HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 3467

Urea pura

Urea.

In 17 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Urea pura ist der reine Harnstoff, das körpereigene Endprodukt des Eiweißabbaus, das mit dem Harn ausgeschieden wird. Als homöopathisches Mittel steht es folgerichtig bei Zuständen, in denen dieser Abbau ins Stocken gerät: Die Repertorien führen es bei Harnvergiftung, Gicht, Wassersucht, eiweißhaltigem Harn und gichtischem Ekzem. Das Kernthema ist die Belastung des Organismus mit nicht ausgeschiedenen Stoffwechselprodukten.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt. Klassisch werden schwerfällige, zur Wassereinlagerung neigende Menschen mit gichtischer Veranlagung genannt; ein eigener Konstitutionstyp ist nicht ausgearbeitet.
Thermalitätwechselnd
TemperamentGemütsrubriken liegen nicht vor. Die Literatur beschreibt bei fortgeschrittener Harnvergiftung eine zunehmende Benommenheit und Teilnahmslosigkeit; das ist eine Beschreibung des Krankheitszustands und kein Wesenszug des Mittels. Über Grundstimmung und Charakter sagen die Quellen zu Urea pura nichts Belastbares.

Gemütsbild

Keine Gemütsrubriken verzeichnetBenommenheit bei fortgeschrittener Harnvergiftung, aus der klinischen BeschreibungAuswahl nach Stoffwechsel- und Harnzeichen

Für Urea pura sind keine eigenen Gemütszeichen hinterlegt. Das Mittel ist über die klinische Beobachtung in die Repertorien gelangt und nie am Gesunden umfassend geprüft worden. Die Angaben betreffen durchweg den Stoffwechsel — Harn, Gelenke, Haut, Leber. Wo ältere Autoren von Trägheit und Abstumpfung sprechen, schildern sie den Zustand bei Harnvergiftung selbst. Ein Gemütsbild im Sinne der klassischen Arzneimittellehre besteht für dieses Mittel nicht.

Ängste: Keine Angstrubriken verzeichnet, In der Literatur nicht beschrieben

Leitsymptome

Harnvergiftung, in den Blutrubriken ausdrücklich als Urämie geführt
Gicht mit Ablagerungen in den Gelenken
Gichtisches Ekzem der Haut, in den Rubriken eigens verzeichnet
Eiweißhaltiger Harn
Wassersucht mit Einlagerung von Flüssigkeit
Fettgeschwülste, in den klinischen Rubriken als Lipom aufgeführt
Verschlechterung
  • Fleischreiche Kost, wie es für die gichtischen Zustände beschrieben wird
  • Kälte und feuchtes Wetter für die Gelenkbeschwerden
  • Bei nachlassender Harnausscheidung
Verbesserung
  • Reichliche Harnausscheidung
  • Wärme für die betroffenen Gelenke
  • Bewegung in mäßigem Umfang

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht verzeichnet
  • Weitere Speiseverlangen sind in der Literatur zu diesem Mittel nicht beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht verzeichnet
  • Weitere Speiseabneigungen sind in der Literatur zu diesem Mittel nicht beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

HarnvergiftungGicht und gichtische GelenkbeschwerdenGichtisches EkzemEiweißhaltiger Harn und WassersuchtFettgeschwülste und Leberverhärtung

Abgrenzung

Bei Gicht sind Colchicum autumnale mit dem heftigen Gelenkschmerz und der Übelkeit, Ledum palustre mit dem aufsteigenden Verlauf von den Füßen her und Benzoicum acidum mit dem stark riechenden, dunklen Harn die ausführlich geprüften Mittel. Urea pura wird in der klinischen Literatur dort genannt, wo die Harnausscheidung selbst gestört ist und sich Wassersucht hinzugesellt. Von Ammonium benzoicum und Lithium carbonicum, die ebenfalls dem Harnsäurestoffwechsel zugeordnet werden, trennt es die Verbindung mit Ekzem und Fettgeschwülsten.

Verwandte Mittel

Colchicum autumnaleBenzoicum acidumLedum palustreLithium carbonicumApis mellifica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.