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Materia medica · Nr. 3450

Ulmus campestris

Ulm-c.

In 2 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Ulmus campestris ist die Feldulme, ein heimischer Laubbaum, dessen Rinde in der älteren Materia medica bei nässenden Hautausschlägen verwendet wurde. Die im Repertorium vorhandenen Einträge liegen jedoch beide im Gemütskapitel und entsprechen der Zuordnung der Ulme in der Bach-Blüten-Tradition: dem Menschen, der seiner Aufgabe eigentlich gewachsen ist und dennoch vorübergehend an sich zweifelt. Der Bestand ist mit zwei Einträgen sehr schmal.

Konstitution

KörperbauEin charakteristischer Körperbau ist nicht überliefert; die vorhandenen Angaben betreffen ausschließlich das Gemüt.
ThermalitätIn der Literatur nicht näher beschrieben
TemperamentBeschrieben wird ein im Grunde tüchtiger, verantwortungsbewusster Mensch, der viel trägt und dies lange gut kann. In Phasen der Überlastung bricht dieses Selbstvertrauen ein, und er hält sich plötzlich für unfähig, seiner Aufgabe zu genügen. Es handelt sich dabei um einen vorübergehenden Einbruch, nicht um ein dauerhaftes Kleinheitsgefühl.

Gemütsbild

Mangel an Selbstvertrauen mit SelbstherabsetzungFehlendes Zutrauen in die eigene SelbständigkeitVorübergehendes Versagensgefühl bei sonst leistungsfähigen MenschenGefühl, der übernommenen Verantwortung nicht zu genügen

Beide im Repertorium besetzten Rubriken liegen im Gemütskapitel und benennen denselben Kern: das fehlende Zutrauen zu sich selbst, verbunden mit Selbstherabsetzung und einem Mangel an Unabhängigkeit. Die Literatur beschreibt dazu einen Menschen, der Aufgaben und Verantwortung selbstverständlich übernimmt und darin gut ist, bis ihn Erschöpfung oder eine besondere Belastung erreicht. Dann kippt das Selbstbild, und er hält sich mit einem Mal für ungeeignet und überfordert. Charakteristisch ist der Gegensatz zwischen der tatsächlichen Fähigkeit und dem plötzlichen Zweifel daran. Körperliche Symptome sind zu diesem Bestand nicht überliefert.

Ängste: Angst zu versagen und der Aufgabe nicht zu genügen, Angst, die übernommene Verantwortung nicht tragen zu können

Leitsymptome

Zu diesem Mittel sind im Repertorium keine körperlichen Rubriken besetzt
Erschöpfung im Zusammenhang mit anhaltender Überlastung, wie sie die Literatur zum Gemütsbild nennt
Die ältere Materia medica erwähnt die Ulmenrinde daneben bei nässenden Hautausschlägen, ohne dies mit dem hier vorliegenden Bestand zu verbinden
Verschlechterung
  • Anhaltende Verantwortung und Überlastung, aus dem Gemütsbild abgeleitet
  • Weitere gesicherte Modalitäten sind nicht überliefert
Verbesserung
  • Entlastung und Ruhepausen, aus dem Gemütsbild abgeleitet
  • Weitere gesicherte Modalitäten sind nicht überliefert

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine Angaben zu Speiseverlangen überliefert
Abneigung
  • Keine Angaben zu Speiseabneigungen überliefert

In Repertorien häufig zugeordnet

Mangelndes Selbstvertrauen mit SelbstherabsetzungVorübergehendes Überforderungsgefühl bei hoher VerantwortungErschöpfungszustände mit Zweifel an der eigenen Leistungsfähigkeit

Abgrenzung

Beim Thema Selbstvertrauen ist der Unterschied zu den großen Mitteln deutlich: Lycopodium clavatum zeigt den dauerhaften Zweifel, der hinter einer sicheren Fassade verborgen wird, Silicea terra die grundsätzliche Zaghaftigkeit vor jeder neuen Aufgabe, Anacardium orientale den Widerstreit zweier innerer Stimmen. Bei Ulmus campestris beschreibt die Literatur dagegen den zeitweiligen Einbruch bei einem sonst tragfähigen Menschen. Der Bestand ist mit zwei Rubriken sehr schmal, und die Einträge stammen erkennbar aus der Bach-Blüten-Zuordnung der Ulme, nicht aus einer klassischen Arzneimittelprüfung.

Verwandte Mittel

Lycopodium clavatumSilicea terraAnacardium orientaleBaryta carbonicaKali phosphoricum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.