HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 3523

Viburnum prunifolium

Vib-p.

In 17 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Viburnum prunifolium, der Schwarze Schneeball oder Black Haw, ist ein nordamerikanisches Geißblattgewächs, dessen Rinde die Indianer und später die amerikanischen Ärzte bei Frauenleiden verwendeten. In der Homöopathie ist es ein ausgesprochenes Gebärmuttermittel: Die Repertorien führen es mit erhöhtem Grad bei Beschwerden der weiblichen Geschlechtsorgane, daneben bei schmerzhafter, zu langer und zu reichlicher Regel und bei drohender Fehlgeburt. Das Kernthema ist die krampfhaft zusammengezogene Gebärmutter.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt. Klassisch werden Frauen beschrieben, die zu krampfartigen Unterleibsbeschwerden neigen; ein eigener Konstitutionstyp ist in der Literatur nicht ausgearbeitet.
Thermalitätwechselnd
TemperamentGemütsrubriken liegen nicht vor. Die klinische Literatur beschreibt Nervosität und Reizbarkeit vor Eintritt der Regel sowie Erschöpfung durch die anhaltenden Krampfschmerzen. Diese Züge gehören zum Beschwerdebild und sind nicht als geprüfte Gemütszeichen des Mittels zu verstehen.

Gemütsbild

Keine geprüften Gemütsrubriken verzeichnetReizbarkeit und Nervosität vor der Regel, aus der klinischen BeschreibungErschöpfung durch anhaltende Krampfschmerzen

Viburnum prunifolium wird in der Literatur nach dem körperlichen Bild und nicht nach dem Gemüt gewählt. Die vorliegenden Rubriken enthalten keine Gemütszeichen. Was die klinischen Autoren beschreiben, ist die Verfassung einer Frau, die unter wiederkehrenden Krampfschmerzen des Unterleibs steht: gereizt und angespannt vor der Regel, erschöpft während der schmerzhaften Tage. Ein ausgearbeitetes Gemütsbild im Sinne der großen Frauenmittel besteht für dieses Mittel nicht.

Ängste: Keine Angstrubriken verzeichnet, In der klinischen Literatur wird Sorge bei drohender Fehlgeburt erwähnt

Leitsymptome

Beschwerden der weiblichen Geschlechtsorgane einschließlich der Scheide, in den Rubriken mit erhöhtem Grad geführt
Schmerzhafte Regel, in den Rubriken ausdrücklich als Dysmenorrhoe verzeichnet
Zu reichliche und zu lange andauernde Regel
Vorbeugung der Fehlgeburt, in den Rubriken als eigener Eintrag verzeichnet
Krampfartige Schmerzen, die vom Kreuz nach vorn und in die Oberschenkel ziehen — das klassische Kennzeichen der Literatur
Geschwulst der Zunge, in den Mundrubriken aufgeführt
Verschlechterung
  • Vor Eintritt der Regel und in den ersten Stunden danach
  • Bewegung während der Krampfschmerzen
  • Erschütterung und Anstrengung, wie es für die drohende Fehlgeburt beschrieben wird
Verbesserung
  • Ruhe und Liegen
  • Nach Einsetzen des Blutflusses
  • Wärme auf dem Unterleib

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht verzeichnet
  • Weitere Speiseverlangen sind in der Literatur zu diesem Mittel nicht beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht verzeichnet
  • Weitere Speiseabneigungen sind in der Literatur zu diesem Mittel nicht beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Schmerzhafte Regel mit krampfartigen UnterleibsschmerzenZu lange und zu reichliche RegelDrohende Fehlgeburt, in Repertorien unter Verhütung des Abortes aufgeführtBeschwerden von Gebärmutter und Scheide, mit erhöhtem Grad geführtKrampfzustände, in den klinischen Rubriken bis zum Wundstarrkrampf genannt

Abgrenzung

Viburnum opulus, der Gemeine Schneeball, ist der nächste Verwandte und wird bei krampfartiger Regel mit Schmerzen, die vom Kreuz nach vorn in die Oberschenkel ziehen, ebenso häufig genannt; die Literatur trennt beide vor allem darin, dass Viburnum prunifolium enger der drohenden Fehlgeburt und der zu langen Blutung zugeordnet wird. Caulophyllum thalictroides steht für krampfhafte, wechselnde Schmerzen mit Schwäche der Gebärmutter, Magnesium phosphoricum für krampfartige Regelschmerzen, die durch Wärme und Zusammenkrümmen nachlassen. Sabina wird bei Blutungen mit Schmerz vom Kreuzbein zur Schambeinfuge genannt.

Verwandte Mittel

Viburnum opulusCaulophyllum thalictroidesMagnesium phosphoricumSabinaCimicifuga racemosa

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.