Viburnum opulus, der Gemeine Schneeball, ist eines der ausgeprägtesten Krampfmittel des weiblichen Beckens. Beschrieben wird eine Frau, bei der die Regelblutung von heftigen, krampfartigen Schmerzen angekündigt wird, die vom Kreuz nach vorn und in die Oberschenkel ziehen, während die Blutung selbst spärlich und dunkel bleibt. Kennzeichnend sind zudem eine Ohnmachtsneigung beim Aufrichten und die Neigung zu wiederholten Fehlgeburten.
Konstitution
Gemütsbild
Innere Ruhelosigkeit während der RegelblutungNervöse Erschöpfung durch die anhaltenden KrämpfeNeigung zu Ohnmacht und SchwächegefühlSorge um den Bestand einer Schwangerschaft
Eigene Gemütsrubriken sind für Viburnum nur wenige verzeichnet; hervorgehoben ist die Ruhelosigkeit als Begleiterscheinung der Regelblutung. Die klassische Materia medica beschreibt eine Frau, die durch wiederkehrende, sehr heftige Krämpfe zermürbt ist: Sie wird nervös, unruhig und mutlos, sobald sich die Blutung ankündigt, und findet keine Lage, in der die Schmerzen nachlassen. Beschrieben wird auch eine besondere Empfindlichkeit im Zusammenhang mit wiederholten Fehlgeburten, die das Zutrauen in den eigenen Körper erschüttert. Zwischen den Blutungen ist der Gemütszustand nach der Literatur unauffälliger; die Beschwerden stehen deutlich im körperlichen Bereich.
Ängste: Sorge vor dem Verlust einer Schwangerschaft, Angst mit Schwächegefühl und Ohnmachtsneigung beim Aufstehen
Leitsymptome
- Vor und während der Regelblutung
- In der Schwangerschaft
- Beim Aufrichten und Aufstehen, mit Ohnmachtsneigung
- Schneeluft, in den Rubriken ausdrücklich verzeichnet
- Aufwärtsblicken
- Freie Luft
- Bewegung
- Wenn die Blutung endlich in Gang kommt
- Liegen
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
- Widerwille gegen Speisen während der Regelblutung, bei bestehender Übelkeit
- Darüber hinaus in der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei krampfartigen Regelschmerzen mit spärlicher Blutung aufgeführtKlassisch zugeordnet zu drohender Fehlgeburt und wiederholten FehlgeburtenBei falschen, unregelmäßigen Wehen verzeichnetBei Ohnmachtsneigung beim Aufrichten genanntBei Kreuzschmerzen, die vor der Regelblutung nach vorn ziehen, aufgeführtIn der Literatur bei Reizzuständen der Eierstöcke beschrieben
Abgrenzung
Caulophyllum teilt die krampfartigen Gebärmutterschmerzen und die Neigung zur Fehlgeburt, hat jedoch zusätzlich die rheumatischen Schmerzen der kleinen Gelenke. Cimicifuga zeigt Schmerzen, die quer durch den Unterbauch von einer Seite zur anderen schießen, dazu ein ausgeprägtes Gemütsbild. Magnesium phosphoricum bessert sich kennzeichnend durch Wärme und Zusammenkrümmen, Colocynthis durch festen Druck und Zusammenkrümmen. Für Viburnum spricht die Verbindung von Kreuzschmerz vor der Blutung, spärlicher dunkler Blutung, krampfartigem Unterbauchschmerz und Ohnmacht beim Aufrichten.
Verwandte Mittel
Caulophyllum thalictroidesCimicifuga racemosaMagnesium phosphoricumColocynthisPulsatillaSepia
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.