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Materia medica · Nr. 3276

Tanacetum vulgare

Tanac.

In 125 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Tanacetum vulgare, der Rainfarn, ist ein altes Wurmmittel der Volksheilkunde, das in der Homöopathie vor allem bei Kindern mit Wurmbeschwerden und begleitenden Krampfzuständen aufgeführt wird. Das Repertorium führt schwarze, dunkle Stühle als höchstbewertetes Zeichen, dazu Chorea, Zuckungen und Krämpfe, die klassisch mit Wurmreiz in Verbindung gebracht werden. Eine eigentümliche Empfindung von rieselnden Tropfen und ausgeprägtes Gähnen mit nachfolgenden Beschwerden ergänzen das Bild.

Konstitution

KörperbauEin eigenes Konstitutionsbild ist für Tanacetum nicht überliefert. Beschrieben werden vorrangig Kinder und junge Menschen mit nervöser Übererregbarkeit, Blässe und wechselndem Appetit, wie sie die ältere Literatur dem Wurmbild zuordnet.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDie vorliegenden Angaben zeichnen eine reizbare, nervlich überspannte Verfassung. Geräuschempfindlichkeit steht neben albernem, ausgelassenem Verhalten und Scherzen ins Läppische. In schweren Zuständen beschreibt die Literatur Stöhnen, Aufschreien und zusammenhanglose Rede. Ein durchgezeichnetes Temperamentsbild wie bei den großen Polychresten liegt nicht vor.

Gemütsbild

Nervöse Übererregbarkeit mit GeräuschempfindlichkeitAlbernes, läppisches Verhalten und ScherzenAufschreien und zusammenhanglose Rede in ErregungszuständenFurcht, den Verstand zu verlierenBewusstlosigkeit, die sich nach Erbrechen bessert

Das Gemütsbild von Tanacetum ist knapp verzeichnet und liegt ganz im Bereich der nervösen Reizbarkeit. Auffällig ist der Wechsel zwischen läppischer Ausgelassenheit mit unpassenden Scherzen und stöhnender, klagender Erschöpfung. Empfindlichkeit gegen Geräusche wird eigens genannt und passt zu dem allgemein übererregten Nervensystem, das auch die Zuckungen und Krämpfe trägt. Als Wahnidee führt das Repertorium die Vorstellung, den Verstand zu verlieren oder geisteskrank zu werden. In den schweren, älteren Vergiftungsbildern finden sich Schreien, unzusammenhängendes Sprechen und Bewusstlosigkeit; bemerkenswert ist die Angabe, dass die Bewusstlosigkeit sich durch Erbrechen bessert. Die Literatur beschreibt das Mittel überwiegend körperlich, das Gemüt bleibt Beiwerk.

Ängste: Furcht, geisteskrank zu werden, Schreckhaftigkeit bei Geräuschen, Als eigentümliche Angabe die Wasserscheu (Hydrophobie) in Erregungszuständen

Leitsymptome

Schwärzliche, dunkle Stühle - die höchstbewertete Angabe des Mittels
Wurmbeschwerden bei Kindern, klassisch mit Krämpfen einhergehend
Chorea und Zuckungen; Krämpfe mit oder ohne erhaltenes Bewusstsein
Eigentümliche Empfindung eines Rieselns, wie von herablaufenden Tropfen
Ausgeprägtes, häufiges Gähnen, dem weitere Beschwerden folgen
Drückender Kopfschmerz in Stirn und Schläfen mit Völlegefühl; Zurückwerfen des Kopfes
Verschlechterung
  • Nachmittags
  • Während der Krampfanfälle, mit erschwerter oder aussetzender Atmung
Verbesserung
  • Erbrechen bessert die Benommenheit
  • Ruhe; zu weiteren Besserungen liegen keine belastbaren Angaben vor

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Wurmbeschwerden bei Kindern, in Repertorien mit begleitenden Krämpfen aufgeführtChoreatische BewegungsunruheKrampfanfälle im Zusammenhang mit WurmreizKopfschmerzen in Stirn und SchläfenMenstruationsbeschwerden, Ausbleiben und schmerzhafte RegelAuffällig dunkle, schwärzliche Stühle

Abgrenzung

Cina ist das weit bekanntere Wurmmittel und zeigt das mürrische, nicht zu beruhigende Kind mit Nasenbohren und Heißhunger; Tanacetum tritt daneben als kleineres Mittel mit Chorea und schwarzem Stuhl auf. Spigelia und Santoninum werden ebenfalls dem Wurmbild zugeordnet, Spigelia mit ausgeprägten Nerven- und Herzschmerzen. Bei choreatischer Unruhe ohne Wurmbezug ist an Agaricus oder Mygale zu denken, die dort weit ausführlicher geprüft sind.

Verwandte Mittel

CinaSpigeliaChamomillaAgaricus muscariusSantoninum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.