Scilla maritima, die Meerzwiebel, ist ein altbewährtes Mittel der Atemwege und wird in den Repertorien vor allem bei heftigem Husten mit stechendem Brustschmerz aufgeführt. Ganz kennzeichnend ist, dass beim Husten unwillkürlich Harn abgeht und der Anfall mit Niesen endet. Daneben steht ein wassersüchtiger Zug mit ödematösen Schwellungen, reichlichem, wasserklarem Harn und großer Schwäche beim Gehen.
Konstitution
Gemütsbild
Trägheit, Abneigung gegen jede AnstrengungNeigung, sitzen zu bleibenEmpfindlichkeit gegen das Entblößen, auch am Hals und am KopfErschöpfung, die schon beim Gehen zunimmt
Das Gemütsbild von Scilla maritima ist knapp gezeichnet, aber eindeutig in seiner Richtung: Es beschreibt einen Zustand der Trägheit, in dem der Kranke am liebsten sitzen bleibt und sich jeder Bewegung entzieht. Diese Trägheit ist weniger eine Charaktereigenschaft als der Ausdruck der körperlichen Erschöpfung, denn Gehen verschlimmert Schwäche und Frost deutlich. Dazu tritt eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegen das Entblößen: Hals und Kopf müssen bedeckt bleiben, das Einhüllen des Kopfes bessert sogar den Kopfschmerz. Das Bild ist damit das eines geschwächten, fröstelnden Menschen, der Ruhe und Wärme sucht. Über weitergehende seelische Züge ist in der Literatur wenig Belastbares überliefert.
Ängste: Ängstliche Atmung bei Atemnot, in den Atemrubriken eigens verzeichnet, Beklemmung bei erschwertem Atmen
Leitsymptome
- Morgens, für Husten und Allgemeinbefinden
- Beim Husten, das viele Beschwerden auslöst oder steigert
- Entblößen von Hals und Kopf, ebenso Kaltwerden
- Tiefes Einatmen und Bewegung
- Kalte Getränke und Trinken überhaupt
- Aufstehen und Gehen
- Liegen, besonders im warmen Bett
- Sitzen und Stehen ruhig eingenommen
- Einhüllen des Kopfes, für den Kopfschmerz eigens verzeichnet
- Warmhalten und Zudecken
Verlangen und Abneigungen
- Verlangen nach Saurem, in den Magenrubriken verzeichnet
- Abneigung gegen kalte Getränke, die den Husten verschlimmern
- Abneigung gegen Bewegung und Anstrengung
In Repertorien häufig zugeordnet
Heftiger Husten mit stechendem Brustschmerz und unwillkürlichem HarnabgangBronchitische Zustände mit reichlichem, morgens gelöstem AuswurfRippenfellentzündung mit seitlichem Stechen beim EinatmenWassersüchtige Schwellungen und vermehrte HarnausscheidungHäufiger, plötzlicher Harndrang mit sofortigem EntleerungszwangFieberhafte Zustände bei Masern und anderen Ausschlagskrankheiten
Abgrenzung
Bryonia alba teilt den stechenden Brustschmerz mit Verschlimmerung durch Bewegung und tiefes Einatmen, hat aber großen Durst auf große Mengen kalten Wassers und keinen Harnabgang beim Husten. Causticum wird ebenfalls dem Harnabgang beim Husten zugeordnet, dort jedoch mit dem Gefühl, den Schleim nicht heraufzubekommen, und mit Besserung durch einen Schluck kaltes Wasser. Digitalis purpurea und Apocynum cannabinum stehen Scilla maritima im wassersüchtigen Zug nahe, betonen aber Herz und Harnverhaltung stärker; bei Scilla maritima bleibt der Husten mit Brustschmerz das führende Zeichen.
Verwandte Mittel
Bryonia albaCausticumDigitalis purpureaApocynum cannabinumArsenicum albumStrophanthus hispidus
Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.
Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.