Tuberculinum Koch ist eine Nosode, gewonnen aus dem von Robert Koch hergestellten Tuberkulin. Sie wird in der Materia medica einem Menschen zugeordnet, der ruhelos, rasch überdrüssig und beständig nach Veränderung verlangt, dabei aber leicht erschöpft und infektanfällig ist. Die Repertorien führen sie vor allem bei wiederkehrenden Atemwegserkrankungen, Hautleiden und Knochenbeschwerden. Klassisch wird sie bei Menschen erwogen, in deren Familiengeschichte Tuberkulose eine Rolle spielt.
Konstitution
Gemütsbild
Ruhelosigkeit und Verlangen nach Veränderung und ReisenRasch aufkommender Überdruss und UnzufriedenheitReizbarkeit, besonders beim ErwachenNächtliche Angst, in den Rubriken eigens verzeichnetHeftige Erregungszustände bis zur TobsuchtAbneigung gegen geistige Anstrengung
Das Gemütsbild dieser Nosode ist in der Materia medica ausführlich beschrieben: Im Vordergrund steht eine innere Unruhe, die nach Ortswechsel, neuen Eindrücken und Abwechslung drängt. Kaum ist etwas erreicht, wird es überdrüssig; Unzufriedenheit und Gereiztheit folgen. Kinder werden als lebhaft, fordernd und leicht aufbrausend beschrieben, mit Neigung zu heftigen Ausbrüchen. Die Repertorien verzeichnen ausdrücklich Angst in der Nacht sowie Zustände starker Erregung. Zwischen den lebhaften Phasen liegt eine Erschöpfung, die schon nach geringer Anstrengung eintritt und geistige Arbeit unmöglich erscheinen lässt. Die Empfindlichkeit gegenüber Wetterwechsel, besonders gegenüber feuchter Kälte, gehört als Grundzug dazu.
Ängste: Angst in der Nacht, in den Rubriken verzeichnet, Furcht vor Hunden und vor Tieren, in der Literatur häufig genannt, Angst vor Enge und Gebundenheit, die in den Bewegungsdrang mündet
Leitsymptome
- Feuchtkaltes Wetter und Wetterwechsel
- Geschlossene, stickige Räume
- Nachts, mit Angst und Schweiß
- Körperliche Anstrengung
- Wiederkehrend in bestimmten Zeitabständen
- Frische, bewegte Luft
- Ortswechsel, Reisen, Abwechslung
- Trockenes Wetter
- Bewegung im Freien
Verlangen und Abneigungen
- Geräuchertes und gesalzenes Fleisch, in der Literatur häufig genannt
- Kalte Milch
- Süßigkeiten
- Fleisch, im Wechsel mit dem Verlangen danach
- Geistige Anstrengung
In Repertorien häufig zugeordnet
Wiederkehrende Atemwegserkrankungen, in Repertorien aufgeführtAsthmatische BeschwerdenHautausschläge, Nesselausschlag und AkneKnochen- und GelenkbeschwerdenBeschwerden während des ZahnensErschöpfungszustände bei anhaltender Infektanfälligkeit
Abgrenzung
Tuberculinum bovinum, aus tuberkulösem Rindergewebe gewonnen, steht dieser Nosode am nächsten und wird in der Praxis häufig gleichbedeutend verwendet; die Zubereitungen unterscheiden sich in der Herkunft, nicht wesentlich im Bild. Bacillinum wird eher bei Haut- und Kopfhautleiden mit Ringflechte genannt. Phosphorus teilt die Schlankheit, die Brustanfälligkeit und die Aufgeschlossenheit, ist aber zugewandter und weniger ruhelos. Calcarea phosphorica zeigt ebenfalls das Verlangen nach Ortswechsel und die Knochenbeteiligung, ist aber nicht so heftig im Ausdruck. Sulphur und Silicea werden bei ähnlicher Infektanfälligkeit erwogen, ohne den drängenden Bewegungszug dieses Bildes.
Verwandte Mittel
Tuberculinum bovinumBacillinumPhosphorusCalcarea phosphoricaSilicea terraSulphur
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.