HomöopathieSucheZur Startseite
Materia medica · Nr. 271

Secale cornutum

Sec.

In 5.678 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Secale cornutum wird aus dem Mutterkorn bereitet, einem Pilz, der auf Roggenähren wächst. In der klassischen Materia medica steht es für Zustände, in denen die Durchblutung der äußeren Körperteile versiegt: Die Glieder werden kalt, taub, blau und im äußersten Fall brandig. Die Repertorien führen es in hohem Grad bei Blutungen mit dunklem, dünnflüssigem Blut und bei einem Ameisenlaufen, das über die ganze Haut zieht. Der auffälligste Widerspruch: Der Körper ist eisig kalt, Wärme wird dennoch nicht ertragen.

Konstitution

KörperbauDie Repertorien führen magere Menschen im höchsten Grad; beschrieben werden abgezehrte, runzelige, blasse Personen mit trockener Haut und eingefallenem Gesicht, oft mit bläulichen Ringen um die Augen.
Thermalitätwechselnd
TemperamentBeschrieben wird ein ängstliches, ruheloses Wesen, das in schweren Zuständen in Erregung und Verwirrung übergeht. Die Repertorien führen Delirium, Argwohn und Schamlosigkeit im höchsten Grad.

Gemütsbild

Angst und Ruhelosigkeit bei körperlicher ErschöpfungMisstrauen und Argwohnwildes Delirium in schweren ZuständenEnthemmung und Verlust der Zurückhaltung

Das Gemütsbild von Secale wird von Angst und Getriebenheit bestimmt: Die Betroffenen sind unruhig, ängstlich und finden keine Lage, obwohl die Kräfte fehlen. Die Repertorien führen Argwohn im höchsten Grad – ein Misstrauen gegenüber der Umgebung, das sich bis zur Abwehr steigern kann. In schweren, fieberhaften Zuständen beschreibt die Literatur ein rasendes Delirium mit Enthemmung und dem Verlust jeder Zurückhaltung, verbunden mit starrem Blick und weiten Pupillen. Die Atmung wird als ängstlich und seufzend beschrieben. Insgesamt zeichnet sich ein Zustand ab, in dem der Organismus die Ordnung verliert, während der Kranke die Kontrolle über sich schwinden fühlt.

Ängste: allgemeines Angstgefühl mit konkreter Furcht, Misstrauen gegenüber der Umgebung, Angst während Blutungen und Wehen, Unruhe, die zu ständiger Bewegung drängt

Leitsymptome

Eisige Kälte der Glieder bei gleichzeitiger Unerträglichkeit jeder Wärme; Aufdecken und Kälteanwendung bessern (Grad 3)
Ameisenlaufen und Taubheitsgefühl in Händen, Füßen, Armen, Beinen und im Gesicht (Grad 3)
Dunkle, dünnflüssige, anhaltende Blutungen, besonders aus der Gebärmutter
Brandige Geschwüre an den Beinen mit schwarzem Grund; trockene, runzelige, kalte Haut
Zusammenziehung von Muskeln und Sehnen, krampfartige Bewegungen
Reichliche, zu lang dauernde und unregelmäßige Menstruation; Neigung zu Fehlgeburt in Repertorien geführt
Bluthusten und blutig-schleimiger Auswurf
Große Schwäche mit kleinem, unregelmäßigem, jagendem Puls
Verschlechterung
  • Wärme jeder Art, warmes Zimmer, Bettwärme
  • Zudecken
  • Berührung
  • vor und während der Menstruation
  • Hochziehen der Glieder
  • Bewegung bei bestehender Schwäche
Verbesserung
  • Kälte und kalte Anwendungen auf die schmerzenden Stellen
  • Ausziehen und Aufdecken
  • frische, kühle Luft
  • Strecken der Glieder

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Saures und saure Getränke, wie die klassische Literatur beschreibt
  • kaltes Wasser bei ausgeprägtem Durst
Abneigung
  • Wärme und warme Getränke
  • Zudecken
  • in den vorliegenden Rubriken sind keine weiteren hochgradigen Speiseabneigungen vermerkt

In Repertorien häufig zugeordnet

Durchblutungsstörungen der Gliedmaßen mit Kälte und Taubheitbrandige Geschwüre, in den Repertorien mit höchstem Grad geführtanhaltende Gebärmutterblutungen mit dunklem BlutWehenschwäche und Beschwerden nach der Geburt, klassisch zugeordnetKrämpfe und Zusammenziehungen der MuskulaturBlutungsneigung der Haut mit Flecken und PurpuraErschöpfungszustände bei abgezehrten, alten Menschen

Abgrenzung

Arsenicum album teilt die brennenden Schmerzen, die Ruhelosigkeit und die Erschöpfung, wird jedoch durch Wärme deutlich gebessert – das genaue Gegenteil von Secale, das Wärme nicht erträgt. Carbo vegetabilis zeigt ebenfalls Kälte mit Verlangen nach Luft, dort steht jedoch die Blähung und das Fächelnbedürfnis im Vordergrund. Camphora hat ebenfalls eisige Kälte mit Abneigung gegen Zudecken, verläuft aber plötzlich und akut, während Secale langsam fortschreitende Gewebeveränderungen zeigt.

Verwandte Mittel

Arsenicum albumCamphoraCarbo vegetabilisColchicum autumnaleNux moschataOpium

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.