Urtica urens, die Kleine Brennnessel, ist in der Materia medica das klassische Mittel für Hautzustände, die dem Brennnesselkontakt gleichen: brennendes, stechendes Jucken mit quaddeligem Ausschlag, der sich durch Wärme und Bewegung verstärkt. Kennzeichnend ist der Zusammenhang mit dem Genuss von Muscheln und Schalentieren sowie die Verschlechterung durch Schneeluft. Daneben steht ein Bezug zur Milz und zur Milchbildung in der Stillzeit.
Konstitution
Gemütsbild
Unruhe und Reizbarkeit durch quälendes JuckenNächtliche RastlosigkeitEmpfindlichkeit gegenüber Wärme und ZudeckenWenig ausgeprägtes eigenständiges Gemütsbild
Zum Gemüt liegen für Urtica urens keine eigenständigen Rubriken höheren Grades vor. Die Literatur beschreibt keine charakteristische seelische Thematik, sondern eine sekundäre Unruhe und Gereiztheit, die aus dem heftigen, brennenden Juckreiz hervorgeht. Da das Jucken nachts und in der Bettwärme zunimmt, wird der Schlaf gestört, was die Erschöpfung verstärkt. Das Mittel wird in der Praxis fast ausschließlich nach den Hautzeichen und den Auslösern gewählt, nicht nach dem Gemütsbild. Ängste sind nicht ausgewiesen.
Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- Wärme und Warmwerden, besonders im Bett
- Körperliche Bewegung und Anstrengung
- Schneeluft und kühlfeuchtes Wetter
- Nachts
- Muscheln und Schalentiere
- Berührung und Wasser
- Kühle Anwendungen und Liegen im Kühlen
- Ruhe
- Aufdecken
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- Muscheln und Schalentiere, da Beschwerden folgen
- Fisch
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei Nesselausschlag mit brennendem Jucken aufgeführt, verschlimmert durch Wärme und BewegungKlassisch zugeordnet zu Hautreaktionen nach dem Genuss von Muscheln und SchalentierenBei allergischen Reaktionen der Haut in den Repertorien verzeichnetBei Beschwerden der Milz und Milzvergrößerung genanntBei Störungen der Milchbildung in der Stillzeit aufgeführtBei Nesselausschlag im Verlauf rheumatischer Beschwerden vermerkt
Abgrenzung
Apis mellifica teilt das brennende, stechende Ödem und die Besserung durch Kälte, zeigt aber stärkere Schwellung mit Durstlosigkeit und ist häufiger bei plötzlich auftretenden allgemeinen Reaktionen genannt. Rhus toxicodendron hat ebenfalls brennendes Jucken, bessert sich jedoch durch Bewegung und Wärme, während Urtica urens durch beides schlechter wird. Formica rufa und Lac caninum werden in der Literatur als verwandt geführt. Der ausdrückliche Bezug zu Schalentieren und zur Schneeluft ist für Urtica urens kennzeichnend.
Verwandte Mittel
Apis mellificaRhus toxicodendronFormica rufaLac caninumNatrium muriaticumPulsatilla
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.