Stannum metallicum ist das homöopathisch aufbereitete Zinn und steht in der klassischen Materia medica für eine tiefe, bis in die Brust reichende Schwäche. Die Repertorien führen es im höchsten Grad bei Schwächegefühl im Brustbereich, bei Schwäche durch Reden und bei einem Gefühl der Leere in der Brust. Kennzeichnend ist außerdem, dass die Schmerzen allmählich zunehmen und ebenso allmählich wieder nachlassen.
Konstitution
Gemütsbild
tiefe Mutlosigkeit und NiedergeschlagenheitErschöpfung, die schon durch Sprechen zunimmtWeinerlichkeit ohne fassbaren Anlassverstärkte Schwermut vor der Regelblutung
Die Materia medica beschreibt einen Menschen, dessen seelische Kraft ebenso erschöpft ist wie die körperliche. Die Rubrik Schwermut ist im höchsten Grad geführt; die Verfassung ist gedrückt, hoffnungslos und weinerlich, wobei das Weinen die Beschwerden nicht erleichtert. Kennzeichnend ist die Verbindung von Gemüt und Atmung: Die Rubrik Schwäche durch Reden steht im höchsten Grad – ein Gespräch, ein Vortrag, längeres Sprechen erschöpfen unmittelbar. Vor der Menses verstärkt sich die Schwermut deutlich. Insgesamt wirkt die Verfassung matt und resigniert, ohne Reizbarkeit oder Auflehnung; es fehlt die Kraft zum Widerstand.
Ängste: Beklemmung und Angst bei der Atemnot, die das Mittel begleitet, Sorge vor der eigenen Kraftlosigkeit und dem Nachlassen der Belastbarkeit, darüber hinaus sind in den vorliegenden Rubriken keine kennzeichnenden Ängste hochgradig geführt
Leitsymptome
- Sprechen, Vorlesen, Singen
- Bewegung, besonders Bewegung des Brustkorbs
- Gehen und Treppensteigen
- abends
- warme Getränke bei den Atembeschwerden
- gegen 10 Uhr vormittags (Frost)
- harter, fester Druck – klassisch das Legen des Bauches über eine Stuhllehne
- Druck von außen auf den Kopf bessert den Kopfschmerz (Rubrik Grad 3)
- Aushusten des Schleims
- Ruhe und Liegen
Verlangen und Abneigungen
- Die Materia medica beschreibt zeitweiliges Verlangen nach herzhaften und sauren Speisen
- zu einem durchgängigen Nahrungsverlangen liegen keine kennzeichnenden Angaben vor
- Abneigung gegen Speisen bei bestehender Schwäche und Übelkeit
- warme Speisen und Getränke werden bei den Atembeschwerden als unangenehm beschrieben
In Repertorien häufig zugeordnet
Erschöpfungszustände nach zehrenden Erkrankungen der Atemwegechronischer Husten mit reichlichem, süßlich schmeckendem AuswurfHeiserkeit und Stimmschwäche bei VielsprechernBronchialkatarrhe mit Wundheitsgefühl der Brustabwärtszerrende Unterleibsbeschwerdenneuralgische Schmerzen mit allmählichem Zu- und Abnehmen
Abgrenzung
Phosphorus teilt die Brustschwäche und den Husten, zeigt jedoch Verlangen nach kalten Getränken, Geselligkeit und ausgeprägte Blutungsneigung. Silicea hat ebenfalls Erschöpfung und eitrige Prozesse, dort mit Fußschweiß und großer Kälteempfindlichkeit im Vordergrund. Von Platinum unterscheidet sich Stannum trotz des gemeinsamen allmählichen Schmerzverlaufs klar durch das Fehlen von Hochmut und genitaler Überempfindlichkeit.
Verwandte Mittel
PhosphorusSiliceaCalcium carbonicumCausticumPlatinum metallicumLachesis
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.