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Materia medica · Nr. 275

Senna

Senn.

In 61 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Senna, die Sennesblätter, ist als Abführpflanze bekannt und wird in der Homöopathie vor allem bei krampfartigen Bauchschmerzen kleiner Kinder geführt. Die Repertorien nennen mit hohem Grad kneifende Koliken, Blähungskoliken bei Säuglingen sowie das gellende Schreien der Kinder. Auffällig ist der obstartig-fruchtige Geruch des Harns, den die Literatur mit erschöpften, schlecht genährten Kindern in Verbindung bringt.

Konstitution

KörperbauHäufig zarte, schlecht gedeihende Säuglinge und Kleinkinder mit blassem Aussehen und geringer Kraft.
Thermalitätwechselnd
TemperamentUnruhig, weinerlich, leicht aus der Ruhe zu bringen. Die Rubriken führen das laute Schreien der Kinder und ein Hin- und Herwerfen im Bett. Bei Erwachsenen tritt vor allem Schwäche in den Vordergrund.

Gemütsbild

Gellendes Schreien, besonders bei KindernRuhelosigkeit, Hin- und Herwerfen im BettSchlaflosigkeitErschöpfung und Kraftlosigkeit

Das Gemütsbild ist knapp, aber deutlich auf das Kind zugeschnitten: Die Repertorien führen mit mittlerem Grad das Schreien und Kreischen bei Kindern sowie eine Ruhelosigkeit, bei der sich der Kranke im Bett hin und her wirft. Beides steht in engem Zusammenhang mit den Bauchkrämpfen — das Kind schreit vor Schmerz und findet keine Lage, in der es zur Ruhe kommt. Bei Erwachsenen ist statt der Erregung eine ausgeprägte Schwäche verzeichnet. Weitergehende seelische Züge sind für dieses Mittel nicht belegt; es wird nach den Bauchzeichen und dem Harnbefund gewählt, nicht nach einem Gemütsbild.

Ängste: In den vorliegenden Rubriken nicht eigens verzeichnet, Bei Kindern zeigt sich die Not als Schreien und Unruhe, nicht als benannte Angst

Leitsymptome

Krampfartige, kneifende Bauchschmerzen, in den Rubriken mit hohem Grad geführt
Blähungskolik bei Säuglingen
Kolikschmerz, der sich während des Stuhlgangs verstärkt
Durchfall im Wechsel mit Verstopfung
Harn mit fruchtigem, obstartigem Geruch
Schwere im Kopf mit Verschlimmerung beim Bücken, Druck nach unten
Bläschen in den Mundwinkeln
Nackenschmerz beim Heben des Kopfes
Verschlechterung
  • Während des Stuhlgangs, für die Kolik
  • Bei Regenwetter, in den Rubriken mit hohem Grad geführt
  • Beim Bücken, für den Kopfschmerz
  • Beim Heben des Kopfes, für den Nackenschmerz
Verbesserung
  • Nach Abgang von Blähungen
  • Wärme am Bauch
  • Ruhige Lage

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • In den vorliegenden Rubriken keine Speiseverlangen verzeichnet
Abneigung
  • In den vorliegenden Rubriken keine Speiseabneigungen verzeichnet

In Repertorien häufig zugeordnet

Krampfartige Bauchschmerzen und Koliken, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtBlähungskoliken bei SäuglingenWechsel von Durchfall und VerstopfungHarn mit auffallend fruchtigem GeruchErschöpfungszustände bei schlecht gedeihenden KindernSchlaflosigkeit mit Ruhelosigkeit

Abgrenzung

Chamomilla ist bei Koliken schreiender Kinder das bekannteste Mittel, mit Unstillbarkeit, einseitiger Gesichtsröte und Besserung durch Herumtragen; die Datenbasis führt Chamomilla ausdrücklich als Gegenmittel zu Senna. Colocynthis wird bei kneifenden Koliken mit Besserung durch Zusammenkrümmen und harten Druck genannt, Magnesium phosphoricum bei krampfartigen Schmerzen mit Besserung durch Wärme. Nux vomica, in der Datenbasis ebenfalls als Gegenmittel geführt, steht beim Wechsel von Verstopfung und Durchfall mit vergeblichem Drang im Vordergrund. Senna kommt vor allem dann in Betracht, wenn Blähungskolik und der fruchtige Harngeruch bei einem erschöpften Kind zusammentreffen.

Verwandte Mittel

ChamomillaColocynthisMagnesium phosphoricumNux vomicaKalium carbonicumRheum officinale

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.