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Materia medica · Nr. 3247

Sulphur hydrogenisatum

Sul-h.

In 11 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Sulphur hydrogenisatum ist der potenzierte Schwefelwasserstoff, jenes nach faulen Eiern riechende Gas, das in höherer Konzentration die Atmung lähmt. Sein homöopathisches Bild stammt weitgehend aus Vergiftungsbeobachtungen und ist entsprechend dramatisch gezeichnet: die Repertorien führen es bei Erstickungszuständen und asthmatischer Atmung, bei schweren fieberhaften Verläufen mit Delirium und Tobsucht sowie in der klinischen Gruppe beim Wundstarrkrampf. Das Mittel ist selten und wenig geprüft.

Konstitution

KörperbauEin Konstitutionsbild ist nicht überliefert. Das Bild dieses Mittels beschreibt akute, schwere Zustände und keinen Menschentyp.
Thermalitätwechselnd
TemperamentBelastbare Angaben zum Temperament liegen nicht vor. Was verzeichnet ist, betrifft nicht das gewöhnliche Wesen einer Person, sondern die Bewusstseinsveränderung im schweren Krankheitszustand: Delirium und Tobsucht.

Gemütsbild

Delirium im fieberhaften ZustandTobsuchtsartige Erregung (Manie)Bewusstseinstrübung bei Erstickungszuständen

Die Gemütsangaben von Sulphur hydrogenisatum gehören sämtlich zum akuten schweren Zustand und nicht zu einem Wesenszug. Verzeichnet sind Delirium - die Verwirrtheit mit Trugwahrnehmungen im hohen Fieber - und eine tobsuchtsartige Erregung. Beides passt zu dem, was die Vergiftungsliteratur über die Wirkung des Gases auf das Nervensystem beschreibt: zunächst Erregung, dann Betäubung bis zur Bewusstlosigkeit. Ein durchgezeichnetes Konstitutionsbild mit Ängsten, Neigungen und Beziehungsthemen, wie es die großen geprüften Mittel besitzen, liegt für dieses Mittel nicht vor.

Ängste: Beklemmung und Erstickungsgefühl im akuten Zustand, Darüber hinaus keine charakteristischen Ängste überliefert

Leitsymptome

Erstickungszustände mit aussetzender Atmung (Asphyxie) - das kennzeichnende Zeichen des Mittels
Asthmatische Atmung mit Beklemmung
Anhaltendes Fieber schweren Verlaufs, in den Repertorien dem Typhus zugeordnet
Delirium und tobsuchtsartige Erregung im Fieber
In der klinischen Gruppe verzeichnet: Wundstarrkrampf (Tetanus)
Die Vergiftungsliteratur beschreibt Betäubung, Krampfneigung und den kennzeichnenden Geruch nach faulen Eiern
Verschlechterung
  • Verbrauchte, schlechte Luft und Aufenthalt in engen Räumen
  • Zu weiteren Modalitäten liegen in der Datenbank keine Angaben vor
Verbesserung
  • Frische Luft
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine Speiseverlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Keine Speiseabneigungen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Erstickungszustände mit aussetzender AtmungAsthmatische AtembeschwerdenSchwere fieberhafte Verläufe vom TyphusbildDelirium und Erregungszustände im FieberKrampfzustände

Abgrenzung

Die genannten Zustände sind lebensbedrohlich und gehören in ärztliche Behandlung; die homöopathische Zuordnung ersetzt diese nicht. Von den geprüften Mitteln des Typhusbildes sind Baptisia tinctoria mit dem benommenen, zerschlagenen Zustand und Rhus toxicodendron mit der Unruhe im Fieber weit klarer gezeichnet, Arsenicum album deckt Erschöpfung mit Unruhe und Atemnot umfassender ab. Beim Krampfbild steht Nux vomica für die Starre bei geringstem Reiz. Sulphur hydrogenisatum bleibt ein seltenes Mittel, dessen Bild überwiegend aus Vergiftungsbeobachtungen und nicht aus einer Prüfung stammt.

Verwandte Mittel

Arsenicum albumBaptisia tinctoriaCarbo vegetabilisNux vomicaSulphur

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.