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Materia medica · Nr. 3337

Thiosinaminum

Thiosin.

Auch: Thios.

In 16 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Thiosinaminum, auch Rhodallin genannt, ist ein Abkömmling des Senföls und gehört zu den Mitteln, die in der Literatur mit Narbengewebe in Verbindung gebracht werden. Die Repertorien führen es an erster Stelle bei Keloiden, daneben bei Narben, Verwachsungen und Verengungen von Harnröhre und Mastdarm. Es ist ein Mittel ohne ausgearbeitetes Gemüts- und Konstitutionsbild, das über den Gewebebefund bestimmt wird.

Konstitution

KörperbauEin kennzeichnender Körperbau ist nicht überliefert. Beschrieben wird eine Neigung des Gewebes zu überschießender Narbenbildung, unabhängig vom übrigen Erscheinungsbild.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Temperament liegt in der Literatur nichts Belastbares vor. Thiosinaminum ist ein Gewebemittel und wird nicht nach Charakterzügen verordnet.

Gemütsbild

Kein eigenständiges Gemütsbild überliefertBelastung durch entstellende NarbenVerschreibung erfolgt nach dem Gewebebefund

Für Thiosinaminum sind keine Gemütsrubriken verzeichnet. Das Mittel kam Ende des neunzehnten Jahrhunderts in Gebrauch, weil man dem Stoff eine erweichende Wirkung auf derbes Narbengewebe zuschrieb; die Beobachtungen wurden am Gewebe gemacht, nicht am Menschen als Ganzem. Was in Fallberichten mitschwingt, ist die seelische Belastung durch entstellende Narben und Keloide, besonders im Gesicht. Ein Charakterbild im Sinne der geprüften Konstitutionsmittel ist daraus nicht geworden. Wer das Mittel erwägt, geht vom Befund aus und wählt bei ausgeprägten Gemütssymptomen ein anderes Mittel.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Keloide, wulstige überschießende Narben; in den Repertorien die am höchsten bewertete Angabe des Mittels
Alte, derbe, verhärtete Narben und Narbenstränge
Verengung der Harnröhre und des Mastdarms, klassisch narbenbedingten Strikturen zugeordnet
Verwachsungen und Verklebungen nach Entzündungen oder Eingriffen
Schwellung der Lymphdrüsen
Ohrgeräusche; ferner Einträge zu Lupus und zu Geschwulstbildung im Brustbereich
Verschlechterung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
  • Zug und Spannung am Narbengewebe
Verbesserung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
  • Wärme und geschmeidig haltende Bewegung

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Speiseverlangen überliefert
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Keloide und überschießende NarbenbildungAlte, verhärtete NarbenNarbenbedingte Verengungen von Harnröhre und MastdarmVerwachsungen nach EntzündungenDrüsenschwellungenOhrgeräusche

Abgrenzung

Graphites ist das große klassische Narbenmittel mit harten, derben Narben und der kennzeichnenden zähen, honigartigen Hautabsonderung sowie einem ausgeprägten Gemüts- und Konstitutionsbild. Silicea wird bei Narben genannt, die nicht zur Ruhe kommen, eitern oder Fremdkörper ausstoßen, und hat die charakteristische Frostigkeit und Fußschweiße. Calcium fluoratum steht für steinharte Verhärtungen in Drüsen und Bändern. Thiosinaminum bleibt daneben ein schmales, rein auf das Gewebe bezogenes Mittel ohne Konstitutionsbild.

Verwandte Mittel

GraphitesSiliceaCalcium fluoratumFluoricum acidumSulphur

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.