Veratrum viride, der grüne Germer, ist in der Materia medica das Mittel des heftigen Blutandrangs. Beschrieben werden hochrote oder bläulich verfärbte Gesichter, ein voller, jagender Puls, der unvermittelt langsam und weich wird, sowie stürmisch verlaufende Entzündungen von Lunge und Herz. Die Repertorien führen daneben Krämpfe, Delirium und heftiges Erbrechen mit kaltem Schweiß auf.
Konstitution
Gemütsbild
Delirium und Verwirrung bei hohem Fieber und BlutandrangJammern und lautes KlagenReizbarkeitVerlangen umherzuwandernGrimassieren und unwillkürliche Gesichtsbewegungen
Das Gemütsbild von Veratrum viride ist ein akutes. Die Repertorien führen Delirium, Jammern und Reizbarkeit im höchsten Grad auf. Beschrieben wird ein Kranker, dessen Bewusstsein im Fieber trübe wird, der laut klagt und dabei zugleich matt und hinfällig ist. Genannt werden ferner ein Verlangen umherzuwandern und Grimassieren, also unwillkürliche Bewegungen der Gesichtsmuskulatur, die zum krampfhaften Grundzug des Mittels passen. Ein chronisches Konstitutionsbild wird in der Literatur nicht beschrieben; das Mittel gehört zu den Arzneien für stürmisch beginnende Zustände, bei denen die Verwirrung mit der Höhe des Blutandrangs steigt und wieder nachlässt. Bei solchen Verläufen ist ärztliche Abklärung erforderlich.
Ängste: Angst und Beklemmung während der Fieberzustände, Darüber hinaus in den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Leitsymptome
- Beim Aufrichten aus dem Liegen, mit Schwindel und Übelkeit
- Durch Bewegung
- Beim Trinken, mit nachfolgendem Erbrechen
- Durch Kälte und Frieren
- Durch Zusammenkrümmen bei Magenschmerzen
- Beim Augenschließen, bezogen auf den Schwindel
- In völliger Ruhe und liegender Haltung
Verlangen und Abneigungen
- Durst, besonders morgens
- Verlangen nach kalten Getränken, die jedoch erbrochen werden
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei heftigem Blutandrang zu Kopf und Brust mit jagendem Puls aufgeführtKlassisch zugeordnet zu stürmisch beginnender LungenentzündungBei Entzündungen des Herzens und seiner Häute verzeichnetBei krampfhaften Zuständen mit Rückwärtsbeugung des Körpers genanntIn der Literatur bei Beschwerden nach Sonneneinwirkung beschriebenBei heftigem Erbrechen mit Schwindel und kaltem Schweiß aufgeführt
Abgrenzung
Von Veratrum album, dem weißen Germer, unterscheidet sich Veratrum viride grundlegend: Dort steht der Kollaps mit eiskaltem Schweiß auf der Stirn, heftigem Durchfall und Erbrechen im Vordergrund, hier der Blutandrang mit rotem Gesicht und vollem Puls. Aconitum teilt den plötzlichen, heftigen Beginn mit Fieber, jedoch mit ausgeprägter Todesangst und Verschlimmerung um Mitternacht. Belladonna zeigt ebenfalls Kongestion mit rotem Gesicht und klopfenden Karotiden, aber mit strahlender Hitze und weiten Pupillen. Gelsemium ist träger, mit Schwere und langsamem Beginn.
Verwandte Mittel
Veratrum albumAconitum napellusBelladonnaGelsemiumBaptisia tinctoriaGlonoinum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.