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Materia medica · Nr. 287

Strontium

Stront.

In 81 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Strontium ist ein Erdalkalimetall aus der Nachbarschaft von Calcium und Baryum; in den Repertorien steht es für einen durchfrorenen, spannungsvollen Zustand, bei dem sich alles zusammengezogen und gespannt anfühlt — Muskeln, Gelenke, Haut. Kennzeichnend ist eine ausgeprägte Abneigung dagegen, sich zu entblößen: Kälte, kalte Luft und das Freilegen einzelner Körperteile verschlechtern durchgehend, Einhüllen und Wärme bessern. Klassisch wird das Mittel reißenden und ziehenden Schmerzen in Gelenken, besonders im Handgelenk, sowie chronischen Folgezuständen nach Verstauchungen zugeordnet.

Konstitution

KörperbauNicht scharf umrissen. Die Rubriken nennen Abmagerung der Glieder und Krampfadern an den Armen; die Literatur beschreibt eher zarte, kraftlose Menschen mit schlechter Blutverteilung.
Thermalitätfrostig
TemperamentÄngstlich-schreckhaft und dünnhäutig gegenüber Reizen. Die Rubriken verzeichnen heftiges Zusammenfahren und Auffahren mit hohem Grad sowie Furcht vor Dunkelheit. Innerlich besteht ein Gefühl von Zittern, ohne dass äußerlich viel sichtbar wäre.

Gemütsbild

Schreckhaftigkeit, heftiges Zusammenfahren bei Geräuschen und BerührungFurcht vor Dunkelheit, Verschlechterung im DunkelnInneres Zittern und nervöse SpannungBedürfnis nach Wärme, Hülle und Bedecktsein

Die Gemütsrubriken sind wenige, aber deutlich: Das Auffahren und Zusammenfahren ist mit hohem Grad geführt und passt zu dem Bild einer durchgehend gespannten, reizbaren Nervenlage. Dazu tritt Furcht vor Dunkelheit, und die Modalitäten verzeichnen eigens, dass Dunkelheit verschlechtert, Licht und Sonnenlicht dagegen bessern — ein Zug, der sich im Kopfschmerz wiederholt. Innerlich wird ein Zittern empfunden, das nicht nach außen tritt. Über weitergehende seelische Züge ist in der Literatur wenig Belastbares überliefert; das Mittel wird vorrangig nach den Empfindungen von Spannung und den Kältemodalitäten gewählt.

Ängste: Furcht vor Dunkelheit, Schreckhaftigkeit, Auffahren bei plötzlichen Eindrücken

Leitsymptome

Gefühl von Spannung innerlich wie äußerlich, in den Rubriken mit hohem Grad geführt — auch die Haut spannt
Reißende Schmerzen in Muskeln und Gelenken, besonders im Handgelenk, dazu ein Gefühl wie verdreht
Gefühl des Zusammenschnürens der Gelenke
Ziehende Schmerzen in Fuß, Hand und Fingern, ziehende Kreuzschmerzen in der Lumbalregion
Frösteln und Kältegefühl am Kopf, Kopfschmerz durch Kaltwerden, durch Einhüllen des Kopfes gebessert
Farbensehen: Gegenstände erscheinen rot oder grün; Trübsehen bei Schwindel
Verschlechterung
  • Entblößen — der einzelnen Glieder wie des Kopfes; in mehreren Rubriken mit hohem Grad
  • Kälte und kalte Luft, kaltes Wetter, Winter
  • Abends und nachts
  • Reiben, Kratzen und feuchte Umschläge
  • Baden; dazu ausgesprochene Abneigung gegen Baden
  • Dunkelheit
Verbesserung
  • Warmes Einhüllen, besonders des Kopfes
  • Licht und Sonnenlicht
  • Nach dem Essen
  • Während des Schwitzens lassen die Beschwerden nach

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Bier
  • Brot
  • Milch
Abneigung
  • Abneigung gegen Baden und gegen Waschen
  • Abneigung dagegen, sich zu entblößen, auch beim Schwitzen

In Repertorien häufig zugeordnet

Reißende und ziehende Gelenkschmerzen, besonders im Handgelenk und in den ZehenChronische Folgen von Verstauchungen und Überdehnungen, mit Schwäche und Spannung im GelenkKopfschmerzen mit Kältegefühl, durch Kälte ausgelöst und durch Einhüllen gebessertHautausschläge mit Spannungsgefühl und harten SchwellungenKreuz- und Rückenschmerzen ziehender ArtZuckungen der Glieder beim Einschlafen

Abgrenzung

Rhus toxicodendron teilt die Verschlechterung durch Kälte und Nässe und die Beziehung zu Verstauchungen, ist aber ruhelos und bessert sich durch fortgesetzte Bewegung, während bei Strontium die Kälte- und Entblößungsmodalität sowie das Spannungsgefühl im Vordergrund stehen. Ruta graveolens wird ebenfalls Sehnen- und Bandverletzungen zugeordnet, ohne die ausgeprägte Frostigkeit. Calcium carbonicum teilt Frostigkeit und Schwäche des Bindegewebes, zeigt aber Schweiß am Kopf und Erschöpfung durch Anstrengung statt der spannungsvollen Reizbarkeit. Camphora wird in der Literatur als Antidot genannt.

Verwandte Mittel

Calcium carbonicumRhus toxicodendronRuta graveolensBaryum carbonicumCamphora

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.