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Materia medica · Nr. 3505

Veratrinum

Verin.

In 23 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Veratrinum ist das aus den Samen der Sabadille (Schoenocaulon officinale) und aus Veratrum-Arten gewonnene Alkaloidgemisch. Als starkes Nerven- und Muskelgift steht es in der Homöopathie für Zustände krampfhafter Anspannung und nachfolgender Lähmung. Die 23 Repertoriumsrubriken stehen sämtlich im niedrigsten Grad und kreisen um Neuralgien, Krämpfe und Darmbeschwerden; ein ausgearbeitetes Konstitutionsbild liegt nicht vor.

Konstitution

KörperbauZum Körperbau liegen keine kennzeichnenden Angaben vor. Die Literatur beschreibt Veratrinum über den Zustand des Nerven- und Muskelsystems, nicht über einen Körpertyp: über die übersteigerte Erregbarkeit der Muskulatur mit langsamer, unvollständiger Erschlaffung.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDas Repertorium führt für Veratrinum keine Gemütsrubriken. Aussagen über Wesensart oder Temperament wären daher nicht belegt. Was die toxikologische Literatur beschreibt, betrifft körperliche Erscheinungen: Krampfneigung, Zuckungen, Schwäche bis zur Lähmung.

Gemütsbild

Keine Gemütsrubriken im Repertorium verzeichnetBild aus der Vergiftungslehre, nicht aus einer GemütsprüfungMittelwahl über die körperlichen Krampf- und Lähmungszeichen

Für Veratrinum sind im Repertorium keine Gemütsangaben eingetragen. Das Mittelbild stammt überwiegend aus der Toxikologie und aus klinischen Beobachtungen, nicht aus einer breit angelegten Arzneimittelprüfung am Gesunden. Beschrieben wird ein Substanzbild, in dem die Muskulatur auf jeden Reiz übermäßig antwortet und nur zögernd wieder loslässt; daraus entstehen Krampfzustände, die bis zur Starre gehen und in Schwäche und Lähmung übergehen können. Die seelische Seite dieses Zustands ist nicht überliefert. Wer Veratrinum erwägt, geht deshalb ausschließlich von den körperlichen Zeichen aus. Zu unterscheiden ist es von Veratrum album, das ein vollständig ausgearbeitetes Gemütsbild besitzt.

Ängste: Keine Ängste überliefert, Im Repertorium nicht verzeichnet

Leitsymptome

Neuralgische Schmerzen als durchgehender Zug, auch entlang der Wirbelsäule
Krampfzustände: Kieferklemme sowie Krampf der Speiseröhre
Bauchkoliken mit neuralgischem Charakter
Durchfall und ruhrartige Stühle
Lähmungszustände; das Mittel ist auch bei Wundstarrkrampf aufgeführt
Erschwertes, schmerzhaftes Wasserlassen
Verschlechterung
  • Im Repertorium sind keine Modalitäten verzeichnet
  • Die Literatur nennt Berührung und Bewegung als Auslöser der Muskelantwort
Verbesserung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
  • Keine kennzeichnenden Besserungsumstände überliefert

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine Angaben überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Keine Angaben überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Neuralgien, auch im Bereich der WirbelsäuleKrampfzustände der Kau- und SchluckmuskulaturBauchkolikenDurchfall und ruhrartige BeschwerdenLähmungszuständeSchmerzhaftes Wasserlassen

Abgrenzung

Veratrinum ist vom weit bekannteren Veratrum album zu trennen: Dort steht der Zusammenbruch mit kaltem Schweiß auf der Stirn, eisiger Kälte und heftigem Erbrechen mit Durchfall im Mittelpunkt, dazu ein ausgeprägtes Gemütsbild. Veratrinum dagegen ist als Alkaloid auf Krampf, Neuralgie und Lähmung verengt. Für Krampfzustände mit Kieferklemme liegen Nux vomica, Strychninum und Hypericum perforatum näher, die alle klarere Modalitäten haben. Sabadilla teilt die botanische Herkunft, wird jedoch fast ausschließlich bei Heuschnupfen und Wurmbeschwerden geführt.

Verwandte Mittel

Veratrum albumSabadillaNux vomicaStrychninumCicuta virosa

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.