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Materia medica · Nr. 3262

Symphoricarpus racemosus

Sym-r.

In 5 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Symphoricarpus racemosus, die Schneebeere, ist ein Geißblattgewächs aus Nordamerika mit den bekannten weißen, giftigen Fruchtkugeln. In der Homöopathie ist es ein kleines, aber sehr scharf umrissenes Mittel: Der gesamte Repertoriumsbestand kreist um anhaltende Übelkeit in der Schwangerschaft. Kennzeichnend sind die Verschlechterung durch jede Bewegung und die Besserung im Liegen auf dem Rücken.

Konstitution

KörperbauEin kennzeichnender Körperbau ist nicht überliefert; das Mittel wird nach der Situation und den Modalitäten gewählt, nicht nach der Konstitution.
ThermalitätIn der Literatur nicht näher beschrieben
TemperamentBeschrieben wird weniger ein Charakter als ein Zustand: eine erschöpfte, zermürbte Verfassung, wie sie tagelange Übelkeit mit sich bringt. Betroffene liegen still, weil jede Regung die Übelkeit verstärkt. Reizbarkeit und Mutlosigkeit können hinzutreten, sie sind aber Folge des Zustands und nicht sein Kern.

Gemütsbild

Erschöpfung durch anhaltende ÜbelkeitWunsch nach völliger Ruhe und StilleMutlosigkeit als Folge des langen BeschwerdeverlaufsKein eigenständiges Konstitutionsbild überliefert

Im Repertorium ist zu Symphoricarpus racemosus kein Gemütskapitel besetzt; die Angaben liegen bei Magen und Allgemeines. Die klassische Materia medica beschreibt das Mittel entsprechend als situatives Mittel der Schwangerschaftsübelkeit und nicht als Konstitutionsmittel. Was sich an seelischen Zügen beschreiben lässt, ergibt sich aus dem Zustand selbst: eine Frau, der über Wochen jede Nahrung widersteht, wird still, erschöpft und leicht entmutigt. Sie möchte in Ruhe gelassen werden, weil Bewegung, Geräusch und Zuwendung die Übelkeit steigern. Ein weitergehendes Gemütsbild ist nicht belegt und wird hier nicht ergänzt.

Ängste: Keine typisierte Angstform überliefert, Bedrücktheit angesichts des anhaltenden Zustands

Leitsymptome

Übelkeit in der Schwangerschaft - die höchstbewertete und kennzeichnendste Angabe des Mittels
Anhaltende Übelkeit überhaupt, oft mit Erbrechen und starkem Widerwillen gegen jede Speise
Allgemeine Verschlechterung durch die Schwangerschaft, im Repertorium ausdrücklich geführt
Die Literatur beschreibt Erbrechen, das durch Aufsitzen und Bewegung sofort ausgelöst wird
Beschrieben wird ferner ein hartnäckiger Verlauf über Wochen mit Abmagerung und Kräfteverfall
Verschlechterung
  • Jede Bewegung, Aufsitzen, Aufrichten
  • Geruch und Anblick von Speisen; Fahren und Erschütterung
Verbesserung
  • Liegen auf dem Rücken, ganz still - die kennzeichnende Besserung des Mittels
  • Ruhe, kühle Luft, Vermeiden jeder Erschütterung

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Kein ausgeprägtes Speiseverlangen überliefert
Abneigung
  • Widerwille gegen jede Speise, oft schon beim Gedanken daran
  • Abneigung gegen Speisegerüche

In Repertorien häufig zugeordnet

Anhaltende SchwangerschaftsübelkeitErbrechen in der SchwangerschaftÜbelkeit mit Verschlechterung durch BewegungBeschwerden mit Abneigung gegen jede Nahrung

Abgrenzung

Ipecacuanha teilt die anhaltende Übelkeit, dort jedoch mit sauberer Zunge und ohne Erleichterung durch Erbrechen; die Modalität Liegen auf dem Rücken fehlt. Sepia ist bei Schwangerschaftsübelkeit das breiter angelegte Mittel mit morgendlicher Verschlimmerung, Geruchsempfindlichkeit und dem bekannten Gemütsbild. Colchicum autumnale zeigt ebenfalls heftigen Widerwillen gegen Speisegerüche, jedoch mit Bezug auf gekochte Speisen und mit ausgeprägter Erschöpfung. Symphoricarpus ist demgegenüber schmal, aber durch die Besserung im Rückenliegen bei Verschlechterung durch jede Bewegung besonders klar gekennzeichnet.

Verwandte Mittel

IpecacuanhaSepiaColchicum autumnaleNux vomicaCocculus indicusTabacum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.