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Materia medica · Nr. 270

Scilla maritima

Scil.

In 98 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Scilla maritima, die Meerzwiebel, ist ein altbewährtes Mittel der Atemwege und wird in den Repertorien vor allem bei heftigem Husten mit stechendem Brustschmerz aufgeführt. Ganz kennzeichnend ist, dass beim Husten unwillkürlich Harn abgeht und der Anfall mit Niesen endet. Daneben steht ein wassersüchtiger Zug mit ödematösen Schwellungen, reichlichem, wasserklarem Harn und großer Schwäche beim Gehen.

Konstitution

KörperbauBlass und geschwächt, häufig mit ödematöser Schwellung der Lider und der Füße. Anämie und allgemeine Kraftlosigkeit sind in den Rubriken eigens verzeichnet.
Thermalitätfrostig
TemperamentTräge und wenig unternehmungslustig. Die Rubriken heben eine ausgesprochene Faulheit und eine Neigung zum Sitzen hervor; jede Bewegung kostet Kraft und verschlimmert Frost wie Schwäche. Der Kranke will zugedeckt bleiben und erträgt es nicht, entblößt zu werden.

Gemütsbild

Trägheit, Abneigung gegen jede AnstrengungNeigung, sitzen zu bleibenEmpfindlichkeit gegen das Entblößen, auch am Hals und am KopfErschöpfung, die schon beim Gehen zunimmt

Das Gemütsbild von Scilla maritima ist knapp gezeichnet, aber eindeutig in seiner Richtung: Es beschreibt einen Zustand der Trägheit, in dem der Kranke am liebsten sitzen bleibt und sich jeder Bewegung entzieht. Diese Trägheit ist weniger eine Charaktereigenschaft als der Ausdruck der körperlichen Erschöpfung, denn Gehen verschlimmert Schwäche und Frost deutlich. Dazu tritt eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegen das Entblößen: Hals und Kopf müssen bedeckt bleiben, das Einhüllen des Kopfes bessert sogar den Kopfschmerz. Das Bild ist damit das eines geschwächten, fröstelnden Menschen, der Ruhe und Wärme sucht. Über weitergehende seelische Züge ist in der Literatur wenig Belastbares überliefert.

Ängste: Ängstliche Atmung bei Atemnot, in den Atemrubriken eigens verzeichnet, Beklemmung bei erschwertem Atmen

Leitsymptome

Unwillkürlicher Harnabgang beim Husten, als kennzeichnendes Zeichen hoch graduiert
Husten, der mit Niesen endet, sowie Tränenfluss beim Husten
Stechender Brustschmerz seitlich, schlechter beim Einatmen und beim Husten, mit Rippenfellentzündung in Verbindung gebracht
Morgens lockerer Husten mit schleimigem Auswurf, abends trockener Husten
Ödematöse Schwellungen der Haut und der Oberlider, dazu reichlicher, wasserklarer Harn
Bauch- und Kopfschmerz, die beim Husten auftreten, sowie kalte Füße
Verschlechterung
  • Morgens, für Husten und Allgemeinbefinden
  • Beim Husten, das viele Beschwerden auslöst oder steigert
  • Entblößen von Hals und Kopf, ebenso Kaltwerden
  • Tiefes Einatmen und Bewegung
  • Kalte Getränke und Trinken überhaupt
  • Aufstehen und Gehen
Verbesserung
  • Liegen, besonders im warmen Bett
  • Sitzen und Stehen ruhig eingenommen
  • Einhüllen des Kopfes, für den Kopfschmerz eigens verzeichnet
  • Warmhalten und Zudecken

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Verlangen nach Saurem, in den Magenrubriken verzeichnet
Abneigung
  • Abneigung gegen kalte Getränke, die den Husten verschlimmern
  • Abneigung gegen Bewegung und Anstrengung

In Repertorien häufig zugeordnet

Heftiger Husten mit stechendem Brustschmerz und unwillkürlichem HarnabgangBronchitische Zustände mit reichlichem, morgens gelöstem AuswurfRippenfellentzündung mit seitlichem Stechen beim EinatmenWassersüchtige Schwellungen und vermehrte HarnausscheidungHäufiger, plötzlicher Harndrang mit sofortigem EntleerungszwangFieberhafte Zustände bei Masern und anderen Ausschlagskrankheiten

Abgrenzung

Bryonia alba teilt den stechenden Brustschmerz mit Verschlimmerung durch Bewegung und tiefes Einatmen, hat aber großen Durst auf große Mengen kalten Wassers und keinen Harnabgang beim Husten. Causticum wird ebenfalls dem Harnabgang beim Husten zugeordnet, dort jedoch mit dem Gefühl, den Schleim nicht heraufzubekommen, und mit Besserung durch einen Schluck kaltes Wasser. Digitalis purpurea und Apocynum cannabinum stehen Scilla maritima im wassersüchtigen Zug nahe, betonen aber Herz und Harnverhaltung stärker; bei Scilla maritima bleibt der Husten mit Brustschmerz das führende Zeichen.

Verwandte Mittel

Bryonia albaCausticumDigitalis purpureaApocynum cannabinumArsenicum albumStrophanthus hispidus

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.