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Materia medica · Nr. 3282

Tarentula cubensis

Tarent-c.

In 78 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Tarentula cubensis, die kubanische Tarantel, ist in der Materia medica das Mittel der brennenden Eiterungen. Nahezu alle höher graduierten Rubriken kreisen um dasselbe Thema: Abszesse, Karbunkel und Panaritien mit heftigem Brennen, bösartig aussehende Pusteln, geschwollene Leistendrüsen und septisches Fieber. Kennzeichnend ist die Schmerzqualität — ein Brennen wie Feuer in der entzündeten Stelle, das den Betroffenen nicht zur Ruhe kommen lässt.

Konstitution

KörperbauKein eigenes Konstitutionsbild überliefert. Das Mittel wird nach dem örtlichen Befund und dem Allgemeinzustand gewählt, nicht nach dem Körperbau.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie einzige Gemütsrubrik nennt Mangel an Ehrgeiz und Antrieb — ein Zug, der zu dem schweren, septischen Allgemeinzustand passt. Ein eigenständiges Wesensbild ist in der Literatur nicht ausgearbeitet.

Gemütsbild

Mangel an Antrieb und EhrgeizErschöpfung und Hinfälligkeit bei septischen ZuständenKein eigenständiges Gemütsbild überliefert

Zum Gemüt liegt nur ein einziger, niedrig graduierter Eintrag vor: Mangel an Ehrgeiz. Er beschreibt die Antriebslosigkeit, die schwere Eiterungs- und Fieberzustände begleitet, und sollte nicht als eigenständiger Wesenszug überdehnt werden. Die klassische Literatur schildert Tarentula cubensis vorwiegend als Mittel schwerer örtlicher Entzündungen mit allgemeiner Hinfälligkeit; das Erleben ist von dem brennenden Schmerz beherrscht, der das Denken und den Schlaf beansprucht. Die im Klinischen verzeichnete Rubrik zur Chorea deutet auf eine Beziehung zu unruhigen Bewegungen hin, wie sie bei mehreren Spinnenmitteln beschrieben wird, ist hier aber nur schwach belegt.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken keine Ängste verzeichnet, In der klassischen Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Abszesse mit heftigem Brennen, in den Rubriken durchgehend mit hohem Grad geführt
Karbunkel und bösartige Pusteln der Haut, ebenfalls mit Brennen
Panaritium und Nagelbettentzündung, mit brennendem, bösartigem Charakter
Geschwollene Leistendrüsen, Bubonen mit Brennen, teils eiternd
Septisches Fieber, Wundrose, in einzelnen Rubriken auch kalter Brand
Nässende Ausschläge an den Beinen, mit dem Gefühl, es rinne Wasser heraus
Verschlechterung
  • Fortschreitende Eiterung, mit zunehmendem Brennen
  • Berührung und Druck auf die entzündete Stelle
  • In den vorliegenden Rubriken sind keine weiteren Verschlechterungen verzeichnet
Verbesserung
  • In den vorliegenden Rubriken keine Besserungsmodalitäten verzeichnet
  • Die klassische Literatur beschreibt Besserung durch Rauchen, dies ist in den vorliegenden Rubriken jedoch nicht belegt

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken kein Verlangen verzeichnet
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken keine Abneigung verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Abszesse und Karbunkel mit brennendem Schmerz, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtPanaritium und NagelbettentzündungenSchmerzhafte Schwellung der LeistendrüsenSeptische FieberzuständeWundrose und bösartig aussehende PustelnBrennende Entzündung der Brustdrüse

Abgrenzung

Tarentula hispanica, die spanische Verwandte, zeigt ein ganz anderes Bild: rastlose Bewegung, Empfindlichkeit gegen Musik und ein ausgeprägtes Gemütsbild, während Tarentula cubensis nahezu ausschließlich als Eiterungsmittel geführt wird. Anthracinum steht ebenfalls für Karbunkel mit brennendem Schmerz und übler Zersetzung. Arsenicum album teilt das Brennen, bessert es aber durch Wärme und bringt Angst und Unruhe mit. Lachesis wird bläulich-livider Verfärbung und Zersetzung zugeordnet, mit Verschlechterung durch Berührung am Hals.

Verwandte Mittel

AnthracinumArsenicum albumLachesis mutaHepar sulphuris calcareumTarentula hispanicaSilicea

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.