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Materia medica · Nr. 3222

Strontium carbonicum

Stront-c.

In 4.534 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Strontium carbonicum, das kohlensaure Strontium, ist ein Mineralmittel, das in den Repertorien vor allem durch reißend-ziehende Schmerzen in Gelenken und Muskeln auffällt, die langsam anschwellen, einen Höhepunkt erreichen und ebenso langsam wieder abklingen. Der Patient friert, verträgt das Aufdecken nicht und wünscht sich Licht und Sonne. Klassisch wird das Mittel chronischen rheumatischen Zuständen und langwierigen Folgezuständen nach operativen Eingriffen zugeordnet.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt; die Literatur beschreibt das Mittel überwiegend über den Beschwerdeverlauf. Genannt werden häufig ältere Menschen mit chronischen Gelenkbeschwerden und Kreislaufsymptomen.
Thermalitätfrostig
TemperamentSchreckhaft und leicht auffahrend; die Rubriken nennen ausdrücklich ein Beginnen der Beschwerden wie bei einem Schreck. Wärme und Zudecken werden gesucht, Entblößen wird schlecht ertragen. Helles Licht und Sonnenschein bessern das Befinden.

Gemütsbild

Schreckhaftigkeit, Auffahren wie bei einem SchreckBedürfnis nach Wärme und GeborgenheitBesserung des Befindens bei hellem Licht und Sonne

Die vorliegenden Rubriken sind überwiegend körperlicher Art; zum Gemüt findet sich vor allem die Angabe, dass die Beschwerden wie mit einem Schreck einsetzen. Die klassische Materia medica beschreibt Strontium carbonicum als Mittel mit ängstlicher Grundstimmung und ausgeprägtem Sicherheitsbedürfnis, geht darüber aber nicht weit hinaus. Auffallend und in den Rubriken belegt ist die Besserung im hellen Licht und im Sonnenschein — ein Zug, der auch das seelische Befinden betrifft. Ein ausgearbeitetes Gemütsbild wie bei den großen Konstitutionsmitteln liegt für dieses Mittel in der Literatur nicht vor. Entsprechend zurückhaltend sollte es in der Fallanalyse gewichtet werden.

Ängste: Schreckhaftigkeit bei plötzlichen Eindrücken, Darüber hinaus in der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Reißende, ziehende Schmerzen in Gelenken und Muskeln, besonders der oberen Gliedmaßen und der Gelenke der Beine
Schmerzen, die allmählich zunehmen, einen Höhepunkt erreichen und dann langsam wieder nachlassen — ein kennzeichnender Verlaufszug
Spannungsgefühl in inneren wie äußeren Teilen, auch in der Haut und um Geschwüre herum
Ausgeprägte Unverträglichkeit des Aufdeckens und Entblößens; Kälte und kalte Luft verschlimmern deutlich
Teilweiser Frost, beschränkt auf Kopf, Lendengegend oder Oberschenkel; Schauder an Kopf und Schulterblättern
Voller, harter Puls und drückender Stirnkopfschmerz
Verschlechterung
  • Kälte und kalte Luft
  • Aufdecken und Entblößen
  • Nach dem Hinlegen, abends und nachts
  • Reiben und Massage
Verbesserung
  • Helles Licht und Sonnenlicht
  • Warmes Einhüllen
  • Schwitzen an den betroffenen Stellen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach Wärme und Bedeckung
  • Speisebezogene Verlangen sind in den vorliegenden Rubriken nicht ausgeprägt
Abneigung
  • Unverträglichkeit des Aufdeckens und Entblößens
  • Speisebezogene Abneigungen sind in den vorliegenden Rubriken nicht ausgeprägt

In Repertorien häufig zugeordnet

Chronische rheumatische Beschwerden der Gelenke und MuskelnZustände mit auffallendem Frieren und Unverträglichkeit des AufdeckensLangwierige Folgezustände nach operativen Eingriffen, klassisch beschriebenKreislaufbeschwerden mit vollem, hartem PulsDrückender Stirnkopfschmerz

Abgrenzung

Calcium carbonicum teilt die Frostigkeit und den mineralischen Grundzug, zeigt aber die typische Schwäche mit Kopfschweiß und Angst vor Beobachtung. Von Silicea trennt die Besserung im hellen Licht und der langsam an- und abschwellende Schmerzverlauf. Rhus toxicodendron kennt ebenfalls rheumatische Steifheit, bessert sich jedoch durch fortgesetzte Bewegung, während bei Strontium carbonicum die Wärme und die Bedeckung im Vordergrund stehen.

Verwandte Mittel

Calcium carbonicumSiliceaRhus toxicodendronArnicaBaryta carbonica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.