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Materia medica · Nr. 3530

Vinca minor

Vinc.

In 370 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Vinca minor, das Kleine Immergrün, ist in der Materia medica vor allem ein Mittel der Kopfhaut. Kennzeichnend sind nässende, verkrustende und übelriechende Ausschläge am Kopf, bei denen die Haare verfilzen und zusammenkleben; klassisch wird dies als Weichselzopf beschrieben. Daneben führen die Repertorien Blutungen aus der Gebärmutter, besonders nach den Wechseljahren, sowie eine allgemein abnehmende Lebenskraft.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird nicht hervorgehoben. Verzeichnet ist eine abnehmende Lebenskraft; beschrieben werden häufig Kinder mit Milchschorf sowie Frauen im Übergang der Wechseljahre.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Gemüt liegen keine belastbaren Rubriken vor. Verzeichnet sind Verwirrung im Kopf, besonders in der Stirn, sowie die Verschlimmerung durch Ärger; ein ausgearbeitetes seelisches Bild führt die Literatur zu diesem Mittel nicht.

Gemütsbild

Verwirrung und Benommenheit im Kopf, in der Stirn empfundenVerschlimmerung durch Ärger und VerdrussAbnehmende Lebenskraft mit MattigkeitKein eigenständiges Gemütsbild in den Repertorien ausgewiesen

Vinca minor ist in den Repertorien überwiegend über Haut-, Kopf- und Blutungsrubriken vertreten. Ein durchgezeichnetes Gemütsbild liegt nicht vor. Was sich sagen lässt, ist knapp: Verzeichnet ist eine Verwirrung im Kopf, die vor allem in der Stirn empfunden wird, sowie eine Verschlimmerung von Beschwerden nach Ärger, hier bezogen auf die Nase. Als Allgemeinzeichen steht die abnehmende Lebenskraft. Diese Angaben tragen kein Charakterbild; das Mittel wird nach den Zeichen an Kopfhaut und Haaren sowie nach dem Blutungsbild bestimmt. Weitergehende Aussagen zum Gemüt wären nicht belegt.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Trockener, krustiger Ausschlag auf dem Kopf, in den Repertorien im höchsten Grad geführt; auch Milchschorf
Übelriechende, schorfige Ausschläge, im höchsten Grad verzeichnet
Verfilzte, zusammenklebende und übelriechende Haare; klassisch als Weichselzopf beschrieben
Prickeln der Kopfhaut und Empfindung, als sträubten sich die Haare
Ausschläge mit ruckartigem, zuckendem Schmerz; wunde, wundgeriebene Hautstellen
Brennen wie unter den Nägeln; Schwellung und Hitze der Fingerspitzen
Gebärmutterblutung, ausdrücklich auch nach den Wechseljahren; zu starke Menstruation
Nachwehen im Kindbett; schwächender Fluor
Kitzelreiz im Kehlkopf mit Husten
Rote Nasenspitze; Empfindung, als blase kalter Wind in die Ohren
Trübes, schwaches Sehen; häufiges Wasserlassen
Verschlechterung
  • Ärger und Verdruss
  • Berührung und Kämmen der befallenen Kopfhaut
  • Wärme des Bettes, hinsichtlich des Juckreizes
  • Nach den Wechseljahren, hinsichtlich der Blutungen
Verbesserung
  • Kühle Luft an der Kopfhaut
  • Ruhe
  • Freie, unbedeckte Lagerung des Kopfes

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei krustigen, übelriechenden Ausschlägen der Kopfhaut im höchsten Grad aufgeführtBei verfilzten, zusammenklebenden Haaren, klassisch als Weichselzopf, verzeichnetBei Milchschorf bei Kindern genanntBei Gebärmutterblutungen, auch nach den Wechseljahren, aufgeführtBei zu starker Menstruation und schwächendem Fluor beschriebenBei Kitzelhusten vom Kehlkopf aus verzeichnet

Abgrenzung

Baryta carbonica und Psorinum werden ebenfalls bei krustigen Kopfausschlägen mit üblem Geruch genannt, Psorinum dabei mit ausgeprägter Unsauberkeit des Geruchs und heftigem nächtlichem Jucken. Mezereum zeigt dicke, lederartige Krusten mit eingedicktem Eiter darunter und heftigem Brennen. Graphites steht bei nässenden Ausschlägen mit honigartiger Absonderung. Für Vinca minor sprechen das Verfilzen und Zusammenkleben der Haare zu Strängen sowie die Verbindung mit Blutungen aus der Gebärmutter, besonders in und nach den Wechseljahren.

Verwandte Mittel

PsorinumMezereumGraphitesBaryta carbonicaSepiaLycopodium clavatum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.