HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 306

Urtica urens

Urt-u.

In 514 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Urtica urens, die Kleine Brennnessel, ist in der Materia medica das klassische Mittel für Hautzustände, die dem Brennnesselkontakt gleichen: brennendes, stechendes Jucken mit quaddeligem Ausschlag, der sich durch Wärme und Bewegung verstärkt. Kennzeichnend ist der Zusammenhang mit dem Genuss von Muscheln und Schalentieren sowie die Verschlechterung durch Schneeluft. Daneben steht ein Bezug zur Milz und zur Milchbildung in der Stillzeit.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird nicht hervorgehoben; beschrieben werden Menschen mit allergischer Neigung und harnsaurer Diathese.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Repertorien führen für dieses Mittel kaum eigenständige Gemütsrubriken. Beschrieben wird eine reizbare, von quälendem Juckreiz getriebene Unruhe, die vor allem nachts den Schlaf stört. Das Bild wird ganz überwiegend über die Haut und die Modalitäten bestimmt.

Gemütsbild

Unruhe und Reizbarkeit durch quälendes JuckenNächtliche RastlosigkeitEmpfindlichkeit gegenüber Wärme und ZudeckenWenig ausgeprägtes eigenständiges Gemütsbild

Zum Gemüt liegen für Urtica urens keine eigenständigen Rubriken höheren Grades vor. Die Literatur beschreibt keine charakteristische seelische Thematik, sondern eine sekundäre Unruhe und Gereiztheit, die aus dem heftigen, brennenden Juckreiz hervorgeht. Da das Jucken nachts und in der Bettwärme zunimmt, wird der Schlaf gestört, was die Erschöpfung verstärkt. Das Mittel wird in der Praxis fast ausschließlich nach den Hautzeichen und den Auslösern gewählt, nicht nach dem Gemütsbild. Ängste sind nicht ausgewiesen.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Nesselausschlag mit erhabenen Quaddeln und brennendem, stechendem Jucken wie nach Brennnesselkontakt; schlechter durch Wärme und Bewegung
Kribbeln und Ameisenlaufen der Haut, dazu Taubheitsgefühl äußerer Teile
Jucken der Finger, der Arme und des Hodensacks; Jucken der Brüste
Beschwerden nach dem Genuss von Muscheln und Schalentieren
Bezug zur Milz: Milzvergrößerung und Beschwerden in der Milzgegend
Milchbildung in der Stillzeit betroffen: In den Repertorien sowohl bei vermehrter als auch bei versiegender Milch aufgeführt; trockener Husten und Blutung nach Anstrengung
Verschlechterung
  • Wärme und Warmwerden, besonders im Bett
  • Körperliche Bewegung und Anstrengung
  • Schneeluft und kühlfeuchtes Wetter
  • Nachts
  • Muscheln und Schalentiere
  • Berührung und Wasser
Verbesserung
  • Kühle Anwendungen und Liegen im Kühlen
  • Ruhe
  • Aufdecken

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • Muscheln und Schalentiere, da Beschwerden folgen
  • Fisch

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Nesselausschlag mit brennendem Jucken aufgeführt, verschlimmert durch Wärme und BewegungKlassisch zugeordnet zu Hautreaktionen nach dem Genuss von Muscheln und SchalentierenBei allergischen Reaktionen der Haut in den Repertorien verzeichnetBei Beschwerden der Milz und Milzvergrößerung genanntBei Störungen der Milchbildung in der Stillzeit aufgeführtBei Nesselausschlag im Verlauf rheumatischer Beschwerden vermerkt

Abgrenzung

Apis mellifica teilt das brennende, stechende Ödem und die Besserung durch Kälte, zeigt aber stärkere Schwellung mit Durstlosigkeit und ist häufiger bei plötzlich auftretenden allgemeinen Reaktionen genannt. Rhus toxicodendron hat ebenfalls brennendes Jucken, bessert sich jedoch durch Bewegung und Wärme, während Urtica urens durch beides schlechter wird. Formica rufa und Lac caninum werden in der Literatur als verwandt geführt. Der ausdrückliche Bezug zu Schalentieren und zur Schneeluft ist für Urtica urens kennzeichnend.

Verwandte Mittel

Apis mellificaRhus toxicodendronFormica rufaLac caninumNatrium muriaticumPulsatilla

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.