Strontium carbonicum, das kohlensaure Strontium, ist ein Mineralmittel, das in den Repertorien vor allem durch reißend-ziehende Schmerzen in Gelenken und Muskeln auffällt, die langsam anschwellen, einen Höhepunkt erreichen und ebenso langsam wieder abklingen. Der Patient friert, verträgt das Aufdecken nicht und wünscht sich Licht und Sonne. Klassisch wird das Mittel chronischen rheumatischen Zuständen und langwierigen Folgezuständen nach operativen Eingriffen zugeordnet.
Konstitution
Gemütsbild
Schreckhaftigkeit, Auffahren wie bei einem SchreckBedürfnis nach Wärme und GeborgenheitBesserung des Befindens bei hellem Licht und Sonne
Die vorliegenden Rubriken sind überwiegend körperlicher Art; zum Gemüt findet sich vor allem die Angabe, dass die Beschwerden wie mit einem Schreck einsetzen. Die klassische Materia medica beschreibt Strontium carbonicum als Mittel mit ängstlicher Grundstimmung und ausgeprägtem Sicherheitsbedürfnis, geht darüber aber nicht weit hinaus. Auffallend und in den Rubriken belegt ist die Besserung im hellen Licht und im Sonnenschein — ein Zug, der auch das seelische Befinden betrifft. Ein ausgearbeitetes Gemütsbild wie bei den großen Konstitutionsmitteln liegt für dieses Mittel in der Literatur nicht vor. Entsprechend zurückhaltend sollte es in der Fallanalyse gewichtet werden.
Ängste: Schreckhaftigkeit bei plötzlichen Eindrücken, Darüber hinaus in der Literatur nicht näher beschrieben
Leitsymptome
- Kälte und kalte Luft
- Aufdecken und Entblößen
- Nach dem Hinlegen, abends und nachts
- Reiben und Massage
- Helles Licht und Sonnenlicht
- Warmes Einhüllen
- Schwitzen an den betroffenen Stellen
Verlangen und Abneigungen
- Verlangen nach Wärme und Bedeckung
- Speisebezogene Verlangen sind in den vorliegenden Rubriken nicht ausgeprägt
- Unverträglichkeit des Aufdeckens und Entblößens
- Speisebezogene Abneigungen sind in den vorliegenden Rubriken nicht ausgeprägt
In Repertorien häufig zugeordnet
Chronische rheumatische Beschwerden der Gelenke und MuskelnZustände mit auffallendem Frieren und Unverträglichkeit des AufdeckensLangwierige Folgezustände nach operativen Eingriffen, klassisch beschriebenKreislaufbeschwerden mit vollem, hartem PulsDrückender Stirnkopfschmerz
Abgrenzung
Calcium carbonicum teilt die Frostigkeit und den mineralischen Grundzug, zeigt aber die typische Schwäche mit Kopfschweiß und Angst vor Beobachtung. Von Silicea trennt die Besserung im hellen Licht und der langsam an- und abschwellende Schmerzverlauf. Rhus toxicodendron kennt ebenfalls rheumatische Steifheit, bessert sich jedoch durch fortgesetzte Bewegung, während bei Strontium carbonicum die Wärme und die Bedeckung im Vordergrund stehen.
Verwandte Mittel
Calcium carbonicumSiliceaRhus toxicodendronArnicaBaryta carbonica
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.