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Materia medica · Nr. 3149

Solanum nigrum

Sol-ni.

Auch: Sol-n

In 615 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Solanum nigrum, der Schwarze Nachtschatten, gehört zur Familie der Nachtschattengewächse und teilt deren Neigung zu Erregung und Krampf. Beschrieben werden ein rasender, tobender Verwirrtheitszustand mit greifenden Handbewegungen und starre, krampfartige Anspannung der Muskulatur bis zur Steifigkeit. Auf körperlicher Seite stehen ein drückender Stirnkopfschmerz über den Augen, der durch Geräusche und harten Auftritt zunimmt, sowie nässende Hautausschläge.

Konstitution

KörperbauEin eigener Konstitutionstyp ist nicht beschrieben. Verzeichnet sind Schwäche und Erschöpfung schon nach geringer Anstrengung sowie eine Erschlaffung der Muskulatur.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Rubriken verzeichnen eine Verschlimmerung durch kalte Luft und körperliche Anstrengung. Beschrieben wird ein Wechsel zwischen heftiger Erregung und darauf folgender Kraftlosigkeit.

Gemütsbild

Rasendes, tobendes Irresein mit WutGreifende, nach etwas haschende HandbewegungenBewusstlosigkeit und Benommenheit im Wechsel mit ErregungKaumbewegungen und Schluckbewegungen ohne AnlassErschöpfung nach der Erregung

Die Gemütsrubriken zeichnen ein Bild, das den Nachtschattengewächsen eigen ist: heftige Erregung mit Wut und Toben, dazu ein Verwirrtheitszustand, in dem der Kranke mit den Händen nach etwas greift, das nicht da ist, und Kau- und Schluckbewegungen macht. Diese Zeichen erscheinen in der klassischen Literatur bei schweren fieberhaften und toxischen Zuständen. Auf die Erregung folgt Bewusstlosigkeit oder tiefe Benommenheit. Zwischen den Anfällen tritt eine ausgeprägte Kraftlosigkeit hervor: Schon geringe Anstrengung erschöpft. Ein ausgearbeitetes Gemütsbild für chronische Verläufe liegt nicht vor; die Angaben stammen überwiegend aus akuten Bildern.

Ängste: Angst und Beklemmung im Verwirrtheitszustand, Schreckhaftigkeit bei Geräuschen, die den Kopfschmerz verstärken

Leitsymptome

Krampfartige, starre Anspannung der Muskulatur bis zur Steifigkeit, in hohem Grad ausgewiesen
Drückender Stirnkopfschmerz über den Augen, heftig, durch Geräusche und durch harten Auftritt oder Fehltritt verschlimmert
Kopfempfindungen wie von Schlägen oder Stößen, Gefühl des Zerspringens in der Stirn, nagender Schmerz an der rechten Schläfe, Gefühl, der Kopf sei locker
Nässende, absondernde Hautausschläge, in hohem Grad verzeichnet
Brennen und Beißen an den Lidrändern mit Tränenfluss, Beschwerden am inneren Augenwinkel, besonders rechts
Rückenschmerzen; Erschlaffung der Muskeln; Kopfschmerz, der das Einschlafen verhindert
Verschlechterung
  • Geräusche
  • Harter Auftritt, Fehltritt, Erschütterung
  • Körperliche Anstrengung, auch geringe
  • Kalte Luft
  • Nachmittags
  • Morgens, was die Augenbeschwerden betrifft
Verbesserung
  • Freie Luft, besonders beim Gehen im Freien
  • Ruhe
  • Stille und Abdunkeln

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei krampfartiger Muskelstarre aufgeführtKlassisch zugeordnet zu drückendem Stirnkopfschmerz mit Verschlimmerung durch GeräuscheBei nässenden Hautausschlägen verzeichnetBei Verwirrtheitszuständen mit Erregung genanntBei Lidrandentzündung mit Tränenfluss aufgeführtIn der Literatur bei Erschöpfung nach geringer Anstrengung beschrieben

Abgrenzung

Belladonna teilt die heftige Erregung mit Toben und die Verschlimmerung durch Erschütterung und Geräusch, zeigt jedoch das glühend rote Gesicht, die klopfenden Gefäße und die weiten Pupillen. Hyoscyamus zeigt die greifenden Handbewegungen und das Zupfen an der Bettdecke bei schwerem Fieber, Stramonium die heftige Furcht mit Lichtscheu. Rhus toxicodendron steht ebenfalls bei nässenden Ausschlägen, dort mit ausgeprägter Besserung durch fortgesetzte Bewegung. Für Solanum nigrum spricht die Verbindung von Muskelstarre, Stirnkopfschmerz mit Geräuschempfindlichkeit und der Besserung beim Gehen im Freien.

Verwandte Mittel

BelladonnaHyoscyamus nigerStramoniumDulcamaraRhus toxicodendronCicuta virosa

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.