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Materia medica · Nr. 274

Senega

Seneg.

In 4.624 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Senega, die Klapperschlangenwurz, ist in den Repertorien ein ausgesprochenes Brust- und Atemwegsmittel: rasselnde Atmung, reichlicher zäher, eiweißartiger Auswurf, der schwer zu lösen ist, und wunde, zerschlagene Schmerzen der Brustwand. Ein zweiter Schwerpunkt liegt bei den Augen, mit Ermüdung und drückendem Schmerz beim Lesen. Klassisch wird das Mittel älteren Menschen mit hartnäckigem Katarrh und schwacher Auswurfleistung zugeordnet.

Konstitution

KörperbauNicht festgelegt; die Literatur beschreibt vorwiegend ältere Menschen mit erschlafften Atemwegen, trockener Haut und Neigung zu zähem Schleim.
Thermalitätwarmblütig
TemperamentTräge und schwerfällig. Ein ausgearbeitetes Gemütsbild liegt für Senega nicht vor; die Rubriken beschränken sich im Wesentlichen auf Trägheit und Schwerfälligkeit.

Gemütsbild

Trägheit und SchwerfälligkeitWenig Antrieb bei körperlicher Erschöpfung

Zum Gemüt liegt im Repertorium fast nur eine Rubrik vor: Trägheit und Schwerfälligkeit, allerdings mit hohem Grad. Die klassische Materia medica beschreibt Senega überwiegend als lokal wirkendes Mittel der Atemwege und geht auf die seelische Verfassung kaum ein. Ein ausgearbeitetes Themenfeld wie bei den Konstitutionsmitteln ist in der Literatur nicht näher beschrieben. Die geistige Trägheit erscheint dort eher als Begleitzug der körperlichen Erschöpfung durch anhaltenden Husten und Atemnot. Entsprechend zurückhaltend sollte das Gemütsbild in der Fallanalyse gewichtet werden.

Ängste: In der Literatur nicht näher beschrieben, Beklemmung in der Brust wird eher körperlich als seelisch geschildert

Leitsymptome

Rasselnde, laute Atmung mit reichlichem Schleim, der schwer abgehustet wird
Zäher, klebriger, eiweißartig durchscheinender oder weißer Auswurf
Wunde, wie zerschlagene Schmerzen der Brustwand, verschlimmert durch Husten und im Sitzen
Beklemmung und Engegefühl der Brust, verschlimmert beim Treppensteigen und Aufwärtsgehen
Drückender Schmerz und rasche Ermüdung der Augen beim Lesen; Gefühl, die Augen seien zu groß für die Höhlen
Trockenheit im Hals und im Kehlkopf, besonders morgens und nachts
Verschlechterung
  • Warmes Zimmer
  • Sitzen und Ruhe (Brustschmerz)
  • Anstrengung der Augen, Lesen
  • Einatmen und Husten
Verbesserung
  • Freie Luft
  • Bewegung im Freien
  • Schweiß

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen, tief durchzuatmen
  • Speisebezogene Verlangen sind in den vorliegenden Rubriken nicht ausgeprägt
Abneigung
  • Metallischer Geschmack im Mund, der Speisen widerwärtig macht
  • Unverträglichkeit warmer Räume

In Repertorien häufig zugeordnet

Katarrhalische Zustände der Atemwege mit zähem, schwer löslichem Auswurf, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtEntzündliche Zustände von Lunge und RippenfellWunde Brustwandschmerzen bei HustenErmüdung und drückende Schmerzen der Augen beim LesenHeiserkeit und Trockenheit des Kehlkopfs

Abgrenzung

Ammonium carbonicum teilt die rasselnde Atmung und die Schwäche älterer Menschen, zeigt jedoch die ausgeprägte Verschlimmerung in feuchter Kälte und die Neigung zu Blutzersetzung. Causticum kennt ebenfalls den Auswurf, der nicht gelöst werden kann, verbindet ihn aber mit dem Gefühl, der Schleim rutsche wieder zurück, und mit unwillkürlichem Harnabgang beim Husten. Von Bryonia trennt der reichliche zähe Auswurf, denn Bryonia bleibt trocken.

Verwandte Mittel

Ammonium carbonicumCausticumBryoniaHepar sulphurisAntimonium tartaricum

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.