Secale cornutum wird aus dem Mutterkorn bereitet, einem Pilz, der auf Roggenähren wächst. In der klassischen Materia medica steht es für Zustände, in denen die Durchblutung der äußeren Körperteile versiegt: Die Glieder werden kalt, taub, blau und im äußersten Fall brandig. Die Repertorien führen es in hohem Grad bei Blutungen mit dunklem, dünnflüssigem Blut und bei einem Ameisenlaufen, das über die ganze Haut zieht. Der auffälligste Widerspruch: Der Körper ist eisig kalt, Wärme wird dennoch nicht ertragen.
Konstitution
Gemütsbild
Angst und Ruhelosigkeit bei körperlicher ErschöpfungMisstrauen und Argwohnwildes Delirium in schweren ZuständenEnthemmung und Verlust der Zurückhaltung
Das Gemütsbild von Secale wird von Angst und Getriebenheit bestimmt: Die Betroffenen sind unruhig, ängstlich und finden keine Lage, obwohl die Kräfte fehlen. Die Repertorien führen Argwohn im höchsten Grad – ein Misstrauen gegenüber der Umgebung, das sich bis zur Abwehr steigern kann. In schweren, fieberhaften Zuständen beschreibt die Literatur ein rasendes Delirium mit Enthemmung und dem Verlust jeder Zurückhaltung, verbunden mit starrem Blick und weiten Pupillen. Die Atmung wird als ängstlich und seufzend beschrieben. Insgesamt zeichnet sich ein Zustand ab, in dem der Organismus die Ordnung verliert, während der Kranke die Kontrolle über sich schwinden fühlt.
Ängste: allgemeines Angstgefühl mit konkreter Furcht, Misstrauen gegenüber der Umgebung, Angst während Blutungen und Wehen, Unruhe, die zu ständiger Bewegung drängt
Leitsymptome
- Wärme jeder Art, warmes Zimmer, Bettwärme
- Zudecken
- Berührung
- vor und während der Menstruation
- Hochziehen der Glieder
- Bewegung bei bestehender Schwäche
- Kälte und kalte Anwendungen auf die schmerzenden Stellen
- Ausziehen und Aufdecken
- frische, kühle Luft
- Strecken der Glieder
Verlangen und Abneigungen
- Saures und saure Getränke, wie die klassische Literatur beschreibt
- kaltes Wasser bei ausgeprägtem Durst
- Wärme und warme Getränke
- Zudecken
- in den vorliegenden Rubriken sind keine weiteren hochgradigen Speiseabneigungen vermerkt
In Repertorien häufig zugeordnet
Durchblutungsstörungen der Gliedmaßen mit Kälte und Taubheitbrandige Geschwüre, in den Repertorien mit höchstem Grad geführtanhaltende Gebärmutterblutungen mit dunklem BlutWehenschwäche und Beschwerden nach der Geburt, klassisch zugeordnetKrämpfe und Zusammenziehungen der MuskulaturBlutungsneigung der Haut mit Flecken und PurpuraErschöpfungszustände bei abgezehrten, alten Menschen
Abgrenzung
Arsenicum album teilt die brennenden Schmerzen, die Ruhelosigkeit und die Erschöpfung, wird jedoch durch Wärme deutlich gebessert – das genaue Gegenteil von Secale, das Wärme nicht erträgt. Carbo vegetabilis zeigt ebenfalls Kälte mit Verlangen nach Luft, dort steht jedoch die Blähung und das Fächelnbedürfnis im Vordergrund. Camphora hat ebenfalls eisige Kälte mit Abneigung gegen Zudecken, verläuft aber plötzlich und akut, während Secale langsam fortschreitende Gewebeveränderungen zeigt.
Verwandte Mittel
Arsenicum albumCamphoraCarbo vegetabilisColchicum autumnaleNux moschataOpium
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.