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Materia medica · Nr. 3160

Solaninum purum

Solin-pur.

Auch: Solin.

In 8 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Solaninum purum ist das reine Solanin, das Glykoalkaloid der Nachtschattengewächse, das vor allem in Kartoffelkeimen, grünen Kartoffelschalen und in Solanum nigrum und Solanum dulcamara vorkommt. Als Arzneimittel ist es in der homöopathischen Literatur nur schmal dokumentiert; die Angaben stammen überwiegend aus Vergiftungsbeobachtungen. Im Vordergrund stehen Wirkungen auf Nerven und Muskulatur - Lähmungsgefühle, Krampfneigung und eine auffällige Überempfindlichkeit der Haut gegen Berührung.

Konstitution

KörperbauEin eigenes Konstitutionsbild ist für Solaninum nicht überliefert. Die Literatur beschreibt Zustände, nicht Typen.
Thermalitätwechselnd
TemperamentZum Temperament liegen keine belastbaren Angaben vor. Verzeichnet ist lediglich eine gesteigerte Empfindlichkeit gegen Berührung mit ausgeprägter Kitzligkeit - ein Zeichen der allgemeinen nervlichen Reizbarkeit, das die Prüfungs- und Vergiftungsberichte durchzieht.

Gemütsbild

Überempfindlichkeit gegen BerührungAusgeprägte KitzligkeitNervliche Reizbarkeit ohne ausgearbeitetes Gemütsbild

Das Gemütskapitel dieses Mittels umfasst im Repertorium nur eine einzige Angabe: Empfindlichkeit beim Berührtwerden, näher bestimmt als Kitzligkeit. Mehr ist nicht überliefert. Solaninum gehört zu den Mitteln, die aus toxikologischen Beobachtungen und nicht aus einer breit angelegten Arzneimittelprüfung stammen, weshalb das seelische Bild unausgearbeitet bleibt. Wer das Mittel erwägt, geht in der Regel von der körperlichen Seite aus - von Lähmungserscheinungen und Krampfneigung - und nicht vom Gemüt. Eine Ausdeutung über die belegte Berührungsempfindlichkeit hinaus wäre Spekulation.

Ängste: Keine charakteristischen Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Lähmungserscheinungen, im Repertorium besonders auf die Lunge und die Atemmuskulatur bezogen
Krampfneigung bis hin zu tetanieartigen Zuständen; das Mittel ist klinisch dem Tetanus zugeordnet
Ausgeprägte Kitzligkeit und Überempfindlichkeit der Haut bei Berührung
Aus Vergiftungsbeobachtungen beschrieben: Zittern, Schwäche der Glieder, Benommenheit
Reizung des Magen-Darm-Kanals mit Übelkeit, wie sie für die Nachtschattenalkaloide typisch ist
Verschlechterung
  • Berührung
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Verbesserung
  • Ruhe
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine charakteristischen Verlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Keine charakteristischen Abneigungen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Lähmungsgefühl im Brustbereich und Schwäche der AtemmuskulaturKrampfzustände; klinisch dem Tetanus zugeordnetÜbermäßige Kitzligkeit und BerührungsempfindlichkeitZustände nach Aufnahme von Nachtschattenpflanzen

Abgrenzung

Solaninum ist der Wirkstoff der Nachtschattengewächse und steht damit in enger Beziehung zu Solanum nigrum, Dulcamara und Belladonna, ohne deren ausgearbeitete Bilder zu erreichen. Belladonna zeigt die plötzliche, hitzige Kongestion mit Rötung und Klopfen, Dulcamara die Verschlechterung durch feuchte Kälte, Solanum nigrum Krampf- und Kopfsymptome. Bei Krampfzuständen mit Starre werden klassisch Nux vomica, Cicuta virosa und Hydrocyanicum acidum verglichen, die alle wesentlich breiter belegt sind. Angesichts der schmalen Datenlage von Solaninum ist eine Verordnung nur auf ein sehr eindeutig passendes körperliches Bild hin sinnvoll.

Verwandte Mittel

Solanum nigrumDulcamaraBelladonnaNux vomicaCicuta virosa

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.