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Materia medica · Nr. 3338

Thlaspi bursa pastoris

Thlas.

Auch: Thlaspi

In 130 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Thlaspi bursa pastoris, das Hirtentäschelkraut, ist in der Materia medica das Mittel der Blutungsneigung. Kennzeichnend sind Blutaustritte in die Haut, kleine Wunden, die auffällig stark bluten, und Blutungen im Inneren des Körpers. Bei Frauen stehen langdauernde, gehäufte Blutungen aus der Gebärmutter im Vordergrund, verbunden mit einem Gefühl von Schwäche im Unterleib und im Bereich der Schulterblätter.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp wird nicht beschrieben. Auffällig ist die Neigung zu blauen Flecken schon bei geringem Anlass, dazu Wachstumsschmerzen, wie sie bei rasch aufschießenden Jugendlichen beobachtet werden.
Thermalitätfrostig
TemperamentZum Gemüt liegen keine eigenen Rubriken vor. Verzeichnet ist ein körperlicher Bewegungsdrang: der Zwang, umhergehen zu müssen. Beschrieben wird ein Zustand, in dem Ruhe schwerfällt, während zugleich große Schwäche besteht.

Gemütsbild

Zwang, umhergehen zu müssenUnruhe bei gleichzeitiger ErschöpfungKein eigenständiges Gemütsbild in den RubrikenMattigkeit im Zusammenhang mit Blutverlusten

Thlaspi bursa pastoris ist über die Blutungsneigung erschlossen und nicht über das Gemüt; die vorliegenden Rubriken enthalten keinen Eintrag im Gemütskapitel. Bemerkenswert ist eine Angabe aus den allgemeinen Empfindungen: der Drang, gehen zu müssen. Er beschreibt eine körperliche Getriebenheit, die schwer in Einklang zu bringen ist mit der ausgeprägten Schwäche, die das Mittel sonst kennzeichnet. Die klassische Literatur beschreibt darüber hinaus keine seelische Thematik. Wer dieses Mittel erwägt, findet es über die Art der Blutung, die Schwäche zwischen den Schulterblättern und die Modalitäten - nicht über ein Charakterbild.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Blutaustritte in die Haut, blaue Flecken schon bei geringem Anlass - im höchsten Grad verzeichnet
Kleine Wunden, die auffallend stark bluten
Blutungen im Körperinneren, im dritten Grad geführt
Ausgeprägte Schwäche im Bereich der Schulterblätter und des mittleren Rückens
Schwächegefühl in der Gebärmutter; weißer Ausfluss vor der Regel, auch blutig oder milchig
Husten mit blutigem Auswurf
Wässrige Absonderung aus den Brustwarzen; Gefühl eines Klumpens hinter dem Brustbein
Schwindel, der in der Stirn empfunden wird; Sehstörung, bei der die Buchstaben ineinanderlaufen
Anhaftender Bodensatz im Harn; Kolik in der Lebergegend
Nagendes Gefühl in der Nase; Ohrenbeschwerden, die sich beim Sprechen verschlimmern und auf Druck bessern
Schuppung der Haut an den Füßen; Schweiß an den Beinen; Wachstumsschmerzen
Verschlechterung
  • Kalter Nordwind
  • Sprechen, für die Ohrenbeschwerden
  • Bewegung und Anstrengung bei bestehender Blutung
  • Anhaltendes Stehen
Verbesserung
  • Waschen und Baden des betroffenen Teils
  • Druck, besonders auf die Ohren
  • Nach dem Essen, wodurch der Frost nachlässt
  • Ruhiges Liegen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Blutaustritten in die Haut im höchsten Grad aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Blutungen aus der Gebärmutter mit ausgeprägter SchwächeBei kleinen Wunden, die stark bluten, verzeichnetBei Blutungen im Körperinneren genanntBei Husten mit blutigem Auswurf aufgeführtBei weißem Ausfluss vor der Regel beschriebenBei Kolik in der Lebergegend verzeichnet

Abgrenzung

Trillium pendulum steht bei hellroten, reichlichen Blutungen mit dem Gefühl, als fielen die Hüften auseinander, und Besserung durch festes Binden. Sabina zeigt Blutungen mit Schmerz vom Kreuz zur Schambeinfuge und Verschlimmerung durch Wärme. Ustilago maydis hat dunkle, klumpige Blutungen mit Wallungen. China officinalis kommt nach dem Blutverlust in Betracht, mit Schwäche, Ohrensausen und Berührungsempfindlichkeit. Für Thlaspi bursa pastoris sprechen die leichte Neigung zu blauen Flecken, die stark blutenden kleinen Wunden und die Schwäche zwischen den Schulterblättern.

Verwandte Mittel

Trillium pendulumSabinaUstilago maydisChina officinalisMillefoliumPhosphorus

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.