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Materia medica · Nr. 3481

Vaccinium myrtillus

Vacc-m.

In 3 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Vaccinium myrtillus, die Heidelbeere, ist ein Zwergstrauch der Wälder und Moore Europas, dessen gerbstoffreiche Früchte in der Volksheilkunde seit langem bei Durchfällen verwendet werden. In der homöopathischen Literatur ist sie ein kleines Mittel; die vorliegenden Rubriken ordnen sie ausschließlich dem Kapitel Mastdarm zu, dort dem Durchfall und ausdrücklich der Ruhr.

Konstitution

KörperbauEin Konstitutionstyp ist nicht überliefert. Vaccinium myrtillus wird über die Darmsymptomatik und nicht über ein Konstitutionsbild bestimmt.
Thermalitätwechselnd
TemperamentIn der Literatur nicht näher beschrieben. Eine ausgearbeitete Prüfung am Gesunden liegt nicht vor; die Überlieferung beschränkt sich auf den Verdauungstrakt.

Gemütsbild

Kein geprüftes Gemütsbild überliefertIn den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesenZuordnung ausschließlich über die Darmsymptomatik

Zu Vaccinium myrtillus sind in den Repertorien keine Gemütsrubriken verzeichnet; alle drei vorliegenden Einträge betreffen den Mastdarm. Auch die knappen Darstellungen in der Literatur bleiben rein örtlich. Das Mittel ist ein Beispiel dafür, wie ein alter volksheilkundlicher Gebrauch in die homöopathische Materia medica eingegangen ist, ohne durch eine Prüfung erweitert worden zu sein. Für die Arzneiwahl heißt das: Der Zugang führt über den Stuhlbefund und die Umstände des Durchfalls, nicht über Gemüt oder Konstitution. Wo ein Gesamtbild gefragt ist, sind die durchgeprüften Durchfallmittel heranzuziehen.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Durchfall als tragende Angabe des Mittels; er ordnet sich dem Kapitel Mastdarm und After zu
Ausdrücklich verzeichnet ist die Ruhr, also der Durchfall mit blutig-schleimigen Abgängen und Stuhldrang
Die Volksheilkunde begründet den Gebrauch mit dem hohen Gerbstoffgehalt der getrockneten Früchte; in den Repertorien ist davon nur die Durchfallrubrik abgebildet
Ein charakteristisches Schmerz-, Zeit- oder Begleitmuster ist nicht überliefert
Verschlechterung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Verbesserung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien beim Durchfall aufgeführtAusdrücklich bei der Ruhr verzeichnetTraditionell den Reizzuständen der Darmschleimhaut zugeordnetDarüber hinaus keine gesicherten Anwendungsgebiete überliefert

Abgrenzung

Bei ruhrartigen Durchfällen tragen die großen Mittel klare Unterscheidungsmerkmale, die Vaccinium myrtillus fehlen. Mercurius solubilis zeigt den nie befriedigenden Stuhldrang mit Frösteln und Schweiß, Colocynthis den krampfartigen Bauchschmerz mit Besserung durch Zusammenkrümmen und Druck, Aloe socotrina die Unsicherheit des Schließmuskels mit Kollern und plötzlichem Drang, Arsenicum album die brennenden Schmerzen mit Unruhe, Frostigkeit und Verschlimmerung nach Mitternacht. Vaccinium myrtillus ist demgegenüber allein über die Zuordnung zum Durchfall überliefert und kommt in Betracht, wenn die kennzeichnenden Merkmale der ausgearbeiteten Mittel nicht vorliegen.

Verwandte Mittel

Mercurius solubilisColocynthisAloe socotrinaArsenicum albumPodophyllum peltatumChina officinalis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.