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Materia medica · Nr. 288

Strophanthus gratus

Stroph.

In 38 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Strophanthus gratus ist eine westafrikanische Liane aus der Familie der Hundsgiftgewächse, deren Samen den herzwirksamen Stoff Ouabain enthalten und traditionell als Pfeilgift dienten. In der Homöopathie steht das Mittel bei Herz- und Kreislaufbeschwerden, besonders bei unregelmäßigem Puls und Klappenerkrankungen. Kennzeichnend ist eine ausgeprägte Unverträglichkeit von Alkohol, Tee und Tabak.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden geschwächte Menschen mit nachlassender Herzkraft, Neigung zu Wasseransammlungen und Blutarmut. Als Eigentümlichkeit verzeichnet das Repertorium Verhärtungen im Gewebe nach abgelaufenen Entzündungen - die am höchsten bewertete Angabe des Mittels.
Thermalitätwechselnd
TemperamentDas Gemütsbild ist schmal. Verzeichnet ist die Trunksucht, und in den Empfindungen eine Abneigung gegen das Waschen. Die Literatur beschreibt das Mittel im Übrigen über den Kreislauf; ein durchgezeichnetes Temperament ist nicht überliefert.

Gemütsbild

Trunksucht und Zustände nach anhaltendem AlkoholgebrauchAbneigung gegen das WaschenSchmale Gemütsangaben, das Bild ist körperlich geführt

Zum Gemüt liegen bei Strophanthus gratus nur wenige Angaben vor. Die auffälligste ist die Trunksucht, die zusammen mit der ausgeprägten Verschlechterung durch alkoholische Getränke ein zusammenhängendes Bild ergibt: Der Alkohol ist zugleich Gewohnheit und Auslöser der Beschwerden. Daneben führt das Repertorium unter den Empfindungen eine Abneigung gegen das Waschen. Ein durchgezeichnetes Gemütsbild ist daraus nicht abzuleiten, und die Literatur beschreibt das Mittel überwiegend über Herz und Kreislauf. Wer es erwägt, geht in der Regel vom unregelmäßigen Puls, den Klappenbeschwerden und der auffälligen Unverträglichkeit von Genussmitteln aus. Für ein Gemütsbild bei Herzbeschwerden verweist die Literatur üblicherweise auf Digitalis purpurea oder Aurum metallicum.

Ängste: Keine ausdrücklichen Angstrubriken im Datenbestand verzeichnet, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Verhärtungen im Gewebe nach abgelaufenen Entzündungen - die höchstbewertete Angabe des Mittels
Stechen in den Blutgefäßen; unregelmäßiger, aussetzender Puls
Herzklappenerkrankungen, Herzbeschwerden allgemein, Wasseransammlung bei Herzschwäche
Deutliche Verschlechterung durch alkoholische Getränke, daneben durch Tee und Tabak
Beschwerden im Bereich des Brustbeins; Husten; Bluthusten wird klinisch geführt
Schwindel mit dem Gefühl zu schweben; Doppeltsehen; Blutarmut; Bluthochdruck
Verschlechterung
  • Alkoholische Getränke und alkoholische Reizmittel - die deutlichste Angabe
  • Tabak und Tee
  • Saure Speisen und saure Gerüche; nach Ohnmachten
Verbesserung
  • Ruhe und Meidung von Genussmitteln
  • Weitere Besserungen sind im vorliegenden Datenbestand nicht verzeichnet

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach Alkohol im Sinne der verzeichneten Trunksucht
Abneigung
  • Unverträglichkeit alkoholischer Getränke trotz des Verlangens danach
  • Unverträglichkeit von Tee und Tabak
  • Unverträglichkeit saurer Speisen und Gerüche

In Repertorien häufig zugeordnet

Herzschwäche mit unregelmäßigem PulsHerzklappenerkrankungenWasseransammlungen bei nachlassender HerzkraftBluthochdruckBeschwerden nach anhaltendem AlkoholgebrauchBlutarmutGewebeverhärtungen nach Entzündungen

Abgrenzung

Digitalis purpurea ist das große Herzmittel mit langsamem, aussetzendem Puls und dem kennzeichnenden Gefühl, das Herz stehe still, wenn man sich bewegt; die Materia medica nennt es ausdrücklich als nächsten Vergleich zu Strophanthus. Acidum phosphoricum wird ebenfalls als verwandt geführt und tritt mit der Erschöpfung nach Säfteverlust und Kummer hervor. Crataegus wird bei nachlassender Herzkraft mit ähnlicher Ausrichtung verglichen, ist aber milder gezeichnet. Bei der Alkoholunverträglichkeit sind Nux vomica und Sulphur zu vergleichen.

Verwandte Mittel

Digitalis purpureaAcidum phosphoricumCrataegus oxyacanthaConvallaria majalisNux vomica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.