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Materia medica · Nr. 279

Sinapis nigra

Sin-n.

In 528 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Sinapis nigra, der Schwarze Senf, gehört in der Materia medica zu den ausgesprochenen Schleimhautmitteln des oberen Atemtrakts. Im Vordergrund steht eine ausgeprägte Trockenheit: trockene Nase mit verstopftem Schnupfen, trockener Rachen, trockene, wie verbrannt wirkende Zunge. Kennzeichnend ist die deutliche Verschlechterung am Nachmittag und am Abend sowie der Bezug zum saisonalen Heuschnupfen mit Brennen und Jucken der Bindehäute.

Konstitution

KörperbauEin bestimmter Körperbau wird in der Literatur nicht hervorgehoben; das Mittel wird über den Schleimhautzustand und den Tagesrhythmus der Beschwerden bestimmt.
Thermalitätfrostig
TemperamentDie Rubriken nennen im Gemütsbereich nur die Abneigung, angesprochen zu werden. Beschrieben wird eine gereizte, wortkarge Verfassung im akuten Katarrh, in der die Person Zuwendung als lästig empfindet. Ein tiefer gehendes seelisches Thema ist nicht überliefert.

Gemütsbild

Abneigung, angesprochen zu werdenGereiztheit und Wortkargheit im akuten KatarrhRückzugsbedürfnis am AbendWenig ausgeprägtes eigenständiges Gemütsbild

Der Gemütsbereich ist bei Sinapis nigra nur schwach besetzt. Die Repertorien führen im mittleren Grad die Abneigung auf, angesprochen oder angeredet zu werden. Passend dazu beschreibt die Literatur eine gereizte, in sich gekehrte Stimmung während der akuten Katarrhe, die sich in den Abendstunden zusammen mit den körperlichen Beschwerden verstärkt. Wahnideen, ausgeprägte Ängste oder charakteristische Kummerreaktionen sind für dieses Mittel nicht überliefert. Die Wahl stützt sich in der Praxis fast ausschließlich auf die Schleimhaut- und Zeitmodalitäten.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Verstopfter, trockener Schnupfen mit scharfem Sekret und geröteten Nasenflügeln; der Nasengang ist wechselnd frei und wieder blockiert
Jährlich wiederkehrender Heuschnupfen mit Jucken, Brennen und Wundheitsgefühl der Bindehäute sowie Tränenfluss
Trockenheit von Rachen und Speiseröhre; Zunge trocken, rissig und wie verbrannt oder verbrüht
Heuasthma und unregelmäßige, erschwerte Atmung mit asthmatischen Anfällen
Abendlicher Husten, der sich im Liegen bessert; Bronchialkatarrh
Sodbrennen mit erfolglosem Aufstoßen; Geschwüre an den Unterschenkeln
Verschlechterung
  • Nachmittags
  • Abends
  • Trockene Luft und Staub (Katarrh der Nase)
  • Während des Frostes
  • Liegen (Nasenverstopfung)
Verbesserung
  • Liegen (Husten)
  • Feuchte, kühle Luft
  • Absonderung nach anfänglicher Trockenheit

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken nicht ausgewiesen
Abneigung
  • Süßigkeiten

In Repertorien häufig zugeordnet

In Repertorien bei jährlich wiederkehrendem Heuschnupfen mit Brennen der Augen aufgeführtBei trockenem, verstopftem Schnupfen mit scharfem Sekret verzeichnetBei Heuasthma und asthmatischer Atmung genanntBei Trockenheit von Rachen und Zunge mit Brennen in den Repertorien aufgeführtBei abendlichem Husten vermerktBei Sodbrennen mit erfolglosem Aufstoßen aufgeführt

Abgrenzung

Allium cepa steht ebenfalls beim Heuschnupfen, zeigt jedoch reichlichen, scharfen Fließschnupfen mit mildem Tränen und Besserung an frischer Luft, während Sinapis nigra durch die Trockenheit und die verstopfte Nase gekennzeichnet ist. Euphrasia kehrt das Verhältnis um: scharfe Tränen, mildes Nasensekret. Sabadilla teilt die Niesanfälle des Heuschnupfens, ist aber stark von Frösteln und Wärmebedürfnis geprägt. Für Sinapis nigra spricht die Kombination aus Trockenheit aller inneren Teile und der Verschlechterung am Nachmittag und Abend.

Verwandte Mittel

Allium cepaEuphrasiaSabadillaCapsicum annuumColocynthisSulphur

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.