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Materia medica · Nr. 3067

Scorpio europaeus

Scor.

Auch: Scorp.

In 12 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Scorpio europaeus wird aus dem Gift des europäischen Skorpions bereitet und gehört damit zu den Tiergiften der Spinnentiere. In der homöopathischen Literatur ist es ein kleines, wenig geprüftes Mittel. Die deutlichste überlieferte Angabe ist ein Krampf der oberen Gliedmaßen, der von der Handfläche ausgeht; daneben stehen vermehrter Speichelfluss und Augensymptome. Das Bild ist eng an die krampferzeugende Wirkung des Giftes angelehnt.

Konstitution

KörperbauZum Körperbau liegen keine Angaben vor. Ein Konstitutionsbild ist für dieses Mittel nicht überliefert.
Thermalitätwechselnd
TemperamentEin Temperamentsbild ist nicht ausgearbeitet. Die Tiergifte der Spinnentiere werden in der Literatur häufig mit Unruhe und Anspannung in Verbindung gebracht; für Scorpio europaeus selbst liegen dazu jedoch keine verzeichneten Angaben vor.

Gemütsbild

Kein verzeichnetes GemütsbildAnspannung und Krampfneigung als körperlich fassbares ThemaZuordnung über die Giftwirkung

Zu Scorpio europaeus liegen im Repertorium keine Gemütsrubriken vor. Was beschrieben ist, stammt aus der Wirkung des Giftes: eine gesteigerte Erregbarkeit der Nerven und Muskeln mit Krampfneigung. Die neuere Literatur ordnet Spinnentiergifte allgemein Themen von Angespanntheit, Wachsamkeit und plötzlicher Abwehr zu; für dieses Mittel im Besonderen ist das jedoch nicht belegt, und eine Übertragung von den ungleich besser geprüften Mitteln wie Tarentula hispanica oder Latrodectus mactans wäre nicht gedeckt. Wer Scorpio europaeus erwägt, geht von der sehr eigentümlichen Krampfangabe aus, die in der Handfläche beginnt.

Ängste: Keine Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Krampf der oberen Gliedmaßen, der in der Handfläche beginnt - die am höchsten bewertete und kennzeichnendste Angabe des Mittels
Vermehrter Speichelfluss
Schielen, in den Augenrubriken verzeichnet
Starrkrampfartige Zustände, in den klinischen Rubriken als Tetanus geführt
Verschlechterung
  • Berührung und Bewegung, bei denen die Krampfneigung hervortritt
  • Weitere Verschlechterungsangaben sind nicht überliefert
Verbesserung
  • Ruhe
  • Nähere Besserungsangaben sind in der Literatur nicht beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine kennzeichnenden Speiseverlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Keine kennzeichnenden Abneigungen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Krampfzustände der Hände und ArmeVermehrter SpeichelflussSchielenStarrkrampfartige Muskelzustände, klassisch zugeordnet

Abgrenzung

Bei starrkrampfartigen Zuständen sind Nux vomica, Cicuta virosa und Hypericum perforatum die ungleich besser ausgearbeiteten Mittel; Cicuta zeigt dabei das Zurückbiegen des Körpers, Hypericum den Bezug zu Nervenverletzungen. Unter den Spinnentiergiften ist Tarentula hispanica durch ausgeprägte Unruhe und Bewegungsdrang gekennzeichnet, Latrodectus mactans durch heftige Brustschmerzen. Scorpio europaeus wird wegen der schmalen Datenlage vor allem dann erwogen, wenn die eigentümliche, in der Handfläche beginnende Krampfangabe zutrifft. Krampfzustände dieser Art bedürfen ärztlicher Abklärung.

Verwandte Mittel

Tarentula hispanicaLatrodectus mactansCicuta virosaNux vomica

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.