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Materia medica · Nr. 3052

Scarlatinum

Scarl.

Auch: Scarlat.

In 12 Rubriken klassischer Repertorien aufgeführt. Ein Mittelporträt mit Zuordnungen aus Repertorien und Materia medica – als Lern- und Orientierungshilfe.

Porträt

Scarlatinum ist eine Nosode, die aus dem Krankheitsprodukt des Scharlachs bereitet wird. In der homöopathischen Literatur wird sie den Krankheitsnosoden zugerechnet und historisch im Zusammenhang mit Scharlach und dessen Nachwirkungen genannt, besonders mit Hals- und Nierenbeschwerden. Ein geprüftes Arzneimittelbild mit Gemüts- und Allgemeinsymptomen liegt nicht vor; das Repertorium führt nur wenige, klinisch geprägte Rubriken.

Konstitution

KörperbauZum Körperbau liegen keine Angaben vor. Nosoden werden in der Regel nicht über ein Konstitutionsbild, sondern über den Krankheitsbezug beschrieben.
Thermalitätwechselnd
TemperamentEin Temperamentsbild ist nicht überliefert. Die verzeichneten Rubriken betreffen ausschließlich körperliche Zuordnungen zum Scharlach und seinen Folgezuständen.

Gemütsbild

Kein Gemütsbild überliefertZuordnung über den Krankheitsbezug, nicht über eine PrüfungNachwirkungen fieberhafter Erkrankungen als Thema

Zu Scarlatinum liegen im Repertorium keine Gemütsrubriken vor. Wie bei den meisten Krankheitsnosoden fehlt eine ausgedehnte Arzneimittelprüfung am Gesunden; die Zuordnung erfolgt über die Krankheit, aus der die Nosode gewonnen wird. Die Literatur beschreibt das Mittel im Zusammenhang mit dem Scharlachgeschehen selbst sowie mit Zuständen, die nach einer solchen Erkrankung zurückbleiben. Ein seelisches Bild ist daraus nicht abgeleitet worden. Die klassischen Autoren führen bei den eigentlichen Krankheitsbildern von Scharlach vor allem Belladonna und Ailanthus glandulosa an; Scarlatinum steht daneben als Nosode. Scharlach ist eine meldepflichtige bakterielle Erkrankung, die in ärztliche Behandlung gehört.

Ängste: Keine Ängste überliefert, In der Literatur nicht näher beschrieben

Leitsymptome

Halsschmerzen mit wundem, rohem Gefühl beim Schlucken
Hautbeschwerden, in den Rubriken ohne nähere Kennzeichnung der Ausschlagsform verzeichnet
Nierenentzündung als Folgezustand, mit Ausbreitung der Beschwerden in die Beine
Eiweiß im Harn, in den Rubriken ausdrücklich geführt
Zuordnung zum Scharlachgeschehen in den klinischen Rubriken
Verschlechterung
  • Schlucken, entsprechend den verzeichneten Halsbeschwerden
  • Weitere Verschlechterungsangaben sind nicht überliefert
Verbesserung
  • Ruhe und Wärme
  • Nähere Besserungsangaben sind in der Literatur nicht beschrieben

Verlangen und Abneigungen

Verlangen
  • Keine kennzeichnenden Speiseverlangen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben
Abneigung
  • Keine kennzeichnenden Abneigungen überliefert
  • In der Literatur nicht näher beschrieben

In Repertorien häufig zugeordnet

Halsschmerzen mit wundem GefühlHautausschläge im Zusammenhang mit fieberhaften KinderkrankheitenNierenbeschwerden als Folgezustand, klassisch zugeordnetEiweißausscheidung im HarnBeschwerden, die nach einer Scharlacherkrankung zurückbleiben

Abgrenzung

Belladonna ist das klassische Mittel bei plötzlich einsetzendem hohem Fieber mit hochrotem Gesicht und Halsschmerz und in der Literatur beim Scharlachbild am ausführlichsten beschrieben. Ailanthus glandulosa wird bei schweren, hinfälligen Verläufen mit dunkler, fleckiger Haut genannt, Apis mellifica bei starker Schwellung mit stechendem Schmerz, Lachesis muta bei linksseitigem Halsbefund. Scarlatinum unterscheidet sich von allen dadurch, dass es kein geprüftes Arzneimittelbild besitzt, sondern über den Krankheitsbezug zugeordnet wird. Die Repertorien führen es auch unter einer Rubrik zur Scharlachprophylaxe; das ist eine historische Eintragung der Repertoriumsliteratur und keine Aussage über eine Schutzwirkung.

Verwandte Mittel

BelladonnaAilanthus glandulosaApis mellificaLachesis mutaTerebinthina

Porträt erstellt aus Repertoriumsdaten mit Unterstützung eines KI-Sprachmodells (2026-09-05). Die Angaben geben Zuordnungen der homöopathischen Literatur wieder, keine medizinische Wirksamkeit.

Einordnung

Dieses Porträt ist eine Lern- und Orientierungshilfe. Es ersetzt keine Diagnose oder Behandlung; bei ernsten oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen. Die Wahl von Mittel, Potenz und Anwendung gehört in fachkundige Hände.