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Materia medica · Nr. 291

Sulfur iodatum

Sulf-i.

Auch: Sul-i

In 340 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Sulfur iodatum ist die Verbindung von Schwefel und Jod und verbindet Züge beider Ausgangsstoffe: die hartnäckigen Hautleiden des Schwefels und die Neigung zu Drüsenverhärtung und Abmagerung des Jods. Kennzeichnend sind unreine Haut mit Mitessern und Furunkeln, Verhärtungen nach abgelaufenen Entzündungen und immer wiederkehrende Beschwerden im Rachen. Das Bild ist das eines Menschen, bei dem Entzündungen nicht ausheilen, sondern Rückstände hinterlassen.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden hagere, oft heranwachsende Menschen mit unreiner Haut, geschwollenen oder verhärteten Drüsen und Neigung zu wiederkehrenden Infekten; Wärme wird schlecht vertragen.
Thermalitätwarmblütig
TemperamentEin eigenständiges Gemütsbild ist in den Rubriken nicht besetzt. Die Literatur beschreibt eine unruhige, warmblütige Verfassung, die dem Bild des Schwefels nahesteht, ohne für diese Verbindung eigene seelische Züge auszuweisen.

Gemütsbild

Keine eigenen Gemütsrubriken für diese Verbindung verzeichnetHitzegefühl und innere Unruhe als AllgemeinzeichenZüge des Schwefel- und des Jodbildes werden in der Literatur angenommen

Für Sulfur iodatum liegt kein eigenständiges Gemütsbild vor; die vorhandenen Rubriken führen kein Kapitel Gemüt. Die Literatur beschreibt das Mittel über die Gewebe- und Hautzeichen und stellt es zwischen seine beiden Bestandteile. Von Sulfur her wird eine warmblütige, unruhige, gegen Ordnung gleichgültige Verfassung angenommen, von Jodum her eine rastlose Getriebenheit mit dem Bedürfnis nach Bewegung und kühler Luft. Beides ist für die Verbindung selbst jedoch nicht durch Rubriken belegt, weshalb hier keine weitergehenden Aussagen getroffen werden. Als Allgemeinzeichen ist ausdrücklich das Hitzegefühl verzeichnet.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Akne mit Mitessern im Gesicht, in den Rubriken im höchsten Grad verzeichnet; dazu Furunkel und Nagelbettentzündung mit eingewachsenen Nägeln
Verhärtung der Brustdrüse sowie Verhärtungen und Knoten in Drüsen nach abgelaufenen Entzündungen
Beschwerden in der rechten unteren Bauchgegend, im Bereich des Übergangs von Dünn- zu Dickdarm, im höchsten Grad aufgeführt
Chronische und immer wiederkehrende Beschwerden im Rachen; Neigung zu Rückfällen überhaupt
Ekzem und nässende Ausschläge, Pusteln an Hals und Nacken, Geschwüre an den Unterschenkeln
Trockenheit sonst feuchter Schleimhäute mit Kratzgefühl; harter, trockener und erschwerter Stuhl; Hitzegefühl am ganzen Körper
Verschlechterung
  • Wärme, warme Räume und Bettwärme
  • Wiederkehr alter Beschwerden nach scheinbarer Ausheilung
  • Morgens, hinsichtlich des häufigen Harndrangs
  • Unterdrückte Hautausschläge
Verbesserung
  • Kühle, frische Luft
  • Freies Absondern und Abheilen der Haut
  • Bewegung im Freien

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Saures und Säuerliches
  • Limonade
  • Eingelegtes, Saures wie Essiggemüse
  • Wein
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei Akne mit Mitessern und bei Furunkeln im höchsten Grad aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Verhärtungen von Drüsen nach abgelaufenen EntzündungenBei Verhärtung der Brustdrüse verzeichnetBei chronischen und immer wiederkehrenden Rachenbeschwerden genanntBei Ekzem, Pusteln am Nacken und Unterschenkelgeschwüren beschriebenBei Beschwerden in der rechten unteren Bauchgegend aufgeführtBei eingewachsenen und entzündeten Nägeln verzeichnet

Abgrenzung

Sulfur zeigt die Hautleiden mit Brennen, Juckreiz und Verschlimmerung durch Wärme, ohne die ausgeprägte Verhärtungsneigung der Drüsen. Jodum steht bei Abmagerung trotz gutem Appetit und Getriebenheit im Vordergrund. Kalium jodatum zeigt Drüsenverhärtungen mit scharfen Absonderungen und nächtlichen Knochenschmerzen. Calcium jodatum und Baryta jodata kommen bei Drüsenschwellungen im Wachstumsalter in Betracht. Für Sulfur iodatum spricht die Verbindung von unreiner, zu Furunkeln neigender Haut, Verhärtungen nach Entzündungen und der Neigung zu Rückfällen.

Verwandte Mittel

SulfurJodumKalium jodatumCalcium jodatumHepar sulfurisSilicea

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.