Tilia europaea, die Sommerlinde, wird in der Materia medica als Mittel mit ausgeprägter, aber nutzloser Schweißneigung beschrieben: Der Kranke schwitzt reichlich, ohne dass es ihm dadurch besser ginge. Kennzeichnend ist ferner ein juckender, brennender Hautzustand, bei dem der Kranke sich bis zum Wundsein kratzen muss, sowie eine deutliche Verschlimmerung im geschlossenen Raum bei gleichzeitiger Besserung an der frischen Luft.
Konstitution
Gemütsbild
Angst im Haus, Besserung im FreienReizbarkeit am MorgenBeklemmung in geschlossenen, warmen RäumenUnruhe, die zum Hinausgehen drängt
Das Gemütsbild von Tilia europaea wird von einem einzigen deutlichen Gegensatz getragen: Im Haus verschlimmert sich alles, an der freien Luft bessert es sich. Die Rubriken verzeichnen ausdrücklich Angst im Haus mit Besserung im Freien; dieselbe Modalität gilt für die allgemeine Verstimmung. Hinzu kommt Reizbarkeit am Morgen, die den Tag beschwerlich beginnen lässt. Der Kranke wirkt beengt und gedrängt, sucht die offene Luft und wird dort ruhiger. Ein weiter ausgearbeitetes Gemütsbild mit eigenständigen Themen liegt in der Literatur nicht vor; die verzeichneten Symptome bleiben auf diese Raum- und Tageszeitmodalitäten beschränkt.
Ängste: Angst in geschlossenen Räumen, die im Freien nachlässt, Beklommenheit am Morgen, mit Gereiztheit verbunden
Leitsymptome
- Im Haus, in geschlossenen und warmen Räumen
- Bettwärme (Juckreiz)
- Nachts (Brennen und Jucken)
- Morgens (Reizbarkeit)
- Kratzen — es verschlimmert das Jucken, statt es zu stillen
- Frische, offene Luft
- Kühle
- Aufenthalt im Freien für Angst und Verstimmung
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
Klassisch zugeordnet zu fieberhaften Zuständen mit reichlichem, aber nicht erleichterndem SchweißIn Repertorien bei juckenden, brennenden Hautausschlägen mit Kratzen bis zum Wundsein aufgeführtBei Husten, der von Reizung an der linken Halsseite ausgeht, im höchsten Grad verzeichnetBei Nesselausschlag mit nächtlicher Verschlimmerung genanntBei rheumatischen Beschwerden mit begleitendem Schweiß beschriebenBei Wundheitsgefühl im Bereich der Gebärmutter in der Materia medica aufgeführt
Abgrenzung
Mercurius solubilis teilt den reichlichen Schweiß ohne Erleichterung, dort jedoch mit ausgeprägtem Speichelfluss, üblem Mundgeruch und nächtlicher Verschlimmerung der Knochenschmerzen. Sulphur zeigt ebenfalls Jucken, das durch Kratzen und Bettwärme verschlimmert wird, verbunden mit brennenden Fußsohlen und der bekannten Unordentlichkeit. Rhus toxicodendron bringt Nesselausschlag mit rheumatischen Beschwerden, dort aber mit Besserung durch fortgesetzte Bewegung und Wärme. Für Tilia sprechen die Kombination von nutzlosem Schweiß, brennendem Hautjucken und der deutlichen Besserung im Freien.
Verwandte Mittel
Mercurius solubilisSulphurRhus toxicodendronApis mellificaPulsatillaBelladonna
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.