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Materia medica · Nr. 3601

Zincum cyanatum

Zinc-cy.

In 12 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Zincum cyanatum, die Cyanverbindung des Zinks, verbindet in der homöopathischen Literatur den Nervenbezug der Zinkmittel mit der krampferzeugenden Wirkung des Cyans. Boericke führt es bei nervösen Zuständen wie Veitstanz und hysterischen Erregungen. Die deutlichste Angabe des Repertoriums betrifft jedoch die Haut: nässende, ekzemartige Ausschläge sind hier als einziges Symptom hoch bewertet.

Konstitution

KörperbauZum Körperbau liegen keine kennzeichnenden Angaben vor. Beschrieben werden nervlich erschöpfte Menschen mit gesteigerter Erregbarkeit, wie sie für die Zinkverbindungen allgemein geschildert wird.
Thermalitätfrostig
TemperamentBeschrieben wird eine gesteigerte nervöse Erregbarkeit mit Unruhe und wechselnder Anspannung. Das Repertorium führt hysterische Zustände als einzige Gemütsangabe. Die Zinkverbindungen werden in der Literatur allgemein Menschen zugeordnet, deren Nervenkraft erschöpft ist und bei denen sich die Erregung in unwillkürlichen Bewegungen entlädt.

Gemütsbild

Nervöse ÜbererregbarkeitHysterische Erregungszustände, im Repertorium ausdrücklich verzeichnetErschöpfung der NervenkraftInnere Unruhe mit unwillkürlichen Bewegungen

Die einzige Gemütsangabe, die das Repertorium zu Zincum cyanatum führt, betrifft hysterische Zustände, also Erregungszustände mit heftigem, wechselndem Ausdruck ohne fassbaren körperlichen Befund. Boericke ordnet das Mittel in diesem Zusammenhang den nervösen Affektionen zu und nennt neben Veitstanz auch krampfartige Zustände und Nervenschmerzen. Der Grundzug der Zinkverbindungen, wie ihn die klassische Literatur bei Zincum metallicum beschreibt, ist eine Erschöpfung der Nervenkraft: Der Organismus kann die Reize nicht mehr ordnen, und die Erregung entlädt sich in Zucken, Unruhe und ruhelosen Bewegungen. Für die Cyanverbindung im Besonderen bleibt das Bild jedoch schmal; über die verzeichnete Rubrik hinaus ist ein Gemütsbild nicht ausgearbeitet.

Ängste: Keine ausdrücklich verzeichneten Ängste, Innere Unruhe und Erregbarkeit statt umschriebener Furcht

Leitsymptome

Nässende, feuchte, ekzemartige Ausschläge - mit Abstand die am höchsten bewertete Angabe des Mittels
Unwillkürliche, zuckende Bewegungen, in den klinischen Rubriken als Chorea geführt
Zittern und Bewegungsstarre, in den Rubriken der Parkinson-Erkrankung zugeordnet
Entzündliche Zustände der Hirnhäute, klinisch verzeichnet
Hysterische Erregungszustände
Verschlechterung
  • Nervliche Anspannung und Aufregung
  • Unterdrückung von Hautausschlägen, wie es für die Zinkverbindungen allgemein beschrieben wird
Verbesserung
  • Ruhe
  • Auftreten oder Wiederkehr von Ausscheidungen, klassisch für die Zinkgruppe beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine kennzeichnenden Speiseverlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Unverträglichkeit von Wein, für die Zinkverbindungen allgemein beschrieben
  • Weitere Abneigungen sind für dieses Salz nicht überliefert

In Repertorien häufig zugeordnet

Nässende, ekzemartige HautausschlägeUnwillkürliche zuckende BewegungenHysterische ErregungszuständeZittern und Bewegungsstörungen, klassisch zugeordnetEntzündliche Zustände der Hirnhäute, klinisch zugeordnet

Abgrenzung

Zincum metallicum ist die weit umfassender geprüfte Zinkverbindung und durch die ruhelosen Füße, die Verschlechterung durch Wein und die Besserung beim Einsetzen von Ausscheidungen gekennzeichnet. Bei unwillkürlichen zuckenden Bewegungen sind Agaricus muscarius und Mygale lasiodora die besser belegten Mittel, bei nässenden Ekzemen Graphites und Rhus toxicodendron. Zincum cyanatum wird vor allem dann erwogen, wenn nässende Hautausschläge mit nervöser Übererregbarkeit zusammentreffen. Die genannten Nervenerkrankungen bedürfen ärztlicher Abklärung und Behandlung.

Verwandte Mittel

Zincum metallicumAgaricus muscariusGraphitesCuprum metallicumRhus toxicodendron

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.