Veratrinum ist das aus den Samen der Sabadille (Schoenocaulon officinale) und aus Veratrum-Arten gewonnene Alkaloidgemisch. Als starkes Nerven- und Muskelgift steht es in der Homöopathie für Zustände krampfhafter Anspannung und nachfolgender Lähmung. Die 23 Repertoriumsrubriken stehen sämtlich im niedrigsten Grad und kreisen um Neuralgien, Krämpfe und Darmbeschwerden; ein ausgearbeitetes Konstitutionsbild liegt nicht vor.
Konstitution
Gemütsbild
Keine Gemütsrubriken im Repertorium verzeichnetBild aus der Vergiftungslehre, nicht aus einer GemütsprüfungMittelwahl über die körperlichen Krampf- und Lähmungszeichen
Für Veratrinum sind im Repertorium keine Gemütsangaben eingetragen. Das Mittelbild stammt überwiegend aus der Toxikologie und aus klinischen Beobachtungen, nicht aus einer breit angelegten Arzneimittelprüfung am Gesunden. Beschrieben wird ein Substanzbild, in dem die Muskulatur auf jeden Reiz übermäßig antwortet und nur zögernd wieder loslässt; daraus entstehen Krampfzustände, die bis zur Starre gehen und in Schwäche und Lähmung übergehen können. Die seelische Seite dieses Zustands ist nicht überliefert. Wer Veratrinum erwägt, geht deshalb ausschließlich von den körperlichen Zeichen aus. Zu unterscheiden ist es von Veratrum album, das ein vollständig ausgearbeitetes Gemütsbild besitzt.
Ängste: Keine Ängste überliefert, Im Repertorium nicht verzeichnet
Leitsymptome
- Im Repertorium sind keine Modalitäten verzeichnet
- Die Literatur nennt Berührung und Bewegung als Auslöser der Muskelantwort
- In der Literatur nicht näher beschrieben
- Keine kennzeichnenden Besserungsumstände überliefert
Verlangen und Abneigungen
- Keine Angaben überliefert
- In der Literatur nicht näher beschrieben
- Keine Angaben überliefert
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
Neuralgien, auch im Bereich der WirbelsäuleKrampfzustände der Kau- und SchluckmuskulaturBauchkolikenDurchfall und ruhrartige BeschwerdenLähmungszuständeSchmerzhaftes Wasserlassen
Abgrenzung
Veratrinum ist vom weit bekannteren Veratrum album zu trennen: Dort steht der Zusammenbruch mit kaltem Schweiß auf der Stirn, eisiger Kälte und heftigem Erbrechen mit Durchfall im Mittelpunkt, dazu ein ausgeprägtes Gemütsbild. Veratrinum dagegen ist als Alkaloid auf Krampf, Neuralgie und Lähmung verengt. Für Krampfzustände mit Kieferklemme liegen Nux vomica, Strychninum und Hypericum perforatum näher, die alle klarere Modalitäten haben. Sabadilla teilt die botanische Herkunft, wird jedoch fast ausschließlich bei Heuschnupfen und Wurmbeschwerden geführt.
Verwandte Mittel
Veratrum albumSabadillaNux vomicaStrychninumCicuta virosa
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.