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Materia medica · Nr. 313

Viola tricolor

Viol-t.

In 2.730 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Viola tricolor, das Stiefmütterchen, ist ein altes Kindermittel der Materia medica. Die Literatur beschreibt es vor allem bei nässenden, krustigen Ausschlägen im Gesicht und auf der Kopfhaut, dem sogenannten Milchschorf, sowie bei stark riechendem Urin. Ein zweiter Zug ist die auffällige Verbindung von Hautausschlag mit sexueller Erregtheit und lebhaften, erotischen Träumen.

Konstitution

KörperbauKlassisch beschrieben bei Säuglingen und kleinen Kindern mit nässenden Hautausschlägen; ein ausgearbeitetes Konstitutionsbild für Erwachsene liegt nicht vor.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie Rubriken enthalten im Gemütsbereich nur wenige Einträge: Mangel an Selbstvertrauen und Angst während fieberhafter Zustände. Beschrieben werden unruhige Kinder, die durch das nächtliche Jucken den Schlaf verlieren.

Gemütsbild

Mangel an SelbstvertrauenUnruhe durch nächtliches HautjuckenLebhafte, angenehme und erotische TräumeAngst während fieberhafter Zustände

Das Gemütsbild ist in den Repertorien nur schmal belegt und bleibt hinter dem Hautbild zurück. Verzeichnet sind ein Mangel an Selbstvertrauen und Angst im Fieber. Der auffälligste Zug betrifft den Schlaf: Die Rubriken führen angenehme und ausgesprochen erotische Träume, die die klassische Literatur mit einer gesteigerten geschlechtlichen Erregbarkeit in Verbindung bringt, teils schon bei Heranwachsenden und begleitet von Beschwerden an den Genitalien. Bei kleinen Kindern steht die Unruhe im Vordergrund, die aus dem nächtlichen Jucken der Ausschläge entsteht. Weitergehende Aussagen zum seelischen Bild sind aus den vorliegenden Rubriken nicht belastbar abzuleiten.

Ängste: Angst während fieberhafter Zustände, Unsicherheit durch fehlendes Selbstvertrauen

Leitsymptome

Nässende, verkrustende Ekzeme im Gesicht und hinter den Ohren, klassisch als Milchschorf beschrieben; die Krusten bilden sich rasch neu
Juckender Hautausschlag, der nachts stärker wird, mit stechendem, eiterndem Charakter
Auffallend stark und unangenehm riechender Urin
Beschwerden an den männlichen Genitalien: Jucken und Schwellung der Vorhaut, Brennen der Eichel, Verhärtung der Hoden
Verschlechterung im Sitzen und beim Aufstehen, Verschlimmerung am Vormittag
Schweiß nach dem Essen, teils mit Verschlechterung des Befindens
Verschlechterung
  • Im Sitzen und beim Aufstehen
  • Am Vormittag
  • Nachts (Hautjucken)
  • Nach dem Essen
  • Durch Druck auf die schmerzfreie Seite
Verbesserung
  • Durch Bewegung und Lagewechsel
  • An frischer Luft
  • In kühler Umgebung bei juckender Haut

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Zu ausgeprägten Verlangen liegen keine belastbaren Rubriken vor
Abneigung
  • Zu ausgeprägten Abneigungen liegen keine belastbaren Rubriken vor

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei nässenden, krustigen Gesichts- und Kopfausschlägen kleiner Kinder aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Milchschorf mit dicken Borken und nächtlichem JuckenGenannt bei stark riechendem Urin und BlasenreizungVerzeichnet bei Hautausschlägen hinter den OhrenAufgeführt bei Beschwerden der Genitalien mit gesteigerter Erregbarkeit

Abgrenzung

Calcium carbonicum ist das breitere Konstitutionsmittel für Milchschorf beim schwitzenden, pastösen Säugling und zeigt saure Ausdünstungen und Kopfschweiß. Mezereum bildet dickere, lederartige Krusten mit Eiter darunter und stärkerem Brennen. Rhus toxicodendron zeigt bläschenförmige, stark juckende Ausschläge mit charakteristischer Ruhelosigkeit. Für Viola tricolor sprechen der stark riechende Urin und die Verbindung von Hautausschlag mit erotischer Träumerei.

Verwandte Mittel

Calcium carbonicumMezereumRhus toxicodendronSepiaGraphites

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.