Tanacetum vulgare, der Rainfarn, ist ein altes Wurmmittel der Volksheilkunde, das in der Homöopathie vor allem bei Kindern mit Wurmbeschwerden und begleitenden Krampfzuständen aufgeführt wird. Das Repertorium führt schwarze, dunkle Stühle als höchstbewertetes Zeichen, dazu Chorea, Zuckungen und Krämpfe, die klassisch mit Wurmreiz in Verbindung gebracht werden. Eine eigentümliche Empfindung von rieselnden Tropfen und ausgeprägtes Gähnen mit nachfolgenden Beschwerden ergänzen das Bild.
Konstitution
Gemütsbild
Nervöse Übererregbarkeit mit GeräuschempfindlichkeitAlbernes, läppisches Verhalten und ScherzenAufschreien und zusammenhanglose Rede in ErregungszuständenFurcht, den Verstand zu verlierenBewusstlosigkeit, die sich nach Erbrechen bessert
Das Gemütsbild von Tanacetum ist knapp verzeichnet und liegt ganz im Bereich der nervösen Reizbarkeit. Auffällig ist der Wechsel zwischen läppischer Ausgelassenheit mit unpassenden Scherzen und stöhnender, klagender Erschöpfung. Empfindlichkeit gegen Geräusche wird eigens genannt und passt zu dem allgemein übererregten Nervensystem, das auch die Zuckungen und Krämpfe trägt. Als Wahnidee führt das Repertorium die Vorstellung, den Verstand zu verlieren oder geisteskrank zu werden. In den schweren, älteren Vergiftungsbildern finden sich Schreien, unzusammenhängendes Sprechen und Bewusstlosigkeit; bemerkenswert ist die Angabe, dass die Bewusstlosigkeit sich durch Erbrechen bessert. Die Literatur beschreibt das Mittel überwiegend körperlich, das Gemüt bleibt Beiwerk.
Ängste: Furcht, geisteskrank zu werden, Schreckhaftigkeit bei Geräuschen, Als eigentümliche Angabe die Wasserscheu (Hydrophobie) in Erregungszuständen
Leitsymptome
- Nachmittags
- Während der Krampfanfälle, mit erschwerter oder aussetzender Atmung
- Erbrechen bessert die Benommenheit
- Ruhe; zu weiteren Besserungen liegen keine belastbaren Angaben vor
Verlangen und Abneigungen
- In der Literatur nicht näher beschrieben
- In der Literatur nicht näher beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
Wurmbeschwerden bei Kindern, in Repertorien mit begleitenden Krämpfen aufgeführtChoreatische BewegungsunruheKrampfanfälle im Zusammenhang mit WurmreizKopfschmerzen in Stirn und SchläfenMenstruationsbeschwerden, Ausbleiben und schmerzhafte RegelAuffällig dunkle, schwärzliche Stühle
Abgrenzung
Cina ist das weit bekanntere Wurmmittel und zeigt das mürrische, nicht zu beruhigende Kind mit Nasenbohren und Heißhunger; Tanacetum tritt daneben als kleineres Mittel mit Chorea und schwarzem Stuhl auf. Spigelia und Santoninum werden ebenfalls dem Wurmbild zugeordnet, Spigelia mit ausgeprägten Nerven- und Herzschmerzen. Bei choreatischer Unruhe ohne Wurmbezug ist an Agaricus oder Mygale zu denken, die dort weit ausführlicher geprüft sind.
Verwandte Mittel
CinaSpigeliaChamomillaAgaricus muscariusSantoninum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.