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Materia medica · Nr. 3379

Tongo odorata

Tong.

In 18 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Tongo odorata ist die Tonkabohne, der cumarinhaltige Samen eines südamerikanischen Schmetterlingsblütlers, der wegen seines heuartig-süßen Duftes bekannt ist. Das kleine Arzneibild kreist um zwei Pole: nervenschmerzartige Beschwerden im Kopf und Gesicht einerseits, ein Zustand wie berauscht mit ausgeprägter Abneigung gegen Arbeit andererseits. Hinzu treten Zahnschmerz und Schmerz in der Hüfte.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt. Die Prüfungsberichte beschreiben keinen eigenen Körpertyp.
Thermalitätwechselnd
TemperamentKennzeichnend ist eine benommene, wie leicht berauschte Verfassung: Der Kopf ist nicht klar, die Gedanken kommen schwerfällig, die Umgebung wird wie durch einen Schleier wahrgenommen. In diesem Zustand scheut der Betroffene jede Arbeit — nicht aus Trägheit, sondern weil ihm die Aufgabe als unüberwindlich erscheint. Die Rubriken verzeichnen diese Scheu vor der Arbeit ausdrücklich.

Gemütsbild

Benommenheit wie nach Alkohol, ohne dass welcher genossen wurdeScheu und Widerwille vor der ArbeitVerwirrung und Unklarheit im KopfSchwerfälligkeit des Denkens

Das Gemütsbild von Tongo odorata ist schmal, aber eigentümlich genug, um erkennbar zu sein. Im Mittelpunkt steht ein Zustand, als sei der Betroffene berauscht: Der Kopf ist dumpf und umnebelt, die Gedanken ordnen sich nicht, die Wahrnehmung ist verändert — und das ohne jeden äußeren Anlass. Aus dieser Benommenheit erwächst die zweite verzeichnete Eigenheit, die Scheu vor der Arbeit. Die anstehende Aufgabe erscheint zu groß, der Betroffene weicht ihr aus und schiebt sie vor sich her. Beide Züge treten häufig zusammen mit dem Kopfschmerz auf und lassen mit ihm nach. Über diese Einträge hinaus ist zu dem Mittel kein weiteres seelisches Bild überliefert.

Ängste: Scheu vor bevorstehender Arbeit, in den Rubriken eigens verzeichnet, Weitere Ängste in der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Kopfschmerz von migräneartigem Charakter, in den Rubriken eigens verzeichnet
Nervenschmerz im Gesicht
Zahnschmerz
Schmerz in der Hüfte, klassisch als Ischiasbeschwerde dem Mittel zugeordnet
Empfindung wie berauscht, als Allgemeinzeichen verzeichnet
Verschlechterung
  • Geistige Anstrengung und bevorstehende Arbeit
  • Bewegung, bei Kopf- und Gesichtsschmerz
  • Kälte im Gesicht
Verbesserung
  • Ruhe und Rückzug
  • Wärme am schmerzenden Gesicht
  • Frische Luft bei Benommenheit

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken kein Speiseverlangen verzeichnet
Abneigung
  • Abneigung gegen Arbeit und geistige Beanspruchung

In Repertorien häufig zugeordnet

Migräneartiger Kopfschmerz, in Repertorien dem Mittel zugeordnetNervenschmerz im GesichtZahnschmerzHüft- und IschiasbeschwerdenZustände von Benommenheit mit Arbeitsscheu

Abgrenzung

Spigelia anthelmia ist bei linksseitigem Gesichts- und Kopfschmerz von stechendem Charakter das weit besser belegte Mittel, Colocynthis bei Gesichtsschmerz mit Besserung durch starken Druck. Gelsemium sempervirens teilt die Benommenheit und Schwere des Kopfes, dort jedoch mit Zittern und Schwäche vor Ereignissen. Nux moschata bringt eine ähnliche traumartige Benommenheit mit großer Schläfrigkeit. Für Tongo spricht die Verbindung von Nervenschmerz mit dem Gefühl, berauscht zu sein, und der Scheu vor der Arbeit.

Verwandte Mittel

Spigelia anthelmiaGelsemium sempervirensNux moschataColocynthisMelilotus officinalis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.