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Materia medica · Nr. 3363

Tilia europaea

Til.

In 800 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Tilia europaea, die Sommerlinde, wird in der Materia medica als Mittel mit ausgeprägter, aber nutzloser Schweißneigung beschrieben: Der Kranke schwitzt reichlich, ohne dass es ihm dadurch besser ginge. Kennzeichnend ist ferner ein juckender, brennender Hautzustand, bei dem der Kranke sich bis zum Wundsein kratzen muss, sowie eine deutliche Verschlimmerung im geschlossenen Raum bei gleichzeitiger Besserung an der frischen Luft.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird in der Literatur nicht hervorgehoben. Beschrieben werden empfindliche, leicht schwitzende Menschen mit reizbarer Haut.
Thermalitätwarmblütig
TemperamentDie Rubriken heben hervor, dass Angst und Reizbarkeit im Haus zunehmen und im Freien nachlassen. Beschrieben wird eine unruhige, morgens gereizte Verfassung, die im geschlossenen Raum beklommen wird und sich in der offenen Luft löst.

Gemütsbild

Angst im Haus, Besserung im FreienReizbarkeit am MorgenBeklemmung in geschlossenen, warmen RäumenUnruhe, die zum Hinausgehen drängt

Das Gemütsbild von Tilia europaea wird von einem einzigen deutlichen Gegensatz getragen: Im Haus verschlimmert sich alles, an der freien Luft bessert es sich. Die Rubriken verzeichnen ausdrücklich Angst im Haus mit Besserung im Freien; dieselbe Modalität gilt für die allgemeine Verstimmung. Hinzu kommt Reizbarkeit am Morgen, die den Tag beschwerlich beginnen lässt. Der Kranke wirkt beengt und gedrängt, sucht die offene Luft und wird dort ruhiger. Ein weiter ausgearbeitetes Gemütsbild mit eigenständigen Themen liegt in der Literatur nicht vor; die verzeichneten Symptome bleiben auf diese Raum- und Tageszeitmodalitäten beschränkt.

Ängste: Angst in geschlossenen Räumen, die im Freien nachlässt, Beklommenheit am Morgen, mit Gereiztheit verbunden

Leitsymptome

Reichlicher Schweiß, der keine Erleichterung bringt — ein Leitzeichen dieses Mittels
Husten, der im höchsten Grad durch Reizung an der linken Halsseite ausgelöst wird
Juckende, brennende Hautausschläge; der Kranke kratzt, bis die Haut wund ist und blutet
Juckreiz mit Brennen, nachts und in der Bettwärme verschlimmert; Nesselausschlag
Pickel an Gesicht, Oberschenkeln und Gesäß, brennend beim Kratzen; Herpesbläschen am Oberschenkel
Rheumatische Gliederschmerzen, die von Schweiß begleitet werden
Auftreibung des Bauches; Verschlimmerung während des Wasserlassens
Wundheits- und Brennschmerz an den weiblichen Geschlechtsorganen, besonders der Gebärmutter
Gefühl wie von einem Haar im Auge; Schmerz im Kehlkopf
Verschlechterung
  • Im Haus, in geschlossenen und warmen Räumen
  • Bettwärme (Juckreiz)
  • Nachts (Brennen und Jucken)
  • Morgens (Reizbarkeit)
  • Kratzen — es verschlimmert das Jucken, statt es zu stillen
Verbesserung
  • Frische, offene Luft
  • Kühle
  • Aufenthalt im Freien für Angst und Verstimmung

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Klassisch zugeordnet zu fieberhaften Zuständen mit reichlichem, aber nicht erleichterndem SchweißIn Repertorien bei juckenden, brennenden Hautausschlägen mit Kratzen bis zum Wundsein aufgeführtBei Husten, der von Reizung an der linken Halsseite ausgeht, im höchsten Grad verzeichnetBei Nesselausschlag mit nächtlicher Verschlimmerung genanntBei rheumatischen Beschwerden mit begleitendem Schweiß beschriebenBei Wundheitsgefühl im Bereich der Gebärmutter in der Materia medica aufgeführt

Abgrenzung

Mercurius solubilis teilt den reichlichen Schweiß ohne Erleichterung, dort jedoch mit ausgeprägtem Speichelfluss, üblem Mundgeruch und nächtlicher Verschlimmerung der Knochenschmerzen. Sulphur zeigt ebenfalls Jucken, das durch Kratzen und Bettwärme verschlimmert wird, verbunden mit brennenden Fußsohlen und der bekannten Unordentlichkeit. Rhus toxicodendron bringt Nesselausschlag mit rheumatischen Beschwerden, dort aber mit Besserung durch fortgesetzte Bewegung und Wärme. Für Tilia sprechen die Kombination von nutzlosem Schweiß, brennendem Hautjucken und der deutlichen Besserung im Freien.

Verwandte Mittel

Mercurius solubilisSulphurRhus toxicodendronApis mellificaPulsatillaBelladonna

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.