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Materia medica · Nr. 3200

Stannum iodatum

Stann-i.

In 16 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Stannum iodatum, das Zinnjodid, verbindet die Zinnwirkung auf die Atemwege mit dem auflösenden Zug des Jods auf Drüsen und Absonderungen. Die klassische Literatur ordnet es chronischer Bronchitis mit reichlichem Auswurf und Schwächezuständen der Brust zu. Auffällig ist der in den Repertorien vermerkte Bezug zu hellhaarigen, hellhäutigen Menschen mit langen Wimpern.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden schlanke, blasse Menschen mit heller, blonder Erscheinung und langen Wimpern; das Repertorium führt diese Merkmale ausdrücklich in mittlerem Grad. Dazu passt eine geringe Widerstandskraft der Atemwege.
Thermalitätwechselnd
TemperamentIm Vordergrund steht eine deutliche Erschöpfbarkeit. Kennzeichnend für die Zinnmittel ist eine Schwäche, die sich beim Sprechen und beim Husten zeigt: Das Reden ermüdet, die Stimme trägt nicht. Die Stimmung ist eher gedrückt und weinerlich, ohne dass daraus ein ausgearbeitetes Gemütsbild wird.

Gemütsbild

Erschöpfung, die sich beim Sprechen bemerkbar machtGedrückte, weinerliche Stimmung bei körperlicher SchwächeWenig eigenständiges Gemütsbild, überwiegend vom Zinn übernommen

Für Stannum iodatum sind keine eigenen Gemütsrubriken verzeichnet. Was die Literatur beschreibt, stammt weitgehend von Stannum metallicum: eine Niedergeschlagenheit, die aus der körperlichen Kraftlosigkeit erwächst, und eine Neigung zum Weinen, wobei das Weinen die Beschwerden eher verstärkt. Charakteristisch ist die Schwäche im Brustbereich, die sich beim Sprechen und Singen zeigt und die Betroffenen wortkarg werden lässt. Der Jodanteil bringt eine gewisse Unruhe und Getriebenheit hinzu. Für eine Verschreibung allein nach Gemütssymptomen ist die Grundlage zu schmal.

Ängste: Sorge um die eigene Gesundheit bei anhaltender Brustschwäche, Darüber hinaus in der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Chronischer Husten mit reichlichem, leicht zu lösendem Auswurf; klassisch der beginnenden Lungenschwindsucht zugeordnet
Schwäche- und Leeregefühl in der Brust, das sich beim Sprechen verstärkt
Umschriebene wunde Stelle im Hals, in den Repertorien als Punkt oder Fleck im Rachen verzeichnet
Auffällig lange Wimpern und helle, blonde Gesichtsfarbe als konstitutionelle Hinweise
Drüsenschwellungen, dem Jodanteil zugeordnet
Abmagerung trotz erhaltenem Appetit
Verschlechterung
  • Sprechen, Singen, Lachen
  • Warme Räume und Wärme allgemein, dem Jodanteil entsprechend
Verbesserung
  • Auswerfen von Schleim
  • Kühle, frische Luft; Druck auf die Brust

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Vermehrter Appetit trotz Abmagerung, dem Jodanteil zugeordnet
Abneigung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Chronische Bronchitis mit reichlichem AuswurfSchwächezustände der Brust mit Erschöpfung beim SprechenBeginnende Lungenschwindsucht in der älteren LiteraturHalsbeschwerden mit umschriebener wunder StelleDrüsenschwellungen

Abgrenzung

Stannum metallicum teilt die kennzeichnende Schwäche in der Brust und die Erschöpfung beim Sprechen, hat aber die berühmte langsam zunehmende und ebenso langsam abklingende Schmerzform und weniger Drüsenbezug. Jodum bringt die Unruhe, den Heißhunger bei Abmagerung und die Verschlimmerung durch Wärme mit, ohne die ausgeprägte Brustschwäche. Kalium jodatum ist bei zähen, scharfen Absonderungen und Knochenschmerzen häufiger genannt. Für Stannum iodatum spricht die Verbindung von Brustschwäche, reichlichem Auswurf und heller, blonder Erscheinung.

Verwandte Mittel

Stannum metallicumJodumKalium jodatumCalcium phosphoricumPhosphorus

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.