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Materia medica · Nr. 305

Tuberculinum bovinum (Kent)

Tub.

In 1.420 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Tuberculinum bovinum ist eine Nosode, die in der Materia medica als tiefgreifendes Konstitutionsmittel bei tuberkulinischer Belastung beschrieben wird. Kennzeichnend ist eine rastlose, veränderungshungrige Natur: der Drang zu wandern, zu reisen, den Ort und die Umstände zu wechseln, verbunden mit rascher Erschöpfung und ständiger Erkältungsneigung. Körperlich stehen wiederkehrende Katarrhe der Atemwege, Drüsenschwellungen, Abmagerung trotz gutem Appetit und nächtliche Schweiße im Vordergrund.

Konstitution

KörperbauKlassisch beschrieben werden schlanke, langgliedrige Menschen mit schmalem Brustkorb, blasser Haut und umschriebener Wangenröte; Abmagerung trotz ausreichender Nahrungsaufnahme ist im höchsten Grad verzeichnet.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Rubriken heben das Verlangen zu wandern und zu reisen im höchsten Grad hervor, daneben Trägheit und Schwerfälligkeit. Beschrieben wird ein Wechsel zwischen Ideenreichtum und Abgeschlagenheit, zwischen Unternehmungslust und Überdruss. Widerspruchsvolle Zustände sind ausdrücklich als Allgemeinsymptom verzeichnet.

Gemütsbild

Unruhe und Verlangen nach Ortswechsel, Reisen, WandernUnzufriedenheit und rasche Ermüdung an allem GewohntenReizbarkeit bis zur Neigung zum FluchenGefühl der Enge, in einer Falle zu sitzenWechsel zwischen Ideenreichtum und geistiger Trägheit

Das Gemütsbild dieser Nosode ist von Rastlosigkeit geprägt. Die Repertorien führen das Verlangen zu wandern und den Wunsch zu reisen im höchsten Grad auf; das Bekannte wird als eng und ermüdend empfunden, die Wahnidee, in einer Falle zu sitzen, ist ausdrücklich verzeichnet. Daneben steht eine ausgesprochene Trägheit und Schwerfälligkeit, sodass sich Antriebsschübe und Erschöpfung abwechseln. Reizbarkeit mit Neigung zum Fluchen und heftigen Ausbrüchen wird beschrieben, ebenso eine Furcht, dass etwas geschehen werde. In der Literatur wird das Bild häufig bei Kindern angeführt, die unruhig, wechselhaft und schwer zufriedenzustellen sind. Furcht vor Hunden ist als eigene Rubrik ausgewiesen.

Ängste: Furcht, dass sich etwas ereignen wird, Furcht vor Hunden, Angst während des Fiebers

Leitsymptome

Ausgeprägte Erkältungsneigung: bei jedem Wetterwechsel und in nasskaltem Wetter neue Katarrhe, die sich hinziehen
Abmagerung und Schwäche trotz gutem Appetit; anhaltende Müdigkeit mit Hitzewallungen, die sich mit Schweiß bessern
Reichliche Schweiße, besonders nach Mitternacht, oft mit Frösteln verbunden
Dicke, gelbe bis grünliche Absonderungen aus Nase und Bronchien, Krusten in der Nase, Nasenbluten
Verhärtung und Schwellung der Halsdrüsen; hektisches, intermittierendes Fieber mit brennender Hitze
Kinder: Kopfrollen, Bohren des Kopfes ins Kissen, Zähneknirschen im Schlaf, fauliger Mundgeruch und übelriechende Stühle
Verschlechterung
  • Wetterwechsel
  • Nasskaltes Wetter und Feuchtigkeit
  • Kaltwerden und Erkältung
  • Nachts, besonders nach Mitternacht
  • Enge, geschlossene Räume
Verbesserung
  • Frische, bewegte Luft
  • Schnelles Gehen und körperliche Bewegung
  • Bettwärme
  • Ortswechsel und Reisen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Delikatessen und ausgefallene Speisen
  • Geräuchertes Fleisch
  • Kalte Milch, in der Literatur häufig genannt
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • Gegen Fleisch bei manchen Autoren erwähnt, in den Rubriken nicht belegt

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei wiederkehrenden Katarrhen der Atemwege und trockenem Hüsteln aufgeführtKlassisch zugeordnet zu chronischer Erkältungsneigung mit WetterwechselempfindlichkeitBei Drüsenschwellungen am Hals verzeichnetBei hektischem, intermittierendem Fieber mit Nachtschweiß genanntBei ruheloser Unzufriedenheit mit Verlangen nach Ortswechsel in der Literatur beschriebenBei Zähneknirschen im Schlaf und unruhigem Schlaf von Kindern aufgeführt

Abgrenzung

Von Calcium carbonicum, das ebenfalls bei Drüsenneigung und Erkältungsanfälligkeit genannt wird, unterscheidet Tuberculinum die Rastlosigkeit und der Drang nach Veränderung; Calcium ist behäbig und ortsgebunden. Psorinum teilt die Erschöpfung und Verwahrlosungstendenz, ist aber hoffnungslos und ausgeprägt frostig, ohne den Wanderdrang. Sulphur ähnelt in Hitzewallungen und Hautneigung, zeigt jedoch Wärmeunverträglichkeit und Unordentlichkeit. Für Tuberculinum spricht die Kombination aus Wetterwechselempfindlichkeit, Abmagerung und dem ausdrücklich verzeichneten Verlangen zu wandern.

Verwandte Mittel

PsorinumCalcium carbonicumSulphurAgaricus muscariusLachesisPulsatilla

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.