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Materia medica · Nr. 293

Symphytum officinale

Symph.

In 102 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Symphytum officinale, der Beinwell, trägt seinen alten Namen Wallwurz nicht zufällig: er ist in der Homöopathie das Mittel für Knochen und Knochenhaut. Das Repertorium führt Verletzungsfolgen mit dem höchsten Grad, dazu Brüche, die nur langsam zusammenwachsen, und eine ausgeprägte Berührungsempfindlichkeit der Knochen. Ein zweites, sehr charakteristisches Feld sind stumpfe Augenverletzungen - der Schlag mit Faust, Ball oder Kante auf den Augapfel.

Konstitution

KörperbauEin Konstitutionstyp im engeren Sinn ist nicht überliefert. Das Mittel wird nach der Vorgeschichte gewählt: nach Bruch, Schlag, Stoß oder Amputation. Beschrieben werden auch Menschen mit brüchigen Knochen und träger Knochenbildung.
Thermalitätwechselnd
TemperamentEin Temperamentsbild fehlt. Symphytum wird über die Verletzungsvorgeschichte und den Ort der Beschwerden gewählt, nicht über die Gemütslage. Angaben zum Wesen sind in der Literatur nicht überliefert und werden hier nicht ergänzt.

Gemütsbild

Kein Gemütsbild überliefertMittelwahl erfolgt über Verletzungsvorgeschichte und Ort der BeschwerdenBeschrieben werden ausschließlich körperliche Zeichen

Für Symphytum officinale führt das Repertorium keine Gemütsrubriken, und auch die klassische Materia medica beschreibt das Mittel ohne seelisches Bild. Das ist kein Mangel, sondern entspricht seiner Stellung: Symphytum ist ein örtlich und nach der Ursache gewähltes Verletzungsmittel. Maßgeblich sind die Vorgeschichte - ein Bruch, ein Schlag auf das Auge, eine Amputation, eine Prellung der Knochenhaut - und die Beschaffenheit des Schmerzes. Gemütsangaben wären an dieser Stelle Erfindung. Wer ein Verletzungsmittel mit ausgeprägtem seelischem Bild sucht, findet es bei Arnica, Staphisagria oder Natrium sulphuricum, nicht hier.

Ängste: Keine Ängste überliefert, In der Literatur nicht beschrieben

Leitsymptome

Verletzungsfolgen aller Art, besonders wenn Knochen betroffen sind - die höchstbewertete Angabe des Mittels
Knochenbrüche, die nur langsam zusammenwachsen; mangelhafte Kallusbildung; brüchige Knochen
Berührungsempfindlichkeit der Knochen und der Knochenhaut
Folgen stumpfer Schläge auf das Auge, mit Wundheitsschmerz des Augapfels - ein sehr kennzeichnendes Anwendungsfeld
Anhaltende, neuralgische Schmerzen in Amputationsstümpfen
Entzündung der Knochenhaut und des Knochens; Wundheitsschmerz der Brust; Schmerz nach Schusswunden
Verschlechterung
  • Berührung und Druck auf den betroffenen Knochen
  • Nach Verletzung und Erschütterung; in der Schwangerschaft
Verbesserung
  • Ruhe und Schonung des verletzten Teils
  • Bettwärme bessert die schneidenden Bauchschmerzen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Folgen von Knochenverletzungen und BrüchenVerzögerte BruchheilungStumpfe Verletzungen des AugesReizung und Entzündung der KnochenhautSchmerzen in AmputationsstümpfenBrüchige Knochen und Knochenschwund, in Repertorien aufgeführt

Abgrenzung

Arnica montana steht am Anfang jeder Verletzungsbehandlung und deckt Prellung, Bluterguss und Zerschlagenheitsgefühl ab; Symphytum folgt dort, wo der Schmerz im Knochen selbst oder in der Knochenhaut sitzt und die Heilung stockt. Ruta graveolens ist das Mittel der Knochenhaut nach Zerrung und Überlastung, mit ausgeprägter Ruhelosigkeit im betroffenen Glied. Calcarea phosphorica unterstützt klassisch die Knochenbildung bei verzögerter Heilung und wird in der Datenbank ausdrücklich als verwandt genannt. Bellis perennis deckt die tiefen Weichteilverletzungen ab, Symphytum den Knochen.

Verwandte Mittel

Arnica montanaCalcarea phosphoricaRuta graveolensBellis perennisHypericum perforatumSilicea

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.