Tarantula, zubereitet aus der spanischen Tarantel, ist in der Materia medica das Mittel der äußersten Getriebenheit. Beschrieben werden Menschen, die keine Ruhe finden: Hände und Beine sind ständig in Bewegung, alles muss schnell gehen, jede Verzögerung ist unerträglich. Kennzeichnend ist der Bezug zur Musik, die einerseits ausgesprochen empfindlich macht und andererseits die innere Anspannung löst, sowie der Widerwille, angefasst oder angesprochen zu werden.
Konstitution
Gemütsbild
Eile in allen Bewegungen und beim GehenRuhelosigkeit, nervös und ängstlich getriebenEmpfindlichkeit gegen Musik, die zugleich Erleichterung bringtWiderwille, angefasst oder angesprochen zu werdenEigensinn und Streitsucht bei zugleich fleißiger BetriebsamkeitRascher Wechsel zwischen Heiterkeit und Entmutigung
Das Gemütsbild ist bei Tarantula ausgesprochen breit und in hohen Graden ausgewiesen. Im Zentrum steht die Eile: sie ist für die Bewegungen, für das Gehen und als allgemeiner Zug jeweils im höchsten Grad verzeichnet. Damit verbunden ist eine ängstlich-nervöse Ruhelosigkeit, die sich körperlich in unruhigen Händen, Armen, Füßen und Beinen fortsetzt. Der Umgang mit anderen ist widersprüchlich: Der Kranke ist fleißig, verlangt nach geistiger Beschäftigung und sucht Betätigung, weist zugleich aber jede Berührung und jede Ansprache zurück, antwortet kurz und schroff und ist streitsüchtig und eigensinnig. Auffällig ist die Rolle der Musik: Die Empfindlichkeit gegen Musik ist im höchsten Grad verzeichnet, ebenso jedoch die Besserung hysterischer Zustände durch Musik. Die Stimmung schlägt rasch um, Heiterkeit und Entmutigung wechseln, Gesten und ausfahrende Bewegungen begleiten die Rede. In schweren Fällen führen die Repertorien Zustände geistiger Umnachtung auf. Die Angst wird körperlich empfunden, ausdrücklich im Magen und im Bauch.
Ängste: Ängstliche Ruhelosigkeit ohne fassbaren Anlass, Angst, die im Magen und im Bauch empfunden wird, Unbehagen bei Berührung und Ansprache
Leitsymptome
- Berührung und Ansprache
- Musik, im Sinne der verzeichneten Überempfindlichkeit
- Bewegung, bei der Atemnot
- Nach dem Essen und nach dem Zubettgehen, das Erbrechen
- Beim Erwachen, der Kopfschmerz
- Bewegung, in den Modalitätenrubriken im höchsten Grad als Besserung verzeichnet
- Musik, bei den hysterischen Zuständen
- Abgang von Winden, bei den Bauchschmerzen
- Beschäftigung, besonders geistige Arbeit
Verlangen und Abneigungen
- Verlangen nach geistiger Arbeit und Beschäftigung
- Brennender Durst
- Weigert sich zu essen
- Abneigung dagegen, angefasst oder angesprochen zu werden
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei ausgeprägter körperlicher Ruhelosigkeit, besonders der Beine, im höchsten Grad aufgeführtBei unwillkürlichen zuckenden Bewegungen (Chorea) im höchsten Grad verzeichnetKlassisch zugeordnet zu hysterischen Zuständen mit Besserung durch MusikBei Jucken und Ameisenlaufen der Haut im höchsten Grad genanntBei Beklemmung und Schmerzen in der Herzgegend aufgeführtBei Harnverhaltung infolge Blasenlähmung verzeichnet
Abgrenzung
Agaricus teilt die zuckenden Bewegungen und das Kribbeln der Haut, ist aber ausgeprägt kälteempfindlich und zeigt die Besserung im Schlaf. Mygale und Tarentula cubensis stehen den Spinnenmitteln nahe; Tarentula cubensis vor allem bei bläulich verfärbten, brennend schmerzhaften Eiterungen. Lachesis teilt die Geschwätzigkeit und die Empfindlichkeit gegen Berührung am Hals, mit Verschlimmerung nach dem Schlaf. Arsenicum album teilt die ängstliche Unruhe, ist jedoch frostig, ordnungsbedacht und bessert sich durch Wärme. Für Tarantula spricht das Zusammentreffen von Eile, körperlicher Ruhelosigkeit, Reaktion auf Musik und dem Widerwillen gegen Berührung.
Verwandte Mittel
Agaricus muscariusMygale lasiodoraLachesisArsenicum albumCuprum metallicumZincum metallicum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.