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Materia medica · Nr. 3269

Tamus communis

Tam.

In 2 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Tamus communis ist die Schmerwurz, eine europäische Kletterpflanze aus der Familie der Yamswurzelgewächse mit dickem, scharfem Wurzelstock. In der Volksmedizin wurde die Wurzel äußerlich auf Prellungen und Frostbeulen gelegt, und genau dort steht das Mittel auch in der homöopathischen Literatur. Der Repertoriumsbestand ist mit zwei Einträgen sehr schmal und nennt im Kapitel Allgemeines allein die Frostbeulen.

Konstitution

KörperbauEin charakteristischer Körperbau ist nicht überliefert; das Mittel wurde nach dem örtlichen Hautbefund und nicht nach einem Konstitutionsbild verordnet.
ThermalitätIn der Literatur nicht näher beschrieben; der überlieferte Anwendungsbereich der Frostbeulen weist mittelbar auf eine Empfindlichkeit gegen Kälte und Nässe hin.
TemperamentZum Temperament liegen keine belastbaren Angaben vor. Tamus communis gehört zu den kleinen, aus der Volksmedizin übernommenen Mitteln, die ohne ausführliche Arzneimittelprüfung und ohne ausgearbeitetes Gemütsbild überliefert sind.

Gemütsbild

Kein eigenständiges Gemütsbild überliefertIn der Literatur rein körperbezogen geführtZuordnung über den örtlichen Hautbefund

Im Repertorium sind zu Tamus communis keine Gemütsrubriken besetzt; der Bestand liegt vollständig im Kapitel Allgemeines. Die Literatur beschreibt die Pflanze als örtliches Mittel bei Frostbeulen und stumpfen Verletzungen, ohne ein seelisches Bild zu zeichnen. Damit steht Tamus communis in einer Reihe mit anderen alten Wund- und Verletzungsmitteln, die über den Befund und nicht über das Erleben charakterisiert sind.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Frostbeulen an Fingern, Zehen und Ohren - die einzige Angabe, unter der das Mittel im Repertorium geführt wird
Juckende, brennende und geschwollene Hautstellen nach Kälteeinwirkung, wie sie die Literatur beim Frostbeulenbild beschreibt
Prellungen und stumpfe Verletzungen, für die die Wurzel in der Volksmedizin äußerlich verwendet wurde
Bläuliche Verfärbung und Spannungsgefühl der betroffenen Hautstellen als beschriebene Begleiterscheinung
Verschlechterung
  • Kälte und Nässe, mittelbar aus dem überlieferten Frostbeulenbild abgeleitet
  • Weitere gesicherte Modalitäten sind nicht überliefert
Verbesserung
  • Keine gesicherten Modalitäten überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine Angaben zu Speiseverlangen überliefert
Abneigung
  • Keine Angaben zu Speiseabneigungen überliefert

In Repertorien häufig zugeordnet

Frostbeulen als einzige Zuordnung im RepertoriumJuckende, geschwollene Hautstellen nach KältePrellungen und stumpfe Verletzungen

Abgrenzung

Bei Frostbeulen sind Agaricus muscarius, Petroleum, Pulsatilla pratensis, Nitricum acidum und Abrotanum die weit besser belegten Mittel; Agaricus muscarius zeigt das Brennen und Jucken wie von Frost, Petroleum die aufspringende, rissige Haut in der kalten Jahreszeit. Bei Prellungen steht Arnica montana klar an erster Stelle. Tamus communis bleibt demgegenüber ein Mittel mit sehr schmalem Bestand und ohne eigene Modalitäten. Die frische Pflanze ist scharf und hautreizend und keine Substanz für den Selbstversuch.

Verwandte Mittel

Agaricus muscariusPetroleumArnica montanaPulsatilla pratensisAbrotanum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.