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Materia medica · Nr. 285

Sticta pulmonaria

Stict.

In 676 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Sticta pulmonaria, die Lungenflechte, ist das Mittel der ausgetrockneten Schleimhäute im Kopf. Beschrieben wird ein Mensch, der ständig schneuzen muss, ohne dass etwas kommt: Die Nase ist verstopft, trocken, verkrustet, dazu drückt es dumpf wie ein Gewicht an der Nasenwurzel. Ein zweiter, ebenso kennzeichnender Zug ist ein trockener, quälender Reizhusten am Abend, dazu treten rheumatische Beschwerden mit Steifigkeit und Schleimbeutelentzündungen.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist nicht beschrieben. Verzeichnet sind Schwellungen einzelner Gelenke und der Hand.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Temperament liegen kaum Rubriken vor. Beschrieben wird ein durch die Trockenheit und den nächtlichen Husten zermürbter, ruheloser Zustand mit dem eigentümlichen Empfinden, leicht zu sein und in der Luft zu schweben.

Gemütsbild

Empfindung des Schwebens, als sei der Körper leicht und ohne GewichtRuhelosigkeit und Zerschlagenheit durch den nächtlichen ReizhustenGedankendrang bei erschöpfendem KatarrhEigene Gemütsrubriken sind kaum verzeichnet

Für Sticta liegen nur sehr wenige Gemütsrubriken vor; die Angaben stützen sich überwiegend auf die klassische Materia medica. Dort steht eine auffällige Empfindung im Vordergrund, die auch in den Rubriken erscheint: das Gefühl, in der Luft zu schweben, die Beine seien leicht und berührten den Boden kaum. Dieses Schwebegefühl tritt vor allem im Fieber und in der Erschöpfung auf. Daneben wird eine Ruhelosigkeit beschrieben, die aus dem trockenen, unaufhörlichen Hustenreiz entsteht: Der Kranke findet keine Lage, in der der Husten nachlässt, und liegt wach. Ausgeprägte Ängste sind für dieses Mittel nicht überliefert.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben, Unruhe während der nächtlichen Hustenanfälle

Leitsymptome

Ständige Neigung zum Schneuzen, ohne dass sich etwas löst, in hohem Grad ausgewiesen; Trockenheit der Nase mit harter Absonderung, Krusten und Borken, Stockschnupfen ohne Absonderung
Dumpfer, drückender Schmerz wie von einem Gewicht, besonders an der Nasenwurzel und der Stirn; Beteiligung der Stirnhöhlen beim Katarrh
Trockenheit im Hals und am Gaumen; trockener Husten, vor allem abends, der beim Hinlegen zunimmt
Heuschnupfen mit Jucken und Prickeln in der Nase, teils mit asthmatischer Atemnot
Rheumatische Beschwerden mit Steifigkeit in Händen, Füßen und Gelenken, Hitze in den Gelenken; Schleimbeutelentzündungen in hohem Grad verzeichnet, Schwellung der Hand
Empfindung der Leichtigkeit in den Beinen und Gefühl des Schwebens in der Luft; Augenschmerz beim Bewegen der Augen zur Seite
Verschlechterung
  • Abends und nachts, besonders der Husten
  • Hinlegen
  • Trockenheit der Schleimhäute, trockene Raumluft
  • Bei Katarrh und Grippe
  • Ruhe, was die Gelenkbeschwerden betrifft
Verbesserung
  • Bewegung, besonders bei den Knieschmerzen
  • Wenn die Absonderung wieder in Gang kommt
  • Freie Luft

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei trockenem Stockschnupfen mit ständigem Schneuzdrang aufgeführtKlassisch zugeordnet zu Heuschnupfen mit Jucken in der NaseBei trockenem Reizhusten am Abend verzeichnetBei drückendem Stirnkopfschmerz an der Nasenwurzel genanntBei Schleimbeutelentzündungen und rheumatischer Steifigkeit aufgeführtIn der Literatur bei Grippe mit trockenen Schleimhäuten beschrieben

Abgrenzung

Rumex crispus teilt den trockenen Reizhusten, verschlimmert sich jedoch kennzeichnend durch das Einatmen kalter Luft und bessert sich beim Zudecken des Mundes. Drosera zeigt den anfallsweisen, krampfhaften Husten nach Mitternacht, Sambucus die Erstickungsanfälle des Kindes mit trockener Nase. Kalium bichromicum und Hydrastis stehen bei ähnlicher Nasenbeteiligung, dort jedoch mit zähem, fadenziehendem oder scharfem Sekret statt der reinen Trockenheit. Für Sticta spricht die Verbindung von völliger Trockenheit der Nase mit unaufhörlichem Schneuzdrang, Druck an der Nasenwurzel und dem Empfinden des Schwebens.

Verwandte Mittel

Rumex crispusDrosera rotundifoliaSambucus nigraKalium bichromicumGuajacumElaps corallinus

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.