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Materia medica · Nr. 3561

Wiesbaden aqua

Wies.

In 62 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Wiesbaden aqua ist das Heilwasser der Wiesbadener Thermalquellen, eine warme, kochsalzreiche Sole, die in der Homöopathie als Aqua Wiesbadensis geführt wird. Die Repertorien ordnen ihm rheumatische und gichtische Beschwerden, Brüche im Bauchbereich sowie Zeichen an Haaren und Nägeln zu. Auffällig und in der Literatur immer wieder genannt ist das rasche, dunklere Nachwachsen der Haare.

Konstitution

KörperbauIn der Literatur nicht näher beschrieben. Überliefert ist die Anwendung bei rheumatisch-gichtischen Konstitutionen sowie bei erschöpften, schlecht genährten Menschen.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZu Gemüt und Wesensart liegen in den Rubriken keine Angaben vor. Das Mittel wird nach den körperlichen Zeichen und nach der Konstitution gewählt, nicht nach seelischen Merkmalen.

Gemütsbild

In den vorliegenden Rubriken sind keine Gemütssymptome verzeichnetDas Mittel wird nach körperlichen Zeichen bestimmt

Zu Wiesbaden aqua liegen keine Gemütsrubriken vor. Die Mineralwässer sind insgesamt schmal geprüft, und ihre Beschreibungen in der Materia medica stützen sich überwiegend auf Beobachtungen aus dem Kurbetrieb — also auf körperliche Veränderungen, nicht auf seelische. Ein Gemütsbild lässt sich daraus nicht ableiten. Wer das Mittel erwägt, orientiert sich an den überlieferten körperlichen Zeichen: rheumatische und gichtische Beschwerden, Brüche, Zeichen an Haar und Nägeln, Zyklusstörungen.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht verzeichnet, In der klassischen Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Rasches Wachstum der Haare, die dabei dunkler nachwachsen; daneben auch Haarausfall verzeichnet
Rheumatische und gichtische Beschwerden, in den Rubriken als klinische Zuordnung geführt
Leisten- und Schenkelbrüche im Bauchbereich
Wundheits- und Zerschlagenheitsgefühl im ganzen Körper
Nagelbettentzündungen mit Beteiligung der Sehnen, Hühneraugen
Wadenkrämpfe, besonders während der Regelblutung
Übelriechender Schweiß, reichlicher, klumpiger Auswurf mit salzigem Geschmack
Verschlechterung
  • Während der Regelblutung, für die Krämpfe im Oberschenkel
  • Körperliche Belastung, für die rheumatischen Schmerzen
  • In den vorliegenden Rubriken sind die Modalitäten nur spärlich verzeichnet
Verbesserung
  • Wärme und warme Bäder, in der Überlieferung der Thermalwässer durchgehend genannt
  • Bewegung in Maßen
  • Ruhe

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken keine Speiseverlangen verzeichnet
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken keine Speiseabneigungen verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Rheumatische und gichtische Beschwerden, in Repertorien aufgeführtVeränderungen des HaarwuchsesBrüche im Leisten- und SchenkelbereichAusbleiben der RegelblutungVerdauungsstörungen mit Wechsel von Verstopfung und DurchfallWundheits- und Zerschlagenheitsgefühl

Abgrenzung

Unter den homöopathisch verwendeten Mineralwässern steht Wiesbaden aqua den ebenfalls solehaltigen Quellen nahe; Sanicula aqua wird bei zehrenden Kindern mit Nackenschweiß und Verstopfung genannt, Skookum chuck bei juckenden Hautausschlägen. Natrium muriaticum, das Hauptsalz der Sole, ist das ungleich besser geprüfte Mittel mit Verschlossenheit, Kummer und Salzverlangen. Für gichtische Beschwerden werden häufiger Ledum palustre, Colchicum autumnale oder Benzoicum acidum herangezogen. Wiesbaden aqua kommt vor allem dann in Betracht, wenn rheumatische Zeichen mit Erschöpfung und den beschriebenen Haarveränderungen zusammentreffen.

Verwandte Mittel

Natrium muriaticumSanicula aquaSkookum chuck aquaLedum palustreCalcarea carbonicaBenzoicum acidum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.