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Materia medica · Nr. 312

Viburnum opulus

Vib.

In 648 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Viburnum opulus, der Gemeine Schneeball, ist eines der ausgeprägtesten Krampfmittel des weiblichen Beckens. Beschrieben wird eine Frau, bei der die Regelblutung von heftigen, krampfartigen Schmerzen angekündigt wird, die vom Kreuz nach vorn und in die Oberschenkel ziehen, während die Blutung selbst spärlich und dunkel bleibt. Kennzeichnend sind zudem eine Ohnmachtsneigung beim Aufrichten und die Neigung zu wiederholten Fehlgeburten.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden nervöse, empfindliche, oft zarte Frauen mit geringer Widerstandskraft; ein fester Konstitutionstyp ist nicht überliefert.
Thermalitätfrostig
TemperamentIn den Rubriken ist eine ausgeprägte Verschlimmerung durch Schneeluft verzeichnet. Beschrieben wird eine nervöse, rasch erschöpfbare Verfassung mit innerer Unruhe während der Regelblutung.

Gemütsbild

Innere Ruhelosigkeit während der RegelblutungNervöse Erschöpfung durch die anhaltenden KrämpfeNeigung zu Ohnmacht und SchwächegefühlSorge um den Bestand einer Schwangerschaft

Eigene Gemütsrubriken sind für Viburnum nur wenige verzeichnet; hervorgehoben ist die Ruhelosigkeit als Begleiterscheinung der Regelblutung. Die klassische Materia medica beschreibt eine Frau, die durch wiederkehrende, sehr heftige Krämpfe zermürbt ist: Sie wird nervös, unruhig und mutlos, sobald sich die Blutung ankündigt, und findet keine Lage, in der die Schmerzen nachlassen. Beschrieben wird auch eine besondere Empfindlichkeit im Zusammenhang mit wiederholten Fehlgeburten, die das Zutrauen in den eigenen Körper erschüttert. Zwischen den Blutungen ist der Gemütszustand nach der Literatur unauffälliger; die Beschwerden stehen deutlich im körperlichen Bereich.

Ängste: Sorge vor dem Verlust einer Schwangerschaft, Angst mit Schwächegefühl und Ohnmachtsneigung beim Aufstehen

Leitsymptome

Blutung aus der Gebärmutter im Verlauf einer Fehlgeburt, in den Repertorien im höchsten Grad ausgewiesen
Krampfartige Unterbauchschmerzen vor und während der Regelblutung, vom Kreuz nach vorn und in die Oberschenkel ziehend; Kreuzschmerz und Ziehen in den Beinen als Vorboten der Blutung
Dunkle, spärliche Blutung, oft erst nach Stunden krampfartiger Schmerzen einsetzend; falsche, unregelmäßige Wehen und Reizzustand der Eierstöcke
Ohnmachtsneigung beim Aufrichten und beim Aufstehen aus dem Sitzen, in hohem Grad verzeichnet; Empfindung, das Herz setze aus
Gefühl, die Knochen seien ohne Mark; Empfindung innerlichen Hüpfens und Springens
Übelkeit und Erbrechen während der Regelblutung mit Beschwerden der Harnwege; unwillkürlicher Stuhlabgang und schneidende Schmerzen im Inneren
Verschlechterung
  • Vor und während der Regelblutung
  • In der Schwangerschaft
  • Beim Aufrichten und Aufstehen, mit Ohnmachtsneigung
  • Schneeluft, in den Rubriken ausdrücklich verzeichnet
  • Aufwärtsblicken
Verbesserung
  • Freie Luft
  • Bewegung
  • Wenn die Blutung endlich in Gang kommt
  • Liegen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Widerwille gegen Speisen während der Regelblutung, bei bestehender Übelkeit
  • Darüber hinaus in der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei krampfartigen Regelschmerzen mit spärlicher Blutung aufgeführtKlassisch zugeordnet zu drohender Fehlgeburt und wiederholten FehlgeburtenBei falschen, unregelmäßigen Wehen verzeichnetBei Ohnmachtsneigung beim Aufrichten genanntBei Kreuzschmerzen, die vor der Regelblutung nach vorn ziehen, aufgeführtIn der Literatur bei Reizzuständen der Eierstöcke beschrieben

Abgrenzung

Caulophyllum teilt die krampfartigen Gebärmutterschmerzen und die Neigung zur Fehlgeburt, hat jedoch zusätzlich die rheumatischen Schmerzen der kleinen Gelenke. Cimicifuga zeigt Schmerzen, die quer durch den Unterbauch von einer Seite zur anderen schießen, dazu ein ausgeprägtes Gemütsbild. Magnesium phosphoricum bessert sich kennzeichnend durch Wärme und Zusammenkrümmen, Colocynthis durch festen Druck und Zusammenkrümmen. Für Viburnum spricht die Verbindung von Kreuzschmerz vor der Blutung, spärlicher dunkler Blutung, krampfartigem Unterbauchschmerz und Ohnmacht beim Aufrichten.

Verwandte Mittel

Caulophyllum thalictroidesCimicifuga racemosaMagnesium phosphoricumColocynthisPulsatillaSepia

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.