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Materia medica · Nr. 3283

Tarentula hispanica

Tarent.

In 3.260 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Tarentula hispanica, aus der spanischen Wolfsspinne bereitet, ist in der Materia medica das Mittel der ruhelosen Bewegung. Beschrieben wird ein Mensch, der nicht stillsitzen kann, dessen Glieder zucken und der auf Musik unmittelbar reagiert: Musik und Rhythmus bessern das Befinden, während Beobachtetwerden und Widerspruch die Unruhe steigern. Dazu gehören brennende Furunkel und ein ausgeprägter Bezug zu den Eierstöcken.

Konstitution

KörperbauKein festgelegter Körperbau; das Mittel wird nach der Ruhelosigkeit, den zuckenden Bewegungen und der Reaktion auf Musik bestimmt.
Thermalitätwarmblütig
TemperamentDie Rubriken heben Ruhelosigkeit, körperliche Reizbarkeit und einen rasenden Erregungszustand hervor, dazu die Besserung durch Musik. Beschrieben wird eine getriebene, sprunghafte und schnell aufbrausende Verfassung, die sich in ständiger Bewegung Luft macht.

Gemütsbild

Ruhelosigkeit, ständiger BewegungsdrangBesserung durch Musik und RhythmusHeftige, plötzlich aufflammende ErregungÜbermäßige körperliche Reizbarkeit

Im Mittelpunkt steht eine Unruhe, die den ganzen Menschen erfasst: Die Repertorien führen Ruhelosigkeit sowohl unter Gemüt als auch unter den allgemeinen Erscheinungen im höchsten Grad auf, dazu einen rasenden, deliranten Erregungszustand. Kennzeichnend und in dieser Form kaum bei einem anderen Mittel beschrieben ist die Besserung durch Musik: Klang und Rhythmus ordnen die überschießende Bewegung und beruhigen. Die klassische Literatur schildert außerdem eine gewisse Verstellung und plötzliche Stimmungswechsel, bei denen heftiger Zorn ebenso rasch abklingt, wie er gekommen ist. Die Erregung ist dabei stärker körperlich als grüblerisch, was die Rubrik der übermäßigen körperlichen Reizbarkeit unterstreicht.

Ängste: Innere Getriebenheit, die zum Umherbewegen zwingt, Erregung und Angst bei nachlassender Reaktionsfähigkeit des Organismus

Leitsymptome

Zuckungen, Rucke und krampfartige Bewegungen der Glieder, besonders der Beine; in den Repertorien auch bei Veitstanz (Chorea) aufgeführt
Unruhe der unteren Gliedmaßen mit Kribbeln, Ameisenlaufen, Taubheitsgefühl und Jucken; Bewegung bessert
Rollende Bewegungen des Kopfes und Furunkel oder Karbunkel mit brennendem Schmerz; Verschlimmerung beim Erwachen aus dem Schlaf
Beschwerden der Eierstöcke, begleitet von Atembeschwerden und Herzbeklemmung; Harnverhaltung und schmerzhafter Blasendrang während der Menses
Große Schwäche und Erschöpfung bei gleichzeitig fehlender Reaktion des Organismus auf sonst passende Mittel
Verlangen, Sand oder Unverdauliches zu essen, in den Repertorien ausdrücklich verzeichnet
Verschlechterung
  • Beim Erwachen und nach dem Schlaf
  • Abends und nachts
  • Beobachtetwerden, Aufmerksamkeit anderer
  • Berührung
  • Ruhe und Stillsitzen
Verbesserung
  • Musik und Rhythmus
  • Bewegung, Tanzen, Gehen
  • Reiben der betroffenen Stellen
  • Frische Luft

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach Sand und Unverdaulichem
  • In der Literatur außerdem Verlangen nach rohen Speisen beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei ruhelosen Zuständen mit ständigem Bewegungsdrang aufgeführtKlassisch zugeordnet zu zuckenden und krampfartigen Bewegungsstörungen einschließlich VeitstanzBei Furunkeln und Karbunkeln mit brennendem Schmerz genanntBei Beschwerden der Eierstöcke verzeichnetBei fehlender Reaktion des Organismus in der Literatur als Zwischenmittel beschriebenBei Unruhe der Beine mit Kribbeln und Taubheit aufgeführt

Abgrenzung

Von Agaricus, das ebenfalls Zuckungen und Kribbeln zeigt, unterscheidet Tarentula die Besserung durch Musik und die überschießende, geradezu getriebene Bewegungslust. Arsenicum album teilt die Ruhelosigkeit, dort steht jedoch Angst mit Brennen und Wärmebedürfnis im Vordergrund, während bei Tarentula die körperliche Erregung überwiegt. Lachesis ähnelt in Redefluss und Sprunghaftigkeit, ohne die charakteristischen Zuckungen und die Reaktion auf Musik. Anthracinum und Lachesis werden bei Karbunkeln verglichen; für Tarentula spricht dort das heftige Brennen zusammen mit der allgemeinen Unruhe.

Verwandte Mittel

Agaricus muscariusArsenicum albumLachesisAnthracinumCuprum metallicum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.