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Materia medica · Nr. 295

Tanninum

Tann.

In 1 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Tanninum ist die homöopathische Zubereitung der Gerbsäure (Acidum tannicum), die vor allem aus Galläpfeln der Eiche gewonnen wird. In der Materia medica ist das Mittel nur knapp dargestellt; im Vordergrund steht die zusammenziehende, austrocknende Wirkung der Substanz auf Schleimhäute und Gefäße. In OpenHomeopath liegt lediglich eine einzige Rubrik vor, sodass sich aus dem Repertorium kein ausgeformtes Arzneimittelbild ableiten lässt.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp wird in der Literatur nicht beschrieben; Tanninum gilt als kleines, überwiegend organbezogenes Mittel.
Thermalitätin der Literatur nicht näher beschrieben
TemperamentZum Temperament liegen keine belastbaren Angaben vor. Die klassischen Autoren führen Tanninum ohne charakteristische Gemütsbeschreibung. Eine Zuordnung nach Temperament wäre an dieser Stelle Spekulation.

Gemütsbild

keine charakteristischen Gemütssymptome überliefertMittel wird vorrangig über körperliche Zeichen beschriebenPrüfungsdaten zum Gemüt sehr spärlich

Zum Gemütsbereich enthält die verfügbare Materia medica praktisch keine Angaben. Die vorliegende Repertoriumsrubrik betrifft ausschließlich einen Brustschmerz und lässt keine Rückschlüsse auf das seelische Bild zu. Ältere Quellen wie Boericke und Clarke beschreiben Tanninum beziehungsweise Acidum tannicum als überwiegend lokal wirkendes Mittel. Eine Gemütsschilderung wird deshalb hier bewusst nicht ergänzt.

Ängste: in der Literatur nicht näher beschrieben, keine charakteristischen Ängste überliefert

Leitsymptome

Schmerz im unteren Brustkorbteil, in der einzigen vorliegenden Rubrik mit deutlichem Grad geführt
Zusammenziehendes, austrocknendes Gefühl an Schleimhäuten, wie es der Grundsubstanz Gerbsäure zugeschrieben wird
Trägheit des Stuhls mit Neigung zu harter, verzögerter Entleerung, klassisch der adstringierenden Wirkung zugeordnet
Neigung zu Blutungen aus kleinen Gefäßen, in älteren Quellen im Zusammenhang mit Hämorrhoidalbeschwerden erwähnt
Verschlechterung
  • in der Literatur nicht näher beschrieben
  • keine gesicherten Verschlechterungsmodalitäten in den vorliegenden Daten
Verbesserung
  • in der Literatur nicht näher beschrieben
  • keine gesicherten Verbesserungsmodalitäten in den vorliegenden Daten

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • keine charakteristischen Verlangen überliefert
Abneigung
  • keine charakteristischen Abneigungen überliefert

In Repertorien häufig zugeordnet

Schmerzzustände im unteren Brustkorbbereich, entsprechend der einzigen vorliegenden RubrikBeschwerden des Mastdarms und Hämorrhoidalbeschwerden, in älteren Materiae medicae zu Acidum tannicum aufgeführtTrockenheit und Reizzustände von Schleimhäuten, klassisch der Gerbsäure zugeordnet

Abgrenzung

Von den großen Blutungsmitteln wie Hamamelis oder Millefolium unterscheidet sich Tanninum durch die sehr schmale Datenlage: es liegt kein durchgeprüftes Gesamtbild vor, sondern eine überwiegend stoffbezogene Beschreibung. Gegenüber Acidum nitricum und Aesculus, die ebenfalls bei Mastdarmbeschwerden genannt werden, fehlen bei Tanninum die charakteristischen Gemüts- und Allgemeinsymptome. Eine Verordnung nach Ähnlichkeitsregel stützt sich hier auf wenige lokale Zeichen.

Verwandte Mittel

Acidum nitricumHamamelisAesculus hippocastanumQuercus

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.