Thiosinaminum, auch Rhodallin genannt, ist ein Abkömmling des Senföls und gehört zu den Mitteln, die in der Literatur mit Narbengewebe in Verbindung gebracht werden. Die Repertorien führen es an erster Stelle bei Keloiden, daneben bei Narben, Verwachsungen und Verengungen von Harnröhre und Mastdarm. Es ist ein Mittel ohne ausgearbeitetes Gemüts- und Konstitutionsbild, das über den Gewebebefund bestimmt wird.
Konstitution
Gemütsbild
Kein eigenständiges Gemütsbild überliefertBelastung durch entstellende NarbenVerschreibung erfolgt nach dem Gewebebefund
Für Thiosinaminum sind keine Gemütsrubriken verzeichnet. Das Mittel kam Ende des neunzehnten Jahrhunderts in Gebrauch, weil man dem Stoff eine erweichende Wirkung auf derbes Narbengewebe zuschrieb; die Beobachtungen wurden am Gewebe gemacht, nicht am Menschen als Ganzem. Was in Fallberichten mitschwingt, ist die seelische Belastung durch entstellende Narben und Keloide, besonders im Gesicht. Ein Charakterbild im Sinne der geprüften Konstitutionsmittel ist daraus nicht geworden. Wer das Mittel erwägt, geht vom Befund aus und wählt bei ausgeprägten Gemütssymptomen ein anderes Mittel.
Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- In der Literatur nicht näher beschrieben
- Zug und Spannung am Narbengewebe
- In der Literatur nicht näher beschrieben
- Wärme und geschmeidig haltende Bewegung
Verlangen und Abneigungen
- Keine charakteristischen Speiseverlangen überliefert
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
Keloide und überschießende NarbenbildungAlte, verhärtete NarbenNarbenbedingte Verengungen von Harnröhre und MastdarmVerwachsungen nach EntzündungenDrüsenschwellungenOhrgeräusche
Abgrenzung
Graphites ist das große klassische Narbenmittel mit harten, derben Narben und der kennzeichnenden zähen, honigartigen Hautabsonderung sowie einem ausgeprägten Gemüts- und Konstitutionsbild. Silicea wird bei Narben genannt, die nicht zur Ruhe kommen, eitern oder Fremdkörper ausstoßen, und hat die charakteristische Frostigkeit und Fußschweiße. Calcium fluoratum steht für steinharte Verhärtungen in Drüsen und Bändern. Thiosinaminum bleibt daneben ein schmales, rein auf das Gewebe bezogenes Mittel ohne Konstitutionsbild.
Verwandte Mittel
GraphitesSiliceaCalcium fluoratumFluoricum acidumSulphur
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.