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Materia medica · Nr. 283

Stannum metallicum

Stann.

In 8.058 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Stannum metallicum ist das homöopathisch aufbereitete Zinn und steht in der klassischen Materia medica für eine tiefe, bis in die Brust reichende Schwäche. Die Repertorien führen es im höchsten Grad bei Schwächegefühl im Brustbereich, bei Schwäche durch Reden und bei einem Gefühl der Leere in der Brust. Kennzeichnend ist außerdem, dass die Schmerzen allmählich zunehmen und ebenso allmählich wieder nachlassen.

Konstitution

KörperbauBeschrieben werden meist magere, blasse, geschwächte Menschen; die Rubrik Abmagerung steht im höchsten Grad. Die Literatur verbindet das Mittel mit lang bestehender Erschöpfung nach zehrenden Erkrankungen der Atemwege.
Thermalitätfrostig
TemperamentNiedergeschlagen, mutlos und weinerlich. Die Rubrik Schwermut steht im höchsten Grad, ebenso Schwermut vor der Menses. Beschrieben wird eine Verfassung, in der schon das Sprechen zu viel ist und Tränen ohne rechten Anlass kommen.

Gemütsbild

tiefe Mutlosigkeit und NiedergeschlagenheitErschöpfung, die schon durch Sprechen zunimmtWeinerlichkeit ohne fassbaren Anlassverstärkte Schwermut vor der Regelblutung

Die Materia medica beschreibt einen Menschen, dessen seelische Kraft ebenso erschöpft ist wie die körperliche. Die Rubrik Schwermut ist im höchsten Grad geführt; die Verfassung ist gedrückt, hoffnungslos und weinerlich, wobei das Weinen die Beschwerden nicht erleichtert. Kennzeichnend ist die Verbindung von Gemüt und Atmung: Die Rubrik Schwäche durch Reden steht im höchsten Grad – ein Gespräch, ein Vortrag, längeres Sprechen erschöpfen unmittelbar. Vor der Menses verstärkt sich die Schwermut deutlich. Insgesamt wirkt die Verfassung matt und resigniert, ohne Reizbarkeit oder Auflehnung; es fehlt die Kraft zum Widerstand.

Ängste: Beklemmung und Angst bei der Atemnot, die das Mittel begleitet, Sorge vor der eigenen Kraftlosigkeit und dem Nachlassen der Belastbarkeit, darüber hinaus sind in den vorliegenden Rubriken keine kennzeichnenden Ängste hochgradig geführt

Leitsymptome

Ausgeprägtes Schwäche- und Leeregefühl in der Brust – das bekannteste Kennzeichen des Mittels (Rubriken Grad 3)
Schwäche durch Sprechen: Reden, Vorlesen oder Singen erschöpfen unmittelbar
Schmerzen, die allmählich zunehmen und ebenso allmählich wieder abklingen (Rubrik Schmerz beginnt allmählich, Grad 3)
Reichlicher, zäher, grünlicher oder gelber Auswurf mit süßlichem Geschmack (Rubriken Grad 3)
Erschöpfender, erschütternder, tiefsitzender Husten mit Wundheitsgefühl der Brust
Heisere, schwache Stimme; Wundheitsgefühl und Kitzeln im Kehlkopf und in der Luftröhre
Verschlechterung
  • Sprechen, Vorlesen, Singen
  • Bewegung, besonders Bewegung des Brustkorbs
  • Gehen und Treppensteigen
  • abends
  • warme Getränke bei den Atembeschwerden
  • gegen 10 Uhr vormittags (Frost)
Verbesserung
  • harter, fester Druck – klassisch das Legen des Bauches über eine Stuhllehne
  • Druck von außen auf den Kopf bessert den Kopfschmerz (Rubrik Grad 3)
  • Aushusten des Schleims
  • Ruhe und Liegen

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Die Materia medica beschreibt zeitweiliges Verlangen nach herzhaften und sauren Speisen
  • zu einem durchgängigen Nahrungsverlangen liegen keine kennzeichnenden Angaben vor
Abneigung
  • Abneigung gegen Speisen bei bestehender Schwäche und Übelkeit
  • warme Speisen und Getränke werden bei den Atembeschwerden als unangenehm beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Erschöpfungszustände nach zehrenden Erkrankungen der Atemwegechronischer Husten mit reichlichem, süßlich schmeckendem AuswurfHeiserkeit und Stimmschwäche bei VielsprechernBronchialkatarrhe mit Wundheitsgefühl der Brustabwärtszerrende Unterleibsbeschwerdenneuralgische Schmerzen mit allmählichem Zu- und Abnehmen

Abgrenzung

Phosphorus teilt die Brustschwäche und den Husten, zeigt jedoch Verlangen nach kalten Getränken, Geselligkeit und ausgeprägte Blutungsneigung. Silicea hat ebenfalls Erschöpfung und eitrige Prozesse, dort mit Fußschweiß und großer Kälteempfindlichkeit im Vordergrund. Von Platinum unterscheidet sich Stannum trotz des gemeinsamen allmählichen Schmerzverlaufs klar durch das Fehlen von Hochmut und genitaler Überempfindlichkeit.

Verwandte Mittel

PhosphorusSiliceaCalcium carbonicumCausticumPlatinum metallicumLachesis

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.