Syphilinum, auch Luesinum genannt, ist eine Nosode und gehört zu den großen Miasma-Mitteln der klassischen Homöopathie. Kennzeichnend ist die strenge Zeitmodalität: Beschwerden beginnen mit Sonnenuntergang, quälen die ganze Nacht und lassen mit Sonnenaufgang nach. Beschrieben werden nächtliche Knochenschmerzen, schlecht heilende Geschwüre, eine mangelnde Reaktion des Organismus und ein zerstörerischer, sich selbst verurteilender Zug im Gemüt.
Konstitution
Gemütsbild
Verschlechterung durch Trost und freundliche ZuwendungReizbarkeit, besonders während der KopfschmerzenVerzweiflung und Hoffnungslosigkeit, nachts am stärkstenZwanghafte Wiederholungen, in der Literatur besonders das wiederholte Waschen der HändeGefühl der inneren Zerstörung und der mangelnden Erholung
Das Gemütsbild von Syphilinum wird in der Materia medica als schwer und dunkel beschrieben. Ausdrücklich in den Rubriken verzeichnet ist die Verschlechterung durch Trost sowie eine Reizbarkeit, die während der Kopfschmerzen zunimmt. Die klassische Literatur schildert darüber hinaus eine nächtliche Verzweiflung mit Furcht vor der Nacht, ein Gefühl beginnenden geistigen Verfalls und die Furcht, den Verstand zu verlieren. Charakteristisch ist ferner ein zwanghafter Zug, der sich in wiederholtem Waschen äußert. Die Betroffenen erleben sich als jemand, dem die Erholung nicht gelingt: Kräfte und Gedächtnis kehren nach Belastungen nur unvollständig zurück. Der Zustand bessert sich typischerweise erst mit dem Tageslicht.
Ängste: Furcht vor der Nacht und vor dem Alleinsein in der Nacht, Furcht, den Verstand zu verlieren, Furcht vor Ansteckung und vor Schmutz
Leitsymptome
- Nachts, von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang
- Bettwärme, hinsichtlich der Gliederschmerzen
- Geräusche
- Sonne und Hitze
- Während der Schwangerschaft
- Trost und Zuspruch
- Tagesanbruch und Tageslicht
- Bewegung im Freien
- Kühle bei den Knochenschmerzen
Verlangen und Abneigungen
- In den vorliegenden Rubriken nur allgemein als Verlangen ausgewiesen; die Literatur nennt alkoholische Getränke
- Fleisch
- Fehlender Appetit bis zur Appetitlosigkeit
In Repertorien häufig zugeordnet
In Repertorien bei nächtlichen Knochenschmerzen mit Verschlimmerung von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang aufgeführtKlassisch zugeordnet zu schlecht heilenden Geschwüren und wiederkehrenden AbszessenBei mangelnder Reaktion des Organismus als Zwischenmittel in der Literatur beschriebenBei chronischen Hautausschlägen mit Geschwürsbildung genanntBei nächtlichen Kopfschmerzen im Hinterkopf verzeichnetBei zwanghaftem Waschen in der Materia medica aufgeführt
Abgrenzung
Mercurius solubilis teilt die nächtliche Verschlimmerung, die Geschwüre und die Knochenschmerzen, zeigt jedoch den kennzeichnenden Speichelfluss, den üblen Mundgeruch und die Empfindlichkeit gegen jeden Temperaturwechsel. Aurum metallicum überschneidet sich bei nächtlichen Knochenschmerzen und tiefer Schwermut, ist aber vom Thema der Ehre und der Selbstverurteilung her bestimmt. Kalium iodatum steht ebenfalls bei nächtlichen Knochenschmerzen mit Besserung im Freien. Für Syphilinum spricht besonders die strenge Zeitgrenze zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang zusammen mit der mangelnden Reaktion des Organismus.
Verwandte Mittel
Mercurius solubilisAurum metallicumKalium iodatumNitricum acidumMedorrhinumTuberculinum
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.