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Materia medica · Nr. 272

Selenium metallicum

Sel.

In 4.222 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Selenium metallicum ist in den Repertorien vor allem ein Mittel der Erschöpfung: Abmagerung, vorzeitiges Altern, Schwäche bei geringster Anstrengung und ein ausgeprägtes Bedürfnis, sich hinzulegen. Kennzeichnend ist die auffallende Schwäche nach dem Geschlechtsverkehr und nach dem Schlaf. Dazu treten fettige Haut mit Mitessern, empfindliches Kopfhaar und eine deutliche Unverträglichkeit von Tee, Wein und Sonne.

Konstitution

KörperbauMager bis abgemagert, oft mit vorzeitig gealtertem Aussehen. Die Literatur beschreibt fettig glänzende Haut mit Mitessern, dünnes Haar und einen hinfälligen Gesamteindruck.
Thermalitätwarmblütig
TemperamentErschöpft und rasch ermüdet, dabei geistig noch rege. Anstrengung, Sprechen und Sonne verschlimmern. Die klassische Materia medica beschreibt lebhafte Gedanken und Vorstellungen bei gleichzeitig versagender körperlicher Kraft.

Gemütsbild

Erschöpfung schon bei geringer geistiger AnstrengungAngst, die sich durch Anstrengung verschlimmertLebhafte Vorstellungen bei fehlender körperlicher KraftVerlangen nach Alkohol vor der Menses

Die Rubriken nennen mit hohem Grad die Verschlimmerung der Schwäche durch geistige Anstrengung sowie Angst, die bei Anstrengung zunimmt. Auffallend ist die Rubrik Trunksucht vor der Menses. Die klassische Materia medica beschreibt Menschen, die ihre Aufgaben gedanklich noch überblicken, deren Kraft aber nach wenigen Sätzen versagt; das Sprechen selbst verschlimmert. Kent hebt hervor, dass Vorstellungen und Fantasien lebhaft bleiben, während der Körper nicht mehr folgt. Der Zustand wird durchweg als hinfällig und vorzeitig gealtert geschildert, ohne die dramatische Verzweiflung anderer Mittel.

Ängste: Angst, die sich bei körperlicher und geistiger Anstrengung verschlimmert, Sorge um die eigene nachlassende Leistungsfähigkeit

Leitsymptome

Abmagerung, auch einzelner Körperteile, und vorzeitiges Altern
Ausgeprägte Schwäche nach dem Geschlechtsverkehr sowie Schwäche nach dem Schlaf — der Patient erwacht erschöpfter als er sich hingelegt hat
Empfindliche Kopfhaut: schon das Berühren der Haare schmerzt
Heiserkeit, die beim Sprechen und Singen rasch zunimmt; klassisch bei Sängern beschrieben
Prostatabeschwerden mit Absonderung beim Stuhlgang und Nachträufeln von Urin
Verstopfung mit hartem, schwer abgehendem Stuhl trotz vergeblichem Drang
Verschlechterung
  • Körperliche und geistige Anstrengung, Sprechen
  • Nach dem Schlaf
  • Sonne und Hitze, Gehen im Freien
  • Tee, Wein und alkoholische Getränke
Verbesserung
  • Hinlegen und Ruhe
  • Kühle Luft
  • Nach dem Essen bei Mattigkeit

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach alkoholischen Getränken, besonders vor der Menses
  • In der Literatur wird zusätzlich Verlangen nach Salzigem genannt
Abneigung
  • Unverträglichkeit von Tee
  • Unverträglichkeit von Wein und Alkohol
  • Unverträglichkeit von Sonne und Hitze

In Repertorien häufig zugeordnet

Erschöpfungszustände mit Abmagerung, in Repertorien mit hohem Grad aufgeführtSchwäche nach Säfteverlusten und nach dem GeschlechtsverkehrHeiserkeit bei berufsmäßigem Sprechen und SingenProstatabeschwerden älterer MännerHartnäckige Verstopfung mit hartem Stuhl

Abgrenzung

Phosphoricum acidum teilt die Erschöpfung nach Säfteverlusten, zeigt aber die stille Gleichgültigkeit nach Kummer und ist eher benommen als überreizt. Von Natrium muriaticum trennt die ausgeprägte Verschlimmerung durch Sonne bei gleichzeitig fettiger Haut und die berührungsempfindliche Kopfhaut. Staphisagria kennt ebenfalls Schwäche nach dem Geschlechtsverkehr, gründet sie jedoch auf unterdrückten Ärger und Kränkung.

Verwandte Mittel

Phosphoricum acidumNatrium muriaticumStaphisagriaAgaricusSulphur

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.