Uricum acidum, die Harnsäure, ist das Endprodukt des Purinstoffwechsels und zugleich der Stoff, dessen Kristalle bei der Gicht in Gelenken und Geweben niedergelegt werden. Als homöopathisches Mittel steht es folgerichtig ganz im Zeichen des gichtisch-rheumatischen Formenkreises: Die Repertorien führen es bei Gicht, bei Rheumatismus, bei gichtigem Ekzem und bei Fettgeschwülsten auf. Das Mittel ist wenig geprüft; sein Bild ist mehr aus der Stoffwechselbeziehung abgeleitet als aus einer breiten Arzneimittelprüfung.
Konstitution
Gemütsbild
Keine Gemütsrubriken in der Datenbasis verzeichnetKein eigenes seelisches Arzneibild überliefertZuordnung erfolgt über die Stoffwechseldiathese
Uricum acidum ist ein Mittel ohne ausgearbeitetes Gemütsbild. In OpenHomeopath sind ausschließlich Haut- und klinische Rubriken verzeichnet, und auch Boericke und Clarke beschreiben die Substanz allein von der Stoffwechselseite her. Wer das Mittel erwägt, tut das wegen der gichtischen Diathese und der von ihr abhängigen Haut- und Gelenkzeichen. Alles, was über Gereiztheit oder Verstimmung gichtischer Patienten gesagt wird, gehört zur allgemeinen Beschreibung des Krankheitsbildes und nicht zum geprüften Arzneibild dieser Substanz. Eine seelische Charakterisierung wäre hier Erfindung.
Ängste: In der Literatur nicht näher beschrieben, Keine Angstrubriken in der Datenbasis vorhanden
Leitsymptome
- In den vorliegenden Rubriken sind keine Modalitäten verzeichnet
- Die Literatur nennt allgemein reichliche Fleischkost und Bewegungsmangel als Bedingungen der gichtischen Diathese
- In den vorliegenden Rubriken keine Besserungsmodalitäten verzeichnet
- Für die Substanz ist keine geordnete Arzneimittelprüfung überliefert, aus der sich Besserungen ableiten ließen
Verlangen und Abneigungen
- In der Datenbasis nicht verzeichnet
- Die Literatur bringt das Mittel allgemein mit reichlicher Fleischkost in Verbindung, ohne ein Verlangen zu beschreiben
- In der Datenbasis nicht verzeichnet
- Speiseabneigungen sind für dieses Mittel nicht überliefert
In Repertorien häufig zugeordnet
Gicht, in Repertorien unter den klinischen Rubriken aufgeführtRheumatische GelenkbeschwerdenGichtiges Ekzem der HautLipome und andere gutartige Geschwülste, klinisch zugeordnetBeschwerden auf dem Boden einer harnsauren Diathese
Abgrenzung
Innerhalb des gichtischen Formenkreises sind Lycopodium clavatum, Benzoicum acidum und Colchicum autumnale die ungleich besser geprüften und differenzierteren Mittel: Benzoicum acidum wird dem stark riechenden, dunklen Harn mit Gichtknoten zugeordnet, Colchicum dem heftig berührungsempfindlichen Gelenkschmerz, Lycopodium dem Gries und der rechtsseitigen Betonung. Urtica urens steht dem Uricum acidum in der Beziehung zur Harnsäureausscheidung am nächsten und ist praktisch weit gebräuchlicher. Uricum acidum bleibt ein schmal belegtes Mittel, das über die Stoffwechselbeziehung und das gichtige Ekzem ins Blickfeld tritt.
Verwandte Mittel
Urtica urensBenzoicum acidumLycopodium clavatumColchicum autumnaleLithium carbonicum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.