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Materia medica · Nr. 311

Verbascum thapsus

Verb.

Auch: verb-th

In 3.113 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Verbascum thapsus, die Königskerze, ist ein kleines, eng umschriebenes Mittel der klassischen Materia medica. Die Literatur beschreibt es vor allem bei Gesichtsschmerzen mit scharfer Begrenzung, bei Ohrbeschwerden und bei einem tiefen, hohlen Husten. Kernthema ist der plötzlich einschießende Nervenschmerz an eng umgrenzten Stellen des Gesichts.

Konstitution

KörperbauEin eigenständiger Konstitutionstyp wird in der Literatur nicht beschrieben; das Mittel wird überwiegend nach der Symptomenlage eingesetzt.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Repertorien führen im Gemütsbereich fast nur den Mangel an Selbstvertrauen. Beschrieben werden Menschen, die unter dem wiederkehrenden Schmerz mürbe und mutlos werden, ohne dass ein ausgeprägtes seelisches Bild vorläge.

Gemütsbild

Mangel an SelbstvertrauenMutlosigkeit unter wiederkehrenden SchmerzenReizbarkeit bei körperlicher Überempfindlichkeit

Das Gemütsbild ist in den Rubriken auffallend schmal belegt; verzeichnet ist im Wesentlichen der Mangel an Selbstvertrauen. Die klassische Literatur behandelt Verbascum überwiegend als körperlich wirkendes Mittel und beschreibt kein ausgearbeitetes seelisches Konstitutionsbild. Was sich zeigt, ist eine allgemeine Übererregbarkeit der Nerven, die als außerordentliche physische Reizbarkeit in den Repertorien geführt wird: Betroffene reagieren empfindlich auf Berührung, Druck und kalte Luft. Weitergehende Aussagen zum Gemüt sind aus den vorliegenden Rubriken nicht belastbar abzuleiten.

Ängste: Zu ausgeprägten Ängsten liegen keine belastbaren Rubriken vor, Unsicherheit im Auftreten durch fehlendes Selbstvertrauen

Leitsymptome

Gesichtsschmerz, meist linksseitig, drückend und ziehend, wie in eng umgrenzten Punkten einschießend
Verschlimmerung des Gesichtsschmerzes durch Kauen, Sprechen, Naseschnäuzen und leichte Berührung
Ohrenschmerzen, links betont, ziehend, oft mit Schwerhörigkeit und einem Gefühl von Verstopfung
Tiefer, hohler, bellender Husten, der abends und nachts stärker wird und wie aus einem Sprachrohr klingt
Kneifender Schmerz in den Schläfen, wie mit einer Zange gefasst
Reichliche Urinausscheidung, teils tropfenweiser und unwillkürlicher Abgang
Verschlechterung
  • Durch Kauen und Sprechen
  • Bei Wechsel der Temperatur, beim Betreten eines kalten Raumes
  • Abends und nachts
  • Im Sitzen, beim Übereinanderschlagen der Beine
  • Durch Aufstoßen und beim Abwärtsgehen
Verbesserung
  • Durch Wärme und in warmer Umgebung
  • Durch Ruhe und aufrechte Haltung
  • Durch festen Druck auf die schmerzende Stelle

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Zu ausgeprägten Verlangen liegen keine belastbaren Rubriken vor
  • Warme Getränke werden allgemein besser vertragen
Abneigung
  • Kalte Luft und Zugluft
  • Zu Speiseabneigungen liegen keine belastbaren Rubriken vor

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Gesichtsschmerzen und Trigeminusneuralgie, besonders linksseitig, aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Ohrenschmerzen und Schwerhörigkeit mit VerstopfungsgefühlGenannt bei tiefem, hohlem Husten mit rauer, tiefer StimmeVerzeichnet bei kneifenden SchläfenkopfschmerzenAufgeführt bei tropfenweisem, unwillkürlichem Harnabgang

Abgrenzung

Spigelia betrifft ebenfalls die linksseitige Gesichtsneuralgie, dort ziehen die Schmerzen jedoch typisch zum linken Auge und die Verschlechterung folgt dem Lauf der Sonne. Colocynthis zeigt heftigere, blitzartige Gesichtsschmerzen mit deutlicher Besserung durch harten Druck und Wärme. Bei Verbascum steht die Verschlimmerung durch Kauen, Sprechen und Temperaturwechsel im Vordergrund, häufig verbunden mit Ohrbeschwerden und dem charakteristisch hohlen Husten.

Verwandte Mittel

SpigeliaCausticumAconitum napellusSepiaPlatinum metallicum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.