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Materia medica · Nr. 3524

Viburnum tinus

Vib-t.

In 10 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Viburnum tinus, der Mittelmeer-Schneeball oder Lorbeerblättrige Schneeball, ist ein selten geführtes Mittel aus der Gattung der Schneeballgewächse. Der überlieferte Symptomenbestand ist schmal und verteilt sich auf krampfartige Zustände des Zwerchfells, Schmerzen im Bereich der Eierstöcke, nachlassendes Gehör und eine grüblerisch auf den eigenen Körper gerichtete Verfassung.

Konstitution

KörperbauKein eigener Körpertyp beschrieben. Die Quellen ordnen das Mittel über einzelne Lokalbefunde ein, nicht über eine Konstitution.
Thermalitätwechselnd
TemperamentBeschrieben wird - soweit die einzige Gemütsrubrik reicht - eine nach innen gewandte, sorgenvolle Verfassung: Betroffene beobachten ihren Körper aufmerksam und beziehen wechselnde Empfindungen auf eine ernsthafte Erkrankung. Das Repertorium führt dies unter Hypochondrie. Ein weiter ausgearbeitetes Temperamentsbild liegt nicht vor.

Gemütsbild

Anhaltende Sorge um die eigene GesundheitAufmerksame Beobachtung körperlicher EmpfindungenGrüblerische, nach innen gewandte VerfassungSonst kein ausgearbeitetes Gemütsbild überliefert

Die einzige Gemütsrubrik, die das Repertorium für Viburnum tinus verzeichnet, betrifft die Hypochondrie: eine Verfassung, in der die Aufmerksamkeit dauerhaft auf den eigenen Körper gerichtet bleibt und harmlose Empfindungen als Anzeichen einer schweren Erkrankung gedeutet werden. Dazu passt das übrige Bild, das aus krampfartigen Zuständen und wechselnden Schmerzen besteht - Beschwerden also, die sich schwer festmachen lassen und die Sorge eher nähren als beruhigen. Weitergehende seelische Züge sind in der Literatur nicht näher beschrieben; das Mittel gehört zu den nur rudimentär erschlossenen Vertretern seiner Gattung.

Ängste: Anhaltende Sorge, ernsthaft erkrankt zu sein, Ängstliche Beobachtung von Herz und Atmung bei den Zwerchfellkrämpfen

Leitsymptome

Krampfartige Zusammenziehung des Zwerchfells mit Beklemmung in der Brust
Krampfartige Schmerzen im Bereich der Eierstöcke
Nachlassendes Gehör bis zur Schwerhörigkeit
Insgesamt ein Bild krampfartiger, wechselnder Beschwerden
Sehr schmaler Symptomenbestand ohne umfassende Arzneimittelprüfung
Verschlechterung
  • Vor und zu Beginn der Regelblutung, wie für die Schneeballmittel überliefert
  • Aufregung, mit Zunahme der krampfartigen Beschwerden
Verbesserung
  • Wärme und Ruhe
  • Weitere gesicherte Modalitäten sind nicht überliefert

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Verlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Keine charakteristischen Abneigungen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Krampfartige Beschwerden im Bereich des ZwerchfellsSchmerzen in der EierstockgegendAnhaltende Sorge um die eigene GesundheitNachlassendes Gehör

Abgrenzung

Viburnum opulus ist der ungleich bekanntere Verwandte und wird bei krampfartigen Regelschmerzen mit Ausstrahlung in die Oberschenkel geführt; Viburnum prunifolium steht bei Neigung zu vorzeitigem Ende einer Schwangerschaft im Vordergrund. Viburnum tinus ist gegenüber beiden nur sehr schwach bezeugt und wird vor allem über den Zwerchfellkrampf und die hypochondrische Gemütslage abgegrenzt. Bei ausgeprägter Sorge um die Gesundheit führen die Repertorien vorrangig Nux vomica, Kalium carbonicum und Arsenicum album.

Verwandte Mittel

Viburnum opulusViburnum prunifoliumMagnesium phosphoricumNux vomicaArsenicum album

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.