im Liegen
Stimmverlust, die Stimme nur noch flüsternd
Zupfen an der Bettdecke bei anhaltendem Fieber
Krämpfe in den Gliedmaßen; bläulich-livide Verfärbung der Arme
Magenschmerz von krallendem, drehendem Charakter; leichtes Erbrechen, auch von Galle oder Blut; Schluckauf, fliegende Hitze im Magen
Weißer, häutiger Belag auf dem Gaumen; laugenartiger Geschmack; Störung des Geruchssinns
Verschlechterung
  • Liegen, wodurch die Schwäche zunimmt — ein in den Rubriken zweifach verzeichneter Zug
  • Anhaltende Fieberzustände
  • In den vorliegenden Rubriken sind keine weiteren Verschlechterungen verzeichnet
Verbesserung
  • In den vorliegenden Rubriken keine Besserungsmodalitäten verzeichnet
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken kein Verlangen verzeichnet
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken keine Abneigung verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Erschöpfungszustände mit nervöser Schwäche und OhnmachtsneigungStimmverlust mit flüsternder StimmeBenommene Zustände bei anhaltendem FieberMagenbeschwerden mit krallendem Schmerz und leichtem ErbrechenBeläge auf dem Gaumen, klassisch der Diphtherie zugeordnetSchlecht heilende Wunden und Abmagerung

Abgrenzung

Zincum metallicum ist das ungleich besser geprüfte Hauptmittel der Reihe: ruhelose Füße, Beschwerden durch unterdrückte Ausschläge, Besserung durch Absonderungen und ausgeprägte Übererregbarkeit des Nervensystems. Bei Zupfen an der Bettdecke in schweren Fieberzuständen sind Hyoscyamus niger und Arsenicum album die geläufigeren Vergleichsmittel. Für Beläge im Rachen wird klassisch Mercurius cyanatus herangezogen. Zincum muriaticum bleibt wegen der durchweg niedrigen Rubrikgrade ein Mittel, das nur bei klarer Übereinstimmung erwogen werden sollte.

Verwandte Mittel

Zincum metallicumHyoscyamus nigerArsenicum albumMercurius cyanatusKalium phosphoricum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.